Vermarktungswege
Die für den Absatz in Frage kommenden Distributionskanäle für Bio-Milchprodukte sind:
Im Rahmen der Direktvermarktung:
- Ab-Hof-Verkauf
- Wochen- / Bauernmarktbeschickung
- Abo-Kisten-Vermarktung und Haustür-Service
- Versandhandel
- diverse Formen der Kooperation zwischen mehreren Erzeugern
Im Rahmen des mehrstufigen Absatzes
- Belieferung des Naturkosteinzelhandels und anderer Direktvermarkter
- Bedienung des Naturkostgroßhandels
- Gastronomie
- Großverbraucher
- Käsefach- und Feinkostgeschäfte
- Käseverfeinerer (Affineure)
- Lebensmitteleinzelhandel
Die Entscheidung, ob eine Direktvermarktung oder der mehrstufige Absatz oder aber eine Kombination von beidem in Frage kommt, ist von betrieblichen und persönlichen Vorraussetzungen sowie dem zu erfüllenden Rechtsrahmen abhängig.
Zu den betrieblichen Voraussetzungen zählen:
- der Produktionsumfang
- die Tierart
- die Gesamtproduktpalette inklusive anderer hofeigener Erzeugnisse
- die räumliche Ausstattung und das äußere Erscheinungsbild
- die finanziellen Verhältnisse
- die Marktlage
- die Entfernung von Ballungsgebieten
- das Marktpotential für Biokäse im Vermarktungsgebiet und das daraus resultierende Absatzpotential des einzelnen Betriebes
Die persönlichen Vorraussetzungen werden geprägt durch:
- die zur Verfügung stehende Arbeitskapazität
- die Neigungen und Fähigkeiten des Hofkäsers bzw. der vermarktenden Person
- bestehende persönliche Kontakte zu anderen Hofkäsereien, Wiederverkäufern, Ladnern, Großhändlern
Aktionsspielräume in der Vermarktung von Milchprodukten:
Abgabe nur im Erzeugerbetrieb:
- Rohmilch
- Sauermilchquark aus Rohmilch
- Sonstige Milcherzeugnisse aus Rohmilch
Abgabe auch außerhalb des Erzeugerbetriebs:
- Vorzugsmilch und pasteurisierte Milch
- Butter aus Rohmilch
- Hart- und Schnittkäse aus Rohmilch und aus wärmebehandelter Milch
- Frischkäse aus Rohmilch und aus wärmebehandelter Milch
- Weichkäse aus Rohmilch und aus wärmebehandelter Milch
- Quark aus Rohmilch und aus wärmebehandelter Milch
- Sonstige Milcherzeugnisse aus wärmebehandelter Milch
Zur Abschätzung der Marktbedingungen können diverse Statistiken und eigene Beobachtungen herangezogen werden. Befinden sich bereits andere milchverarbeitende Betriebe im Einzugsgebiet, kann durch Rücksprache mit diesen bereits eine grobe Markteinschätzung und Sortimentplanung vorgenommen werden.
Auch die Bedeutung der persönlichen Vorlieben und Fähigkeiten darf nicht unterschätzt werden. Denn letztlich spiegelt sich die Freude und Zufriedenheit mit der täglichen Vermarktungsaktivität im Verkaufserfolg wieder.
Bestehende Handelsstrukturen nutzen
Die Bedienung des Handels ist insbesondere für marktferne, spezialisierte Milchverarbeiter von Bedeutung. Als Handelspartner kommen in Frage:
- Einzelhändler (Naturkostfachhandel, Supermärkte, andere Direktvermarkter)
- Großhändler
Letzte Aktualisierung: 22.11.2011
