Eine Führung auf dem Bicklhof
Glückliche Eier? Glückliche Eier!
Eine zweistündige Wanderung führte die "älteren Herren" der Gymnastikgruppe aus dem nahe gelegenen Peiting zum Bicklhof, der idyllisch zwischen Lech und Ammer liegt. Von hier aus lässt sich der Blick auf die Allgäuer Alpen genießen. Markus und Margit Schleich bewirtschaften den Geflügel-Hof, auf dem heute 4.500 Legehennen leben, nach den Richtlinien von Demeter. "Eigentlich sehen alle Eier gleich aus, doch bei uns sind auch die Eier glücklich", finden die Schleichs.

- (c) Koordinationsstelle Demonstrationsbetriebe
Kratzen, picken, scharren: Alles erlaubt

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Markus Schleich zeigt den Besuchern, wodurch sich eine ökologische Legehennenhaltung auszeichnet: Stall und Auslauf sind so gestaltet, dass sich die Hühner artgerecht verhalten können.
Der Boden ist eingestreut, sodass die Hühner kratzen, scharren und picken können. Im Stall gibt es eine erhöhte Ebene zum Fressen und Trinken, Sitzstangen, die meist zum Schlafen oder Dösen genutzt werden, und geschützte Nester für die Eiablage. Sandbaden für die Körperpflege können die Tiere auf eigens bereitgestellten Sandflächen. Die 4.500 Hühner auf dem Bicklhof werden in Gruppen von jeweils 1.500 Tieren gehalten. Bei zwei vorhandenen Ställen leben also höchstens 3.000 Hennen in einem Stall – in der konventionellen Legehennenhaltung sind bis zu 20.000 Tiere üblich. Genügend Raum für Bewegung bietet der Grünauslauf mit mindestens vier Quadratmetern Platz – pro Huhn.
Fuchs, du hast … das Huhn gestohlen
Meistens wandern die Hühner erst in der Dämmerung wieder zurück in den Stall. Die Folge: Der Fuchs hat leichtes Spiel. Immer wieder muss Markus Schleich Verluste in seinem Hühnerbestand verzeichnen, erklärt er – manchmal bis zu 300 Hühner pro Jahr. Dennoch bleibt Schleich dabei: Frische Luft und Bewegung bei jeder Witterung haben Vorteile für die Gesundheit der Hühner. Sie stärken die Abwehrkräfte. Und sollten dennoch Krankheiten auftreten, behandeln die Schleichs ihre Hühner nach Möglichkeit mit natürlichen Mitteln wie Bachblüten oder Kräuter aus dem Garten. Brennnessel sei gut bei Gebärmutterproblemen wegen des hohen Mineralstoff- und Eisengehaltes, sagt Schleich. Der Besuch aus Peiting ist beeindruckt.
Nachwuchssorgen

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Noch stellt der Hühner-Nachwuchs für den Bio-Bauern Schleich ein Problem dar: Bio-Küken werden zwar von ihrem ersten Lebenstag an biologisch aufgezogen, sie stammen jedoch von konventionell gehaltenen Elterntieren ab. Wegen der starken Arbeitsteilung in der Geflügelwirtschaft haben die Bio-Bauern im Moment keine Möglichkeit, Elterntiere aus biologischer Herkunft zu bekommen, erklärt Schleich. Weltweit liege die Züchtung der Elterntiere in der Hand weniger Zuchtfirmen. Die züchteten die Tiere und lieferten die Eier an Brütereien, die die frisch geschlüpften Küken wiederum auch an die – biologisch wirtschaftenden – Aufzuchtbetriebe verkauften. Im Alter von 18 Wochen, wenn die Hennen legefähig sind, kommen sie auf den Bicklhof. Eine Bio-Junghenne kostet übrigens dreimal soviel wie eine konventionell aufgezogene Henne.
Die Eierproduktion

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Zweimal täglich werden die frisch gelegten Eier sortiert, erklärt Schleich. Dazu rollen sie vom Nestboden auf ein Förderband und werden vom Stall zum Sortiertisch transportiert. Beschädigte Eier werden von Hand aussortiert, die anderen werden automatisch gewogen, in Gewichtsklassen unterteilt und mit einem Herkunftsstempel versehen. Bei einer durchschnittlichen Legeleistung von 80 Prozent kommen auf dem Bicklhof am Tag dann rund 3.600 Eier zusammen.
Herausforderung Vermarktung

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Sich also selbst um den Absatz seiner Produkte zu kümmern, ist für Markus Schleich eine willkommene Herausforderung. „Es ist nicht immer einfach“, sagt Schleich. „Besonders, wenn große Abnehmer von heute auf morgen wegfallen.“ Dennoch möchte der Bio-Bauer von der Produktion bis zur Vermarktung alles in der eigenen Hand haben. Die Eier verkauft Schleich hauptsächlich an Naturkostläden in München und Umgebung. Zweimal in der Woche werden die Läden beliefert. In seinem kleinen Hofladen bietet Schleich darüber hinaus eigene Produkte direkt an. Neben den Eiern gibt es Wurstwaren, Honig und – auf Bestellung – Suppenhühner und Frischfleisch.
Veröffentlicht: 2006, Kontaktdaten aktualisiert
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Letzte Aktualisierung: 28.07.2006

