Lämmerhof: Auszeichnung für tiergerechte Haltung
Kürbis und Körner im Offenstall: Tiergerechte Haltung auf dem Lämmerhof
Den Landeswettbewerb "Tiergerechte Haltung" vom schleswig-holsteinischen Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume und der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche gibt es seit 1993. Bis zu drei Betriebe mit vorbildlichen Haltungsformen für verschiedene Tierarten werden dabei jedes Jahr ausgezeichnet. In diesem Jahr hat der Lämmerhof in Panten den Preis für seine artgerechte Schweinehaltung bekommen.

- (c) Koordinationsstelle Demonstrationsbetriebe
Das "Rezept" von Lämmerhof-Betriebsleiter Detlef Hack klingt zunächst einfach: Man habe den Tieren einen Stall mit viel Platz gegeben, die Buchten mit Stroh eingestreut und die umliegende Hauskoppel als Auslauf eingezäunt. Fertig. Fertig? Für seine interessierten Besucher auf dem Lämmerhof musste Hack doch noch mehr ins Detail gehen. Denn der stellvertretende schleswig-holsteinische Landwirtschafts-Staatssekretär Hans-Joachim Pieper, der Probst der Nordelbischen Kirche, Peter Godzik, die ihm und Ute Thode die Urkunde und 1000 Euro Preisgeld überreicht hatten, wollten gerne mehr wissen. Und die Gäste bei der Preisverleihung natürlich auch.
Vitaminreiche Kost und frische Luft im Offenstall

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So erfuhren sie alle, dass die Schweinehaltung seit fünf Jahren ein kleiner, aber wichtiger Betriebszweig auf dem Lämmerhof ist. Die vier Hektar, die dafür zur Verfügung stehen, haben Detlef Hack und Ute Thode in vier Parzellen aufgeteilt, davon drei für die Schweine. Die vierte Parzelle beherbergt eine kleine Kürbisplantage. Die Nährstoffe des als Dünger verwendeten Schweinekots tragen hier zu einer üppigen Kürbisernte bei. Nach der Ernte dürfen die Schweine auch hier wühlen und sich suhlen.

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Stolz ist Hack auf seinen Offenstall, den er gemeinsam mit dem Ökoring Schleswig-Holstein konzipiert hat. Der Stall ist mit einer Holzständerkonstruktion ausgerüstet, sein Grasdach sorgt auch im Sommer für ein angenehmes Stallklima. Zudem gliedert er sich gut in die Landschaft ein: Die Holzbauweise und das grüne Dach, eingegrenzt von Hecken und heranwachsenden Bäumen, unter denen die Tiere bald Eicheln knabbern können, machen ihn zu einem attraktiven Blickfang.
Ökologisches Futter aus hofeigener Silage, Gemüseresten und Schrot ist für die Schweine auf dem Lämmerhof eine Selbstverständlichkeit. Sie verwerten so die Reste aus dem Getreideanbau: Bruch- und zu kleine Körner, Unkrautsamen und für die Bäckerei untaugliches Getreide. Der Gemüseanbau des Hofes profitiert dadurch, dass die Schweine außerdem Salatreste, fehlerhafte Gurken, Tomaten und die Kürbisse fressen. Das liefert im Ergebnis hochwertigen Dünger – und die Schweine freuen sich jedes Mal über die frische Zusatzkost.
Beste Qualität ist zukunftsweisend

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So viel Freiheit und "Zwei-Gänge-Menüs" wirken sich natürlich positiv auf die Qualität des Schweinefleisches vom Lämmerhof aus: "Von Stress-Symptomen oder Mängeln keine Spur" , sagte Heiner Fricke, Bioland-Schlachtermeister aus Hamburg und bekannt in der Gourmet-Szene der Fleischkenner. Er kauft dem Lämmerhof jedes Jahr 200 Schweine ab. "Das Fleisch ist von fester Konsistenz, gut marmoriert und es behält beim Braten seine Größe. Ich bin sehr zufrieden."
Seit 17 Jahren wirtschaftet Detlef Hack auf dem Lämmerhof ökologisch nach den Richtlinien von Demeter. Schwerpunkt ist der Ackerbau auf rund 300 Hektar Fläche. Daneben werden 20 Mutterkühe und 30 Mutterschafe gehalten, Fruchtgemüse angebaut und ein Naturkostladen in Mannhagen betrieben. Mehr als genug Arbeit für die zehn Mitarbeiter des Hofes. "Zukunftsweisend" findet der Bio-Bauer seinen Betrieb – und lud nach dem Rundgang schließlich alle Gäste zur Feier des Tages ein. Zum Spanferkel-Essen, versteht sich.
Veröffentlicht: 2006, Kontaktdaten aktualisiert
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Letzte Aktualisierung: 13.03.2009

