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Kooperationsanlass Beschaffungs- oder Absatzunsicherheit

Sourcingprobleme

Schockfrostungsanlage. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Innenraum einer Schockfrostungsanlage zur Obst- und Gemüsekonservierung.
Foto: T. Stephan

In der Gemüseerzeugung müssen sich Verarbeiter (zum Beispiel Tiefkühlwerke) um produktionswillige Landwirte bemühen - entsprechend machen sie in Rahmenverträgen und Jahresabsprachen weitgehende Zugeständnisse an die Landwirtschaft. Der Lebensmittelhandel ist zu solchen Zugeständnissen in Deutschland bislang mit wenigen Ausnahmen nicht bereit. Es gibt für den konventionellen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) kein Sourcing-Problem, weil einzelne Bioprodukte für ihn austauschbar geblieben sind. Dies ändert sich bei LEH-Ketten, die Bio zu einer bedeutsamen Größe in ihrer strategischen Marktpositionierung erklären, wie tegut oder Coop (Schweiz). Dies zeigt, welche Rolle dem Absatzkanal bei der Analyse zukommt.

Generell ist vertikale Kooperation aufgrund von rasch auftretenden Beschaffungsengpässen/Sourcingproblemen in folgenden Produktmärkten erforderlich:

  • Gemüse
  • Obst
  • Kräuter
  • Schweinefleisch
  • Geflügelfleisch

Hier gilt es, die zukünftige Bedarfsentwicklung so abzuschätzen, dass der Rohstoffbedarf der Hersteller gedeckt werden kann. Und Landwirten, die beispielsweise im Stallbau (artgerechte Mastplätze, Sauenhaltung etc.) mit spezifischen Investitionen in Vorleistung gehen, muss der Mehrabsatz und damit der Return auf ihr Investment gewährleistet werden. Sonst tragen die Landwirte das volle Preis-Risiko alleine.

Kooperationsanlass Absatzunsicherheit

Milchprodukte. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Foto: D. Menzler

Auf Märkten, die zurzeit über ein zu hohes Angebot verfügen - beispielsweise Milch - ist aus Sicht der Verarbeitung die vertikale Kooperation weniger zur Absicherung erforderlich. Hier kann dagegen eine Kooperation zwecks Marktentwicklung sinnvoll sein.

Dabei sollte abgewogen werden, warum Investitionen nicht einzelbetrieblich getätigt werden können. Dies gilt häufig für Marketingkampagnen oder den Aufbau von Infrastruktur. Diese können zumindest kurz bis mittelfristig nicht durch den Umsatz finanziert werden.

Letzte Aktualisierung: 22.11.2011

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