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Auf einen Blick

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Adressliste

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Demo-Spezial

 

Bio-Glühwei(h)n-Nacht - mit Krippe und Nikolaus

Wie bereits in den Jahren zuvor, waren die Bio-Glühwei(h)n-Nächte auch in 2007 ein großer Erfolg. Fast 140 Betriebe zwischen Flensburg und Oberstdorf beteiligten sich an der Gemeinschaftsaktion von Bio-Höfen vom 7. bis 9. Dezember. Auch wenn es vielerorts regnete und für vorweihnachtlichen Schnee viel zu warm war, ließen sich die Besucher nicht abhalten, an diesen besonderen Nächten teilzunehmen, die dieses Jahr bereits zum sechsten Mal durchgeführt wurden. Die teilnehmenden Bio-Höfe sind Demonstrationsbetriebe des Bundesprogramms Ökologischer Landbau, einem Projekt des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Gruppe von Menschen, im Hintergrund Weihnachtsmarkt
Besucher lauschen den Darbietungen

So unterschiedlich die Bio-Bauernhöfe sind, so vielfältig war auch das Veranstaltungsprogramm:

Fackel- und Taschenlampenwanderungen, Weihnachtsgeschichten am Lagerfeuer, Kerzen und Strohsterne basteln, Theateraufführungen und Livemusik sowie Nikolausbesuche waren angesagt. Wie bei Bio-Veranstaltungen üblich, wurde bei den Glühwei(h)n-Nächten besonders viel Wert auf die Qualität der angebotenen Speisen und Getränke gelegt. Glühwein, Kinderpunsch, Plätzchen und Stockbrot waren natürlich bio. Die Speisekarte reichte von Wiener Würstchen bis zum Bio-Buffet.

Kinder füttern Heu an Kälber
Kinder vor der Kälberkrippe

Der Besuch auf tierhaltenden Bio-Bauernhöfen passte für viele Gäste besonders gut in die besinnliche Vorweihnachtszeit. Denn die Krippe mit Ochse, Esel und Schafen ist fester Teil unseres traditionellen Bildes von Weihnachten. Bei den Bio-Glühwei(h)n-Nächten stand das Besinnliche wohltuend im Vordergrund.

Nikolaus mit langem weißen Bart, umringt von Kindern
Nikolaus umlagert von den Kindern

Die Nikolause brachten eher bescheidene Gaben. Meist wurden die Kleinen mit einem Apfel, ein paar Nüssen und vielleicht noch mit einem Lebkuchen beschenkt. Aber das war völlig ausreichend.

Nicht das Säckchen vom Nikolaus war für die meisten Kinder das Wichtigste, sondern das Fest selbst und dass sie die Tiere besuchen und kennen lernen durften. So konnte man dies zumindest auf dem Naturlandhof Schlickenrieder im Voralpenland beobachten:

Bauer Georg Schlickenrieder begrüßte die Gäste am Lagerfeuer und lud die mit Taschenlampen ausgerüsteten Kinder und Eltern zu einem Hofrundgang ein. Erste Station war die Ganzjahresweide mit den Kühen. Die Rinder entscheiden selbst, ob sie sich lieber im Stall aufhalten oder draußen übernachten. Der Landwirt stellte den jungen Besuchern einfache Fragen, die dennoch nicht selbstverständlich sind: "Woran erkennt ihr eine Kuh?" oder "Ist die Milch warm oder kalt, wenn sie aus dem Euter kommt?" Schwieriger wurde es, als geschätzt werden musste, wie alt oder wie schwer ein Rind ist.

Kindergruppe blickt beim Schein der Taschenlampe durch
"Schlafen die Hühner?" - abendlicher Besuch mit Taschenlampe

Nach dem Überqueren der holperigen Weidefläche wird bei einem kleinen Holzhäuschen Halt gemacht. Die Wand hat am Boden eine Öffnung in der Größe eines DIN-A4-Blatts. "Wisst ihr, wer hier wohnt?" Nachdem die kleinen Detektive auf "Hühnerkacke" gestoßen sind, liegt der Fall klar auf der Hand, hier wohnen die Hühner und zwei Hähne. "Aber wisst Ihr auch, wie die Hennen schlafen?" Die Stalltür wird einen breiten Spalt geöffnet und dann mit der Taschenlampe hineingeleuchtet, um auch noch dieses Geheimnis zu lüften: Die Hennen umkrallen eine Stange und schlafen mit dem Kopf nach oben, nicht wie die Fledermäuse. "Wieviel Eier legt eine Henne im Jahr?" "Jeden Tag ungefähr zwei", vermutet der kleine Sebastian. Bei einer nicht überzüchteten Hühnerrasse und naturnaher Haltung wie hier sind es ungefähr 180 Eier, klärt der Landwirt auf. Genauso interessiert sind die Kinder bei den Schweinen, sehr intelligenten und reinlichen Tieren. Auch die Erwachsenen wussten nicht, dass Schweine "auf die Toilette gehen und ihr Wohnzimmer sauber halten", wenn der Stall entsprechend gebaut ist.

dunkler Schafskopf "geblitzt"
Schafskopf

Letzte Station war der Schafstall. Georg Schlickenrieder ist auch Schafzüchter und erläutert das "Schönheitsideal" seiner Schafe, auf welches bei Zuchtausstellungen viel Wert gelegt wird: Gerader Rücken, lange Ohren und eine ausgeprägte gebogene Nase.

Auch wenn die Führung etwas an einen Tierpark erinnert: Dieser Bio-Betrieb steht für zeitgemäße Landwirtschaft mit sehr artgerechter Tierhaltung. Er arbeitet sehr professionell und kann von seinen Erzeugnissen gut leben, obwohl seine Tiere weniger Milch geben und langsamer wachsen. Beispielsweise kann er mit Bio-Fleisch von der alten und inzwischen seltenen Rinderrasse Murnau-Werdenfelser einen höheren Preis erzielen. Denn als so genannter "Arche-Hof" kümmert er sich um den Erhalt aussterbender Nutztierrassen. Die Verwertbarkeit trägt ganz entscheidend zum Erhalt dieser Tiere bei. Das Motto des Arche-Hofprojekts, dem die Schlickenrieders angehören, lautet "Erhalten durch Aufessen". Der Naturlandhof ist außerdem ein Schulbauernhof und wird jedes Jahr von über fünfzig Klassen besucht.

Impressionen Bio-Glühwei(h)n-Nacht 2007

Zwei Nikolause in einer Pferdekutsche

Bio-Bauer Hans Bosch hilft den Nikolausen beim Transport der Säcke (Hof Biotal Eselsburg)

Musikanten in Aktion

Volksmusik, Weltmusik und Rockband – jede Musikrichtung war vertreten (Hof Biotal Eselsburg)

Menschen vor einer festlich beleuchteten Bude

Glühweinbude zwischen Hofladen und Ochsenstall – Christkindl-Markt-Atmosphäre auf dem Bauernhof (Hof Ott)

 

staunend und mit gebührendem Abstand: kleines Kind auf dem Futtertisch

Kleinkind im Ochsenstall (Hof Ott)

Bio-Glühwei(h)n-Nachts-Schild an der Straße

Bio-Glühwei(h)n-Nacht kreativ in Szene gesetzt (Blumenschule Schongau)

Autor & Bilder: Alois Sporer

Letzte Aktualisierung: 11.12.2007

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