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Ein Fest nicht nur für Landwirte

geschmückter Altar
Feldfrüchte am Altar

Auf dem Demonstrationsbetrieb Kreppold im Wittelsbacher Land waren die Kinder einer Jugendhilfe-Einrichtung und Biobauern aus der Umgebung eingeladen, um das Erntedankfest gemeinsam zu gestalten.

Der Festtag begann mit einem Gottesdienst in der Scheune. Die vor dem provisorischen Altar aufgestellten Erntegaben waren in ihrer Vielfalt und ihrem Duft ein Fest für die Sinne.

Stephan und Theresia Kreppold
Gastgeber Theresia und Stephan Kreppold

In vielen ländlichen Regionen ist Erntedank nicht nur ein besonderer Tag für Landwirte, sondern auch noch in der Bevölkerung verankert. Ein ursprünglicher Inhalt dieser Feier wird auf dem Biolandhof Kreppold deutlich: Nach sehr arbeitsintensiven Sommermonaten feiern Bauern gemeinsam den Abschluss der Ernte.

Für viele ökologisch wirtschaftende Betriebe ist dieser Tag viel mehr als nur ein Hoffest. Eine gute Ernte und angemessene Erlöse für die erzeugten Lebensmittel sind für das Bestehen eines Betriebs existenziell wichtig. „Gemessen an dem, wie wertvoll unsere Lebensmittel wirklich sind, dürfen sie auch nach den letzten Preissteigerungen nicht als teuer bezeichnet werden“, betonte Biobauer Stephan Kreppold in seiner Begrüßungsrede.

"Wir pflügen und wir streuen"

Ob es eine reiche Ernte gibt oder die Marktpreise gut sind, hängt stark von äußeren Einflüssen wie dem Wetter und den weltweiten Erträgen ab. Bio-Landwirte sind von manchen Schwankungen stärker betroffen, beispielsweise dem periodischen Wechsel von Nützlings- und Schädlingspopulationen. Es hängt viel vom Geschick eines jeden Biobauern ab, mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln nachhaltig gute Erträge zu erzielen. Sie wirtschaften mit der Natur und vertrauen auf sie. Diese Verbundenheit war bereits Thema des 1783 von Matthias Claudius gedichteten Erntedanklieds:

Wir pflügen und wir streuen, den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen, steht nicht in unsrer Hand.

spielende Kinder auf dem Hoffest
Spielende Kinder

Gemeinsam essen, spielen und gute Gespräche

Nach dem Gottesdienst ließen sich die zahlreichen Gäste Bioeintopf, Apfelsaft vom eigenen Betrieb und andere Leckereien bei herrlicher Herbstsonne vor der Scheune schmecken. Höhepunkte für die Kinder waren eine gigantische Strohhüpfburg, wackelige Wippen und Kürbisschnitzen.

Theresia Kreppold und Dr. Gabany
Theresia Kreppold und Dr. Gabany

Nachmittags hielt der Heilpraktiker und Internist Dr. med. Gabany im Seminarraum des Betriebs den Vortrag „Glücklich und gesund leben – was braucht´s dazu?“. Eine positive Einstellung zu sich selbst sei die wichtigste Grundlage, um gesund zu bleiben. Diese habe erheblichen Einfluss auf alle körperlichen Vorgänge, von denen die meisten unbewusst abliefen. Er vertrat auch die Auffassung, dass es einen Zusammenhang zwischen Geschmacksverstärkern und Verdauungsstörungen gebe. Es sei schwierig, einmal verursachte Fehlfunktionen wieder in den Griff zu bekommen. Ganz entscheidend sei daher, erst gar nicht krank zu werden. Hochwertige Lebensmittel aus ökologischem Anbau könnten hierzu einen erheblichen Beitrag leisten.

Weitere Infos zum Demonstrationsbetrieb und Biolandhof Kreppold

Erntedank – wissen wo´s herkommt:

Erntedankfeste gab es bereits in der vorchristlichen Zeit und sie haben bis heute in der ganzen Welt in vielen Kulturen und Religionen eine zentrale Bedeutung. Die katholische Kirche begeht dieses Fest am ersten Sonntag im Oktober, manche Gemeinden etwas später. In evangelischen Gemeinden wird es um Michaelis (29.9.) gefeiert. Vom Danken, Maßhalten, Teilen und der Konzentration auf die wesentlichen Dinge ist häufig die Rede. Bis ins 19. Jahrhundert waren in Teilen Deutschlands noch Ernte- und Segenssprüche aus der nordisch-germanischen Mythologie verbreitet. Die Juden feiern Erntedank als Laubhüttenfest. Bei ihnen ist es das größte Freudenfest im Jahreslauf.

Autor & Bilder: Alois Sporer

Letzte Aktualisierung: 25.10.2007

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