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Marketing - Preisgestaltung

 
Verkaufstheke für Käse
© BLE / Thomas Stephan

Die Preisgestaltung orientiert sich im Wesentlichen an drei Faktoren:

Der biologische Hofkäse kann nur mit solchen Produkten verglichen werden, die unter ähnlichen Verhältnissen erzeugt wurden und ähnlichen Qualitätsstandards entsprechen. Eine Orientierung an Preisen des konventionellen Lebensmitteleinzelhandels würde das Preisgefüge stark verfälschen und dem besonderen Qualitätsimage entgegenstehen. Günstig ist eine Orientierung an Preisen von benachbarten oder dasselbe Handelsgebiet bewerbende Hofkäsereien.

Neben der Anpassung an die Marktbedingungen müssen auch die bei der Verarbeitung und Vermarktung entstehenden Kosten im Auge behalten werden. Diese bestimmen im Wesentlichen die Preisuntergrenze.

Beim Zukauf fremder Käsesorten zwecks Sortimentserweiterung entstehen zusätzliche Kosten, z.B. durch Warenbezug (Fracht, Porto, usw.) und Verluste (unverkäufliche Abschnitte, Schimmel, Gewichtsverlust durch Trocknung, usw.). Zur Vereinfachung kalkulieren Hofkäsereien je nach Vermarktungsweg mit einem prozentualen Preisaufschlag von 40 - 80 Prozent.

Angemessenes Preis-Leistungsverhältnis

Jeder Verarbeiter und Vermarkter muss sich darüber bewusst sein, dass er mit dem Preis seiner Erzeugnisse ein gewisses Politikum in der Hand hat, welches durch seine Nachfrage beeinflussende Wirkung gezielt zur Marktgestaltung eingesetzt werden kann. Im Sinne der Qualitätsbetonung ökologisch, handwerklich hergestellter Produkte wird im Allgemeinen von Erzeugern und Händlern biologischer Hofkäse eine Hochpreispolitik befürwortet. Ein gehobenes Preisniveau setzt selbstverständlich eine Ware konstanter und erstklassiger Qualität voraus.

Die Ansichten über ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis gehen mitunter weit auseinander und bieten Anlass ständiger Diskussion. Insbesondere zwischen Direktvermarktung und Handel besteht ein gravierender Konflikt hinsichtlich der Preisgestaltung.

Viele Direktvermarkter liegen mit ihrem Preisniveau an der unteren Grenze. Die dem Handel angebotenen Konditionen liegen dann nur geringfügig unter dem Direktvermarktungspreis, so dass nach Aufschlag der notwendigen Handelsspannen gravierende Unterschiede zwischen dem Endverbraucherpreis der Direktvermarktung und des Einzelhandels bestehen. Diese Diskrepanz führt zu einem Vertrauensverlust des Verbrauchers gegenüber dem Handel. Da für den Kunden die Preisdifferenzen nur schwer nachvollziehbar sind, wird dieser langfristig auf billigere Konkurrenzprodukte ausweichen. Eine Stabilisierung des Marktes kann nur erreicht werden, wenn die differierenden Endverbraucherpreise angeglichen werden.

Der Erzeuger ist angehalten in der Direktvermarktung durch ein angemessenes Preisniveau dem Preisdumping entgegenzuwirken bzw. die notwendigen Handelspannen zu akzeptieren. Gleichzeitig ist der Handel gefordert die Preiswürdigkeit des Hofkäses durch Werbung und gezielte Verkaufsförderung zu stützen (siehe Tab.).

Tab.: Preisbildung im Zwischenhandel am Beispiel von 1 kg Schnittkäse

Handelsstufen

biologische
Hofkäserei

biologische
Molkerei

konventionelle
Molkerei

Euro

Euro

Euro

Erzeugerpreis (netto)

10,00

8,50

6,00

Mehrwertsteuersatz

10,07 %

7 %

7 %

Preis inkl. MwSt.

11,07

9,10

6,42

Großhandel (25 % Aufschlag)

+ 2,50

+ 2,13

+ 1,50

Großhandelsabgabepreis (netto)

12,50

10,63

7,50

Einzelhandel (60 % Aufschlag auf Netto-Preis)

+ 7,50

+ 6,38

+ 4,50

Endverkaufspreis (netto)

20,00

17,00

12,00

Endverkaufspreis inkl. 7 % MwSt.

21,40

18,19

12,84

Letzte Aktualisierung: 29.07.2011

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