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Kooperationsanlass Investitionsunsicherheit

 

Verbindliche Kooperation in der Vermarktungskette ist vor allem ein Thema für Märkte, die sich strukturell im Aufbau befinden. In solchen Pioniermärkten müssen Unternehmen zu einem besonders langfristigen Engagement bereit sein. Sie finden meist nur eine kleine Zahl von passfähigen Lieferanten und Abnehmern vor oder noch nicht mal das. Für Investitionen bedeutet dies ein unsicheres Umfeld. Man hängt vom "good will" weniger Geschäftspartner ab, auf die man angewiesen ist, um das Projekt zu realisieren.

Um sich vor einer möglichen Erpressbarkeit, beispielsweise hinsichtlich Preis- und Mengenkonditionen durch die Geschäftspartner abzusichern, empfiehlt die Institutionenökonomie (siehe auch Definition und Anmerkungen) die Verteilung der wechselseitigen Angewiesenheit genau zu durchleuchten. Sind alle Parteien auf den Projekterfolg und den spezifischen Projektpartner gleichermaßen angewiesen, ist Opportunismus kaum zu befürchten.

Ist die Bindung an das Projekt oder das Investitionsvolumen sehr ungleich verteilt, sind Absicherungsmaßnahmen gegen Opportunismus erforderlich. Es gilt dann, beispielsweise Schritte der Vorwärts- oder Rückwärtsintegration weiterer Vermarktungsstufen zu prüfen.

Der Ökomarkt ist zwar als ganzes immer noch in einer Pioniersituation, aber das gilt nicht für alle Produktgruppen und Absatzkanäle in gleichem Maße. Die Auswahl möglicher Geschäftspartner ist beispielsweise in der Getreidevermarktung sehr groß. In der Milchvermarktung hingegen ist sie für den Landwirt sehr klein, für den Handel riesengroß. Der Preisdruck ist entsprechend im Ökomilch-Markt stärker an die Landwirtschaft weitergegeben worden als in der Getreideerzeugung.

Letzte Aktualisierung: 22.11.2011

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