Süßungsmittel ist gleich Süßmittel?
Für die Süßung in Bio-Lebensmitteln hat sich aufgrund der Vielfalt der verschiedenen Quellen die Bezeichnung Süßungsmittel bis zum Verbraucher hin durchgesetzt. Dieser Begriff bezeichnet andere Substanzen als Süßmittel. Die in Deutschland zulässigen Süßmittel wie Saccharin, Aspartam, Thaumatin sind Zusatzstoffe, die für die Verarbeitung von Bio-Lebensmitteln nicht zugelassen sind. Isolierte Zucker wie Fructose sind in eingeschränktem Rahmen in Bio-Qualität auf dem Markt erhältlich.
Für Diabetiker gibt es im Bio-Markt bisher keine eigene Produktlinie. Da einige Lebensmittel und Getränke mit fruktosereichen Süßungsmitteln gesüßt sind, finden hier auch Diabeteskranke Alternativen.
Zucker darf nicht drin sein - aber süß muss es schmecken
Mensch und Tier beziehen den Großteil ihrer Nahrungsenergie aus Kohlenhydraten, wobei bei der Betrachtung von Ernährungsgewohnheiten des letzten Jahrhunderts deutliche Verschiebungen festegestellt werden. Betrachtet man die Hauptnährstoffe Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate nimmt seit dem letzten Jahrhundert der Anteil von Kohlenhydraten ab, während Fette und Eiweiße höhere Anteile verzeichnen. Hier hatten die Bemühungen der Ernährungswissenschaftler mit ihrer Forderung nach einer deutlichen Steigerung des Kohlenhydrat-Verzehrs nur in einer Richtung Erfolg. Die Tendenz Süßes zu essen, nimmt mit steigendem Angebot noch zu.
Die Lust auf Süßes ist angeboren. Keine Tiermilch ist so süß wie Muttermilch, enthält sie doch immerhin 6 Prozent (Milch-)Zucker. Sogar das Fruchtwasser ist süß. Kein Wunder, dass wir schon vor der Geburt auf die Geschmacksnote "süß" geprägt sind. Forscher haben außerdem herausgefunden, dass diese Prägung evolutionsgeschichtlich Sinn macht: von süßen Früchten ist keine einzige giftig. Die Vorliebe für "süß" hat also unser Überleben gesichert.
Damit hat die Süße in Form von Kohlenhydraten aufgrund ihrer Entstehung und ihrer Bedeutung für die Ernährung einen besonderen Bezug zur Lebensenergie und zur Lebensqualität.
Was heißt eigentlich süß?
In allen Süßungsmitteln sind Substanzen enthalten, die auf den Geschmacksrezeptoren der Zunge den Geschmackseindruck "süß" hinterlassen. Als süß wahrgenommen werden meist nur die Einfachzucker und Zweifachzucker. Daneben gibt es Moleküle in der Natur, die aufgrund ihrer Struktur dem Zucker nur entfernt oder gar nicht ähneln und trotzdem süß schmecken.
Die verschiedenen Zucker unterscheiden sich sehr in ihrer Süßkraft. Der Liste kann die Süßkraft verschiedener Zucker relativ zur Saccharose, die mit 100 % als Maßstab gilt, entnommen werden. Daraus ergibt sich, dass z.B. Lactose deutlich weniger süß ist wie Saccharose. Fructose hingegen besitzt eine höhere Süßkraft als Saccharose.
Relative Süßkraft verschiedener Zuckerarten (Saccharose entspricht 100 %): (dabei gilt: Zuckerart: Süßkraft in %)
- Raffinose (Dreifachzucker): 22 %
- Lactose: 27 %
- Maltose: 35 %
- Sorbit: 48 %
- Glucose: 69 %
- Saccharose: 100 %
- Fructose: 120 %
Letzte Aktualisierung: 07.07.2009
