oekolandbau.de - Das Informationsportal



Rottaler Aromaöle - eine innovative Firma

 
Georg Effner auf dem Feld hinter geernteter Melisse. Bei Klick auf das Bild vergrößert sich die Bildansicht.
Foto: Georg Effner

Mit Mut und einer guten Idee gründete Georg Effner im Jahr 2000 die Firma "Rottaler Aromaöle". Im niederbayrischen Etzenberg werden seitdem aus frischen Heil- und Gewürzpflanzen naturreine ätherische Öle hergestellt. Der Betrieb ist nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau zertifiziert.

Qualität beginnt schon vor dem eigentlichen Anbau

Entscheidend für die Qualität der ätherischen Öle ist bereits die Auswahl des Pflanzenmaterials. Georg Effner profitierte von den Sortenversuchen und Selektionen, die an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Weihenstephan durchgeführt werden. Bei der "Gemeinschaft der Züchter und Vermehrer für Heil- und Gewürzpflanzen in Bayern" hat er Pflanzenmaterial definierter Herkünfte von beispielsweise Melisse und Angelika erworben, das für die Gewinnung ätherischer Öle geeignet war. Zu Hause, auf der 5.000 Quadratmeter großen eigenen Bio-Anbaufläche wurde dann weiter selektiert. "Aus den Mutterpflanzen werden Pflanzen für die Destillation vermehrt, die von uns oder bei Bedarf von anderen Bio-Betrieben auf größeren Flächen angebaut werden", so Effner. Aber nicht nur der Chemotyp, also das genetische Material der Pflanze ist entscheidend für die hohe Qualität des ätherischen Öls. Wichtig für einen hohen Wirkstoffgehalt der Pflanzen sind auch der optimale Erntezeitpunkt sowie ein kurzer Weg vom Feld in die Destille, um die Verluste von flüchtigen Aromen zu minimieren.

Destille. Bei Klick auf das Bild vergrößert sich die Bildansicht.
Die angewendete Destille ermöglicht eine besonders schonende Gewinnung der ätherischen Öle.
Foto: Georg Effner

Optimierte Anlage zur Wasserdampf-Destillation ätherischer Öle

Die Destille, die Effner nutzt, ist hervorgegangen aus einem Forschungsprojekt, wiederum an der LfL Weihenstephan. Mit dieser Anlage ist eine besonders schonende Gewinnung der ätherischen Öle möglich: Mittels thermodynamischer Wasserdampfextraktion wird frisches Pflanzenmaterial in kürzester Zeit, drucklos und bei weniger als 100 Grad Celsius verarbeitet. All das spiegelt sich in der Qualität der ätherischen Öle wieder.

Während eines Durchganges können ca. 20 Kilogramm Frischpflanzen verarbeitet werden. Für die Herstellung von einem Liter Pfefferminzöl benötigt man 200 bis 500 Kilogramm frisches Pflanzenmaterial. Bei Melisse sind es hingegen 3.000 bis 5.000 Kilogramm. So wird auch klar, warum Melissenöl so teuer ist.

Konzentration auf bestimmte Pflanzen

Aber gerade auf diese Pflanzen, bei denen der Marktpreis für das Öl hoch ist, hat sich das Unternehmen spezialisiert. "Wir konkurrieren mit Weltmarktpreisen", so Georg Effner. "Pfefferminzöl herzustellen, wäre zwar einfacher, zu den Marktpreisen können wir aber nicht kostendeckend produzieren". Die Destille ist dafür geeignet, von Pflanzen wie Melisse und Angelika, Öle in guter Qualität zu gewinnen. Produziert wird hauptsächlich für eine Kundengruppe, die die Öle zu therapeutischen Zwecken einsetzt, wie z.B. Heilpraktiker und Physiotherapeuten. Neben der hohen Produktqualität ist für diese Kunden auch die ökologische Erzeugung ein Kaufkriterium. In konventionellen Produkten gibt es auch bei ätherischen Ölen immer wieder Probleme mit Pflanzenschutzmittelrückständen.

Für die Zukunft hofft Effner, dass die Nachfrage nach seinen Produkten steigt. Dann möchte er das ursprüngliche Konzept der LfL mit einer mobilen Destille verwirklichen, mit der er bei den Kräuteranbauern feldnah direkt nach der Ernte destillieren kann.

Mehr Infos zur Firma, Herstellung und Produkten unter externer Link folgtwww.RottalOele.de.                            

Letzte Aktualisierung: 20.09.2011

Seitenende