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Bio ein Wachstumsmarkt

 

Ende 2006 hat der Bio-Markt ein Umsatzvolumen von fast fünf Milliarden Euro erreicht. Der deutsche Bio-Markt hat sein Volumen seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt und ist weiterhin mit Abstand der größte Europas. Das Marktwachstum ist seit 2000 mit einer Unterbrechung im Jahr 2003 zweistellig. Das Wachstum ist selbst tragend. Große äußere Lebensmittelskandale wie die BSE-Krise im Winter 2000/2001 sind nicht die Triebkraft, denn die Kontinuität des Wachstums ist hiervon nicht abhängig. Unbestreitbar hingegen ist, dass eine wachsende Aufklärung von Verbrauchern über Ernährungsfragen und damit einhergehendes Misstrauen z.B. gegenüber Gentechnik ein wesentlicher Antrieb sind. Moderne Verbraucher wollen wissen, was sie essen. Auch für die nächsten Jahre ist von einem zweistelligen Marktwachstum in Deutschland auszugehen. Stärkste Wachstumshürde wird dabei die Verfügbarkeit von Biorohstoffen sein.

Absatzkanäle

Bio im LEH:

40 Prozent der Bio-Umsätze (2006: rund zwei Milliarden Euro) in Deutschland entfallen auf den konventionellen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) inklusive Discounter, hier gab es in 2005 rund 58.400 Filialen (lt. A.C. Nielsen). Der Discountanteil am LEH-Umsatz dürfte mittlerweile bei über einem Drittel liegen. Der Bio-Absatz im konventionellen LEH wächst jährlich um mehr als 20 Prozent. Dazu kommen wachsende Umsätze in den Drogerieketten, die gut fünf Prozent Marktanteil innehalten.

Bio-Fachhandel:

Etwa 30 Prozent Anteil am Bio-Umsatz hat der Naturkostfachhandel (Bio-Läden), der rund 3.000 Märkte umfasst. Angeführt von den etwa 300 Bio-Supermärkten haben sich große Teile des Bio-Fachhandels modernisiert. Der Bio-Fachhandel weist Zuwachsraten von über zehn Prozent auf. Weitere 25 Prozent des Bio-Marktes laufen über die sonstigen Absatzkanäle, unter denen das Handwerk, Reformhäuser und die Direktvermarktung zusammengefasst sind. Noch haben somit alternative und kleinteilige Vermarktungsformen mit 55 Prozent den größeren Marktanteil. Dieses Verhältnis wird sich in den nächsten zwei Jahren umkehren. Es ist jedoch auch sehr deutlich, dass der Bio-Umsatz pro Laden im Bio-Fachhandel noch lange nicht vom LEH erreicht werden wird. Außerdem wird der Anteil der Bio-Supermärkte weiter wachsen, wenn auch auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

Hohe Bio-Anteile in einzelnen Warengruppen

Bio ist deutlich der Nische entwachsen! Der Markt für Baby-Nahrung ist schon lange eine Bio-Domäne. Aber auch bei vielen quer über alle Absatzkanäle distribuierten Produkten wie Brot, Frischgemüse, und Milch hat Bio nach aktuellen Panel-Daten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bereits einen Umsatzanteil von mehr als fünf Prozent und bei Eiern, Kartoffeln und Müsli sogar über zehn Prozent. Den Rekord halten die Möhren mit über 25 Prozent Umsatzanteil. Verglichen mit der Frische hinken die Trockensortimente hinterher, zeigten aber 2006 sehr hohe Zuwachsraten. Eine Marktsättigung auf Verbraucherseite ist derzeit nicht in Sicht.

Marktentwicklung in Deutschland. Bei Klick auf das Bild vergrößert sich die Bildansicht.
Wachstum des Bio-Markts in Deutschland seit 2000 und Schätzungen bis 2008. © ÖkoStrategieBeratung. Bei Klick auf das Bild vergrößert sich die Bildansicht.
 

Letzte Aktualisierung: 18.08.2011

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