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Auf einen Blick

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Ein Wintertag auf dem Untermühlbachhof

Wenn die Kuhweide zur Rodelbahn wird

Ein Tag auf dem Bio-Hof kann zu jeder Jahreszeit spannend und erlebnisreich sein - besonders im winterlichen Schwarzwald. Am Samstag, dem 4. Februar lud die Wälder GbR in St. Georgen-Peterzell die Schüler der Waldorfschule Villingen zu einem Schlittentag ein. Da gab es allerhand zu tun für die Mitarbeiter des Demonstrationsbetriebs.

Blick auf den Untermühlbachhof im Schnee
Ein Schwarzwaldhof wie aus dem Bilderbuch: der Untermühlbachhof
(c) Koordinationsstelle Demonstrationsbetriebe
 

Die Wälder GbR ist eine Gemeinschaft von zwei Schwarzwaldhöfen, dem Untermühlbachhof und dem Mathislehof in Hinterzarten. Das Team besteht aus sechs fest angestellten Landwirten, einem weiteren Angestellten, Praktikanten und Helfern.

Der Tag beginnt früh

Blick auf den Untermühlbachhof, im Vordergrund eine Kuhherde auf der verschneiten Weide
Auf dem Bioland-Betrieb kommen die Kühe so oft wie möglich auf die Weide.
(c) Koordinationsstelle Demonstrationsbetriebe

Der Arbeitstag auf dem Untermühlbachhof beginnt samstags um fünf Uhr morgens. Bei minus 15 Grad eine besondere Herausforderung. Zwei Kollegen laden den Marktwagen. Um 6.30 Uhr wollen sie in Villingen auf dem Markt den ersten Kunden hofeigene Bio-Erzeugnisse verkaufen. Die Mitarbeiter auf dem Hof versorgen in der Zwischenzeit das Vieh. Die Kühe werden auf die schneebedeckte Weide getrieben. Denn auch im Winter kommen sie auf dem Untermühlbachhof so oft wie möglich nach draußen. Der Boden sollte allerdings gefroren und hart genug sein, sodass keine Weideschäden entstehen.

eine Kuh auf der verschneiten Weide
"... das bringt gute Stimmung."
(c) Koordinationsstelle Demonstrationsbetriebe

Zurückgekehrt vom Markt wird der Verkaufswagen am Hof aufgestellt. Am Samstagnachmittag läuft dann der Verkauf ab Hof. Und dann muss noch alles für den Nachmittag - die Schlittenaktion mit Vesper - vorbereitet werden...

Die Kühe machen die Bahn frei

Kinder auf dem Schlitten an einem Hang
Schlittenfahren, wo sonst die Kühe weiden ist ein Spaß für Groß und Klein.
(c) Koordinationsstelle Demonstrationsbetriebe

Am Nachmittag treffen die Kinder mit ihren Eltern, alle warm eingepackt und mit ihren Schlitten, ein. Sie haben schon zu verschiedenen Jahreszeiten den Hof erkundet, zuletzt zur gemeinsamen Kartoffelernte. Jetzt, im Winter, gibt es wieder viel Neues zu entdecken. Zuerst werden die vor wenigen Tagen geborenen Ferkel in ihrem offenen Stall bewundert. Und bevor die Kuhweide zum Rodelhang wird, müssen die Kühe in den Stall zurück. Adrian vom Untermühlbachhof zeigt seinen Mitschülern, wo es zur Piste geht. Er führt die Besucher durch den Schnee und steckt den Weg ab, sodass niemand in den Bach schlittern kann. Und dann geht es endlich los...

Alle haben großen Spaß beim Schlittenfahren und zwei Stunden im Schnee vergehen wie im Flug. Dann ist Zeit zum Aufwärmen und für eine Stärkung in der "guten Stube" des Untermühlbachhofs...

Bio zum Probieren und Informieren

Blick in die mit Kindern gefüllte Küche
Satt und aufgewärmt in der Bauernhof-Küche
(c) Koordinationsstelle Demonstrationsbetriebe;

In der Küche erwartet die Hofbesucher eine üppige Vesper mit vielen verschiedenen Produkten des Hofes und frisch gebackenem Holzofenbrot aus eigenem Dinkelmehl. Beim Probieren wird die Neugierde geweckt, mehr über die Herkunft und Entstehung der Lebensmittel zu erfahren. Hans Hartwig Lenzner berichtet über die Besonderheiten der ökologischen Anbauweise und die Hofgeschichte.

Die kleinen und großen Gäste stellen viele Fragen, zum Beispiel welche Tierrassen auf dem Hof gehalten werden, welche Betriebszweige und Verarbeitungswege es gibt und wie die Teamarbeit auf dem Hof funktioniert. Danach gibt es noch eine Führung in den Käsekeller. Das ist eine echte Besonderheit, denn der alte Gewölbekeller ist ganz aus Naturstein. Der Hartkäse reift dort bis zu sechs Monate.

Blick in den Käsekeller während einer Führung
Krönender Abschluss: eine Führung durch den Käsekeller
(c) Koordinationsstelle Demonstrationsbetriebe
 

Hier einige Informationen zu dem Demonstrationsbetrieb:

Ein Betrieb - zwei Standorte - viele Produkte

Der Untermühlbachhof mit seinen saftigen Wiesen ist der ideale Standort für das Milchvieh sowie die Milchverarbeitung. "Bei uns kommen die Kühe in jeder Jahreszeit nach draußen", berichtet Betriebsleiter Hans Hartwig Lenzner. "Es ist zwar aufwändiger, die Kühe morgens auf die Weide zu treiben und später wieder zurück in den Stall, ohne dass sie dort etwas zum Fressen finden und die Milchleistung gesteigert wird. Es trägt jedoch zum Wohlbefinden der Tiere und zur friedlichen Stimmung in der Herde bei", ist sich der Bio-Bauer sicher. Seine Kühe wurden in Forschungsprojekten zur Untersuchung von Laufställen mit behorntem Vieh beobachtet. Das Ergebnis: Selbst wenn die Rangordnung um den besten Futterplatz, den besten Schlafplatz und um das Leittier ausgetragen ist, brauchen die Kühe einen Bereich von ca. drei Metern, um sich nicht eingeengt zu fühlen. Deshalb sollten sie möglichst oft ins Freie gelassen werden.

Eine Zusammenstellung verschiedener Käsesorten
Die Milch der Schwarzwälder Kühe wird in der eigenen Käserei verarbeitet.
(c) Koordinationsstelle Demonstrationsbetriebe

Die Jungtiere werden an dem zweiten Betriebsstandort, dem höher gelegenen Mathislehof großgezogen. Dort steht die Fleischvermarktung im Mittelpunkt. Die zwei Höfe ergänzen sich auf diese Weise perfekt.

Produktschwerpunkte sind vor allem Molkereiprodukte und Wurstwaren. In der Hofkäserei werden unterschiedlich lang gereifte Hartkäse, teilweise mit Kräutern, Frischkäse, Quark, Joghurt und Butter hergestellt. Wurst, Fleisch und geräucherte Spezialitäten gibt es vom Rind und vom Schwein. Zudem wird selbst eingelegtes Sauerkraut verkauft.

Standort- und artgerechter Landbau

Die Wälder GbR betreibt standort- und artgerechten biologischen Landbau. So hat sie sich für die regionale Rinderrasse der Vorderwälder entschieden: Die Rasse passt sehr gut zu den klimatischen Bedingungen der Region. Die typischen Dreinutzungsrinder sind gleichermaßen geeignet für Milch- und Fleischproduktion sowie zum Einsatz bei der Feldbearbeitung. Auf dem Untermühlbachhof wird im Feldgemüse- und Kartoffelanbau mit Zugochsen gearbeitet.

Da in der Hofkäserei viel Molke anfällt, werden Schweine gehalten, an die die Molke verfüttert wird. Das älteste Mutterschwein ist bereits elf Jahre alt und hat rund 200 Ferkel zur Welt gebracht.

Der Betrieb baut außerdem standortgerechte Pflanzen wie Winterroggen und Dinkel an. Wichtigster Bestandteil der Fruchtfolge ist der mehrjährige Feldfutter- und Kleegrasanbau mit 15 verschiedenen Kräutern, Kleearten und Gräsern.

Resümee

Der jahreszeitliche Ansatz der Betriebsbesuche auf dem Schwarzwälder Untermühlbachhof hat sich sehr bewährt. Der Standort und die vielfältigen Arbeitsbereiche - von der Tierhaltung und dem Pflanzenbau über die  Verarbeitung eigener Erzeugnisse bis hin zur Vermarktung - bieten zu jeder Jahreszeit interessante Anschauungsobjekte. Ein Naturerlebnis wie den Schlittentag auf der Kuhweide mit spannenden Informationen zum ökologischen Landbau zu verbinden, ist eine ideale Kombination für Groß und Klein. 

Veröffentlicht: 2006, Kontaktdaten aktualisiert

weitere Informationen, Kontaktdaten und Faltblatt

siehe Betriebsporträt

Letzte Aktualisierung: 13.03.2009

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