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Biolandhof und Käse-Manufaktur Hofer

Alois und Gerlinde Hofer
Blonhofener Str. 19
87662 Kaltental, Ortsteil Aufkirch
Telefon: 083 45/ 509
Fax: 08343-1793
info@hofer-manufaktur.de
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Klostergut Plankstetten

Frater Richard Schmidt
Klosterplatz 1
92334 Berching
Telefon: 084 62/ 90 66 94
Fax: 084 62/ 90 600 53
klostergut@kloster-plankstetten.de
Betriebsporträt
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Kommunikations-Designer Hendrik Haase

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Kunst und Käse

 

Nicht nur Käse, sondern auch Kunst stellen Gerlinde und Alois Hofer auf ihrem Milchviehbetrieb im Allgäu her. Mit ungewöhnlichen Aktionen schafft der Demonstrationsbetrieb Biolandhof Hofer immer wieder die Verbindung zwischen Landwirtschaft und Kunst - so auch mit der Fotoausstellung "Fremdbild - Wie Städter das Land sehen", die vom 7. Februar bis 7. März 2010 im Kloster Plankstetten zu besichtigen war.

Gäste auf Biolandhof Hofer. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Alois Hofer begrüßt die Gäste.
Foto: Koordinationsstelle Demonstrationsbetriebe

Tiefe, urige Alphorntöne empfingen die Besucher, die zur Ausstellungseröffnung am 7. Februar 2010 ins tief verschneite Kloster Plankstetten nach Berching in der Oberpfalz gekommen waren. Im hellen Ausstellungsraum unter dem Dach sprach zunächst der Prior-Administrator der Benediktiner-Abtei Plankstetten, Beda Maria Sonnenberg, ein Grußwort und gab das Wort dann an  den Geschäftsführer von Bioland Bayern, Joseph Wetzstein, weiter. Die Ausstellung "Fremdbild" wurde im Rahmen der traditionellen Bioland-Wintertagung gezeigt, die alljährlich in Plankstetten stattfindet und in diesem Jahr rund 500 Teilnehmer anzog.

Porträt der Kuh Marie. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Die blonden Wimpern von Kuh Marie haben es den Städtern angetan.
Foto: Hendrik Haase

In seiner Einführung stellte Biolandwirt Alois Hofer dar, worum es ihm geht: "Fremdbild - Wie Städter das Land sehen" präsentiert ungewöhnliche Blickwinkel, Stimmungsbilder und subjektive Eindrücke verschiedener Menschen. Die Impressionen erzählen Geschichten und laden zu Diskussionen über den Blick auf das Land ein. Die Ausstellung schafft auch Verbindungen zwischen Stadt und Land.

Für Hofer ist es wichtig, den Unterschied und die Gemeinsamkeit zwischen Selbstbild und Fremdbild wahrzunehmen. Ein Beispiel dafür ist das Bild von Hofers Kuh "Marie", die auch als Motiv auf dem  Ausstellungsplakat zu sehen ist. Außenstehenden Betrachtern fallen an Marie besonders ihre blonden Wimpern auf - für Alois Hofer sind diese weniger wichtig: Er freut sich vor allem, wenn Marie wieder trächtig geworden ist.

Verbindung schaffen

Drei Fotos vom Käse. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Die Bilder des Food-Fotografen Stefan Abtmeyer zeigen, dass ein Biokäse kein schmückendes Beiwerk braucht, um Landleben spürbar zu machen.
Foto: Koordinationsstelle Demonstrationsbetriebe

Angefangen hat alles mit einem Kuhfladen. Den nämlich hatte eine Waldorfschülerin fotografiert, als sie auf dem Biolandhof von Gerlinde und Alois Hofer ihr Praktikum absolvierte. Alois Hofer fand nicht nur das Foto interessant, sondern auch die Frage, welche Bilder Menschen, die in der Stadt leben, von der Landwirtschaft im Kopf haben. So machte er kurzerhand ein Projekt daraus.

Um den Blick von Städtern auf das Land einzufangen, BAT er zwei Jahre lang immer wieder Stadt-Bewohner, eine Weile auf seinem Hof zu verbringen und Fotos zu  machen. Menschen, die er oft zufällig auf Messen oder Reisen kennen gelernt hatte. Menschen, die mit Fotografie oder Kunst zu tun haben, wie zum Beispiel die Schmuckdesignerin Barbara Kranz aus Berlin, die Schülerinnen Lotte von Bremen und Katharina Häfele aus München sowie den Food-Fotografen Stefan Abtmeyer aus Berlin, der auch für Slow Food fotografiert. Über 1.000 Bilder haben die Hofers auf diese Weise gesammelt: digital und analog, vom Schnappschuss bis zur Werbefotografie.

Einen Teil dieser Sammlung zeigt die Ausstellung "Fremdbild - Wie Städter das Land sehen". Sie wurde 2009 erstmals im Rahmen der Allgäuer Herbstmilchtage und der Öko-Erlebnistage in den Räumen der VHS Kaufbeuren/ Ostallgäu präsentiert. Für die Ausstellung hat die Familie Hofer aus ihrem umfangreichen Fundus Bilder von acht Künstlerinnen und Künstlern zusammengestellt:

  • Stefan Abtmeyer, Food-Fotograf, Berlin
  • Hendrik Haase, Kommunikations-Designer, Halle an der Saale
  • Guido Naschert, Philosophiehistoriker, Gotha
  • Volker Kapp, Digitaler Archivar, Berlin
  • Barbara Kranz, Schmuckdesignerin, Berlin
  • Kathi Häfele und Lotte von Bremen, Waldorfschülerinnen, München
  • Daniel Hofer, Kunststudent, Halle an der Saale
Hofer und Hasse mit Käse. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Käse trifft Kunst: Alois Hofer (rechts) schickte Hendrik Haase mit Käse Alex zur Biennale nach Venedig.
Foto: Koordinationsstelle Demonstrationsbetriebe

Hendrik Haase, einer der Künstler, umrahmte auch die Ausstellungseröffnung in Plankstetten. Der frisch gebackene Diplom-Kommunikations-Designer arbeitet freischaffend im Bereich Performance, Theater und der Bildenden Kunst.

Er ist seit 2007 Stipendiat des Deutschen Volkes und Gewinner des Amnesty International Design-Wettbewerbs 2008. Im Mittelpunkt seiner kleinen Performance in Plankstetten stand eine ganz besondere Geschichte, die ihn mit Biolandwirt Hofer verbindet.

Biokäse als Kunstobjekt

Bilder von dem Käse in Venedig. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Käse Alex in Venedig
Foto: Koordinationsstelle Demonstrationsbetriebe

Vom 18. bis zum 22. September 2009 besuchte der Künstler Hendrik Haase aus Halle zusammen mit einem Bergkäse aus Hofers Manufaktur die 53. Kunstausstellung Biennale in Venedig. Der vom Landwirt als "Alex" getaufte (Allgäuer Express-)Käse reiste als ganzer Laib zusammen mit dem Künstler vier Tage auf die international bedeutende Kunstschau in Italien.

So wie die Besucher der Biennale auch, ließ sich "Alex" zusammen mit den Kunstwerken ablichten. Dabei sorgte der "käsige" Besucher für einigen Wirbel unter Ausstellungswärtern und Kunstgenießern: Während sich der intensive Geruch des Käses in den Ausstellungsräumen verbreitete, wurde vom internationalen Publikum immer wieder die Frage diskutiert, was hier Kunst und was Käse sei. Im Ausstellungskatalog war "Alex" jedenfalls nicht verzeichnet, wie die Besucher irritiert feststellten...

Neben der Ausstellung im Deutschen Pavillon, in dem "Alex" auf die "Küchenkatze" im Werk Liam Gillicks traf, besuchte der Käse unter anderem die Ausstellungen in den Pavillons von Mexiko, Österreich, Dänemark und Norwegen. Zusammen mit seinem Begleiter nahm er überdies an verschiedenen Führungen und Vorträgen teil. Anschließende durfte er noch die schönsten Ecken Venedigs besichtigen, was ebenfalls in zahlreichen Urlaubsfotos dokumentiert wurde.

Biolandhof Hofer

Bilder in der Ausstellung. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Bilder vom Landleben wie Städter es sehen.
Foto: Koordinationsstelle Demonstrationsbetriebe

"Fremdbild" ist nicht das erste Projekt von Alois und Gerlinde Hofer. Das Betriebsleiterehepaar mit Kunstsinn steckt voller Ideen - inspiriert vom Leben und Arbeiten auf ihrem Hof im hügeligen Ostallgäuer Alpenvorland, circa 80 Kilometer von München entfernt. Um nachhaltigen Landbau für Mensch und Natur zu betreiben, stellten sie ihren Betrieb 1990 auf Ökologische Landwirtschaft nach Bioland-Richtlinien um. 1993 entstand der Hofladen mit Vollsortiment, im Jahr darauf die Hofkäserei.

Die Milch für den Käse stammt von 40 Braunvieh- und Fleckviehkühen, die während des ganzen Sommers auf Kräuterwiesen weiden, umgeben von Hecken und Streuobstbäumen. Die Hofers produzieren Kuhmilch-Mozzarella, 12 oder 24 Monate lang gereiften Bergkäse, Butterkäse oder Goldbergkäse. Alle Käsesorten sind ohne künstliche Zusätze, handwerklich und aus silofreier Milch hergestellt.

Seit Januar 2009 ist der Biolandhof Hofer Mitglied im Netzwerk der Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau. Wie übrigens auch das Klostergut Plankstetten, das die selbst erzeugte Bioprodukte in der Klosterschenke zu köstlichen Gerichten verarbeitet und einen Kloster-Hofladen betreibt.

Wer den Biolandhof Hofer oder das Klostergut Plankstetten besuchen möchte, ist jederzeit dazu eingeladen. Alle, die an der Ausstellung "Fremdbild" interessiert sind, können sich über eine gute Nachricht freuen: die Ausstellung wird im Laufe des Jahres 2010 noch einmal in anderem Rahmen gezeigt. Alle Infos und Termine dazu erfahren Sie direkt bei Herrn Hofer.

Autorinnen: Juliane Löwen und Verena Uhlig

Letzte Aktualisierung: 05.05.2010

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