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Auf einen Blick

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Kartoffelfest auf dem Bioland-Hof Maage

Von Blauen Schweden und Bamberger Hörnchen

Auf 8 Hektar Land in Benthe in der Gemeinde Ronnenberg baut die Familie Maage Kartoffeln an. Zehn alte Sorten und sechs gängige haben die Maages im Angebot. Und wenn sich zur Ernte der späten Sorten im Herbst vor den Toren Hannovers alles um die Knolle dreht, ist es Zeit für das alljährliche Kartoffelfest auf dem Bioland-Hof. Denn hier, im direkten Kontakt mit den Kunden und Gästen, können Ulrike und Ernst-Friedrich Maage die Vielfalt ihrer Erdäpfel am Besten präsentieren.

Besucher des Hofes ernten ihre Kartoffeln selber
(c) Koordinationsstelle Demonstrationsbetriebe
 

Ein Fest mit vielen Attraktionen

Besucher des Kartoffelfestes beim Kartoffelschälen in geselliger Runde
(c) Koordinationsstelle Demonstrationsbetriebe

Dabei setzten Maages beim Fest im September zuallererst auf das haptische Erlebnis: Der Kartoffelschälwettbewerb forderte die Geschickten unter den Gästen heraus und Kinder konnten an der Kartoffel-Fühlkiste lernen, mit den Fingern verschiedene Kartoffelsorten voneinander zu unterscheiden. Wem das Lust auf mehr gemacht hatte, der konnte auch seinen Geschmackssinn einsetzen: Mit Kartoffelpuffern, Kartoffelsalat und gebackenen Kartoffelspalten gab es einen kleinen Teil der unzähligen Gerichte, die sich aus Kartoffeln machen lassen, auch zum Probieren. Und wer dann noch nicht genug hatte, konnte direkt auf das Feld und „seine“ Kartoffeln selbst ernten. Doch neben Erlebnissen für die Sinne boten Maages natürlich auch handfeste Informationen zu ihren Produkten.

Erster sein mit Frühkartoffeln

Präsentation des umfangreichen Kartoffelsortiments an einer langen Theke
(c) Koordinationsstelle Demonstrationsbetriebe

„Welche Kartoffeln sind eher mehlig?“, fragte eine Kundin. Ernst-Friedrich Maage war in seinem Element. Die gängigen Sorten wie die Afra oder Granola seien mehlig und von vielen Kunden besonders gefragt, erklärte er. Sorten wie Astoria, Linda, Nicola und Gloria hingegen seien vorwiegend festkochend. „Die Princess ist besonders festkochend“, sagte Maage. Gerade die Vielfalt der Geschmäcker seiner Kunden ist für Maage als Direktvermarkter besonders wichtig. So kann er mit seinem üppigen Angebot einen großen Kundenstamm bedienen. Wichtig ist für ihn außerdem, seinen Kunden besonders zeitig im Jahr Frühkartoffeln anbieten zu können. Seine Sorten Gloria und Nicola sind dafür besonders geeignet: Sie sind schon ab Juni reif.

Um das zu ermöglichen, greift Maage zu einem Trick: Das Pflanzgut wird bereits am Anfang des Jahres in Keimkisten künstlichem Licht ausgesetzt, sodass sich kräftige, dunkle Keime entwickeln. Ab Mitte März bis Anfang April werden die vorgekeimten Kartoffeln (wenn die Witterung es zulässt) dann in den Boden gepflanzt. Um die Wärme der ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr zu nutzen, werden die Flächen mit Lochfolie oder Vliesen abgedeckt. So kann Maage sein Ziel erreichen, im Calenberger Land möglichst immer der erste Anbieter von Bio-Frühkartoffeln zu sein. Übrigens kommen auch die späteren Sorten schon im vorgekeimten Stadium in die Erde, denn so haben sie einen Wachstumsvorsprung, der sie gegen Krankheiten wie etwa die Kraut- und Knollenfäule resistent macht.

Alte Kartoffelsorten im Angebot

Blaufleischige Kartoffeln der Sorte Blauer Schwede: aufgeschnittene Exemplare und ganze mit Schale
(c) Koordinationsstelle Demonstrationsbetriebe

Eine besondere Spezialität von Ernst-Friedrich Maage sind die alten Kartoffelsorten. Bei den ersten aus Südamerika um 1570 eingeführten Kartoffelsorten waren auch blaufleischige Knollen dabei. Solche heute seltenen Sorten haben Maages auch im Angebot. Beispielsweise den „Blauen Schweden“, der im Jahr 2006 „Kartoffel des Jahres“ in Niedersachsen geworden ist. Aber auch andere exotische Sorten wie Highland Burgundy Red und Pink Wonder gibt es in Benthe. Dazu Pink Fir Apple, die schon um 1850 in England gezüchtet wurden und in Deutschland unter dem Namen Tannenzapfen bekannter sind, und die Bamberger Hörnchen mit ihrer gelb-rosafarbenen Schale, die besonders festkochend und sehr beliebt als Salatkartoffeln sind. La Ratte, Flava und Rosval kommen aus Frankreich und die Mandelkartoffel hat ihren Namen nicht von ungefähr.

Unterschiedliche Konsumentenwünsche

Erzeugnisse des Bioland-Hofs Maage: Kartoffeln unterschiedlicher Sorten, Möhren, Kürbisse
(c) Koordinationsstelle Demonstrationsbetriebe

Mit dieser Sortenauswahl können Maages die unterschiedlichen Wünsche der Verbraucher bedienen: Festkochende Sorten sind gut geeignet für Salz- und Pellkartoffeln, Kartoffelsalat, Bratkartoffeln oder Pommes frites. Vorwiegend festkochende und mäßig mehlige Kartoffeln, die wegen ihres höheren Stärkegehaltes etwas lockerer sind, eignen sich darüber hinaus als Folienkartoffeln und für Gratins, Aufläufe, Eintöpfe und Kartoffelpuffer. Mehlige Sorten wie die Afra, die wegen des sehr hohen Stärkegehaltes beim Kochen aufbricht und körniger ist, lassen sich hervorragend zu Klößen, Püree, Eintöpfen und Suppen verarbeiten.

Und auf noch einen weiteren Kundenwunsch gehen Maages ein: Über den Winter eingekellert werden Kartoffeln heutzutage kaum mehr. Deshalb hält der Bioland-Hof für seine Kunden über den Winter gut 100 Tonnen Kartoffeln auf Lager. Die halten sich eine Weile – fast bis zum nächsten Kartoffelfest.

Veröffentlicht: 2006, Kontaktdaten aktualisiert

weitere Informationen, Kontaktdaten und Faltblatt

siehe Betriebsporträt

Letzte Aktualisierung: 13.03.2009

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