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Auf einen Blick

 

weitere Demonstrationsbetriebe

Demo-Spezial

Schulklasse legt Streuobstwiese auf Demonstrationsbetrieb an - Öko-Landwirtschaft fördert Artenvielfalt

Ehepaar vor Stalltür
Betriebsleiter Maria und Detert Brummer-Bange

Die Klasse 3b der Grundschule in Ankum (Niedersachsen) erlebte einen ganz besonderen Schultag: Auf dem Demonstrationsbetrieb und Biolandhof der Familie Brummer-Bange in Ankum sollte eine Streuobstwiese angelegt werden. Und da war tatkräftige Unterstützung gefragt! Familie Brummer-Bange und Birgit Petersen, Naturschutzberaterin beim Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN) hatten diese Aktion organisiert. Die 18 Apfel- und Birnenbäumchen sind allesamt alte Sorten wie der „Finkenwerder Herbstprinz“ oder die Birne „Gute Luise von Avranches“. Unterstützt wurde die Aktion von der Bioland Baumschule Aloys Pöhler, ebenfalls Demonstrationsbetrieb.

Naturschutzberaterin zeigt Kindern die Veredelungsstelle am Obstbaum.
Wo ist die Veredelungstelle?

Das Anlegen dieser Streuobstwiese auf dem landwirtschaftlichen Betrieb ist ein gutes Beispiel, wie landwirtschaftliche Interessen und Naturschutz verknüpft werden können.

Früher waren Streuobstwiesen häufig. Sie dienten sowohl vielen Tieren als Lebensraum als auch den Menschen zur Obsternte. Durch die Entwicklung hin zu einer immer intensiveren Landwirtschaft störten die Bäume, so dass immer mehr Streuobstwiesen verschwanden. Heute denken viele Betriebe anders und finden Lösungen, um solche Flächen wieder in ihren Betrieb zu integrieren. Bei Brummer-Banges sollen auf der 0,7 ha großen Fläche weitere Obstbäume folgen und zusätzlich noch ein Gewässer angelegt werden. Die Bäumchen werden durch einen Zaun geschützt, um die Fläche als Kuhweide nutzen zu können. Das Obst der schmackhaften alten Obstsorten wird im Hofladen verkauft.

Gut ausgerüstet, mit Gummistiefeln und Spaten ging es für die Schüler zunächst mit einem bisschen Theorieunterricht auf der Wiese los. „Welche Tiere leben auf Streuobstwiesen? Was bedeutet veredeln?“, fragte Birgit Petersen, die auch Anschauungsmaterial dabei hatte. Die Schülerinnen und Schüler erwiesen sich als sehr gut vorbereitet.

Tiere in der Streuobstwiese: Igel, Wendehals, Spitzmaus und Spinnerraupe
 

Das Thema „Lebensraum Streuobstwiese“ war zuvor in mehreren Unterrichtsstunden mit Frau Albrecht, der Klassenlehrerin behandelt worden. 5.000 verschiedene Pflanzen- und Tierarten können auf einer Streuobstwiese vorkommen. Siebenschläfer, Igel sowie Erdkröten und Grasfrösche finden dort ebenso einen Lebensraum wie Steinkauz und Wendehals sowie viele Singvogelarten (z. B. Gartenrotschwanz, Trauerschnäpper). Ein ideales Biotop ist die Streuobstwiese für den Admiral. Dieser Schmetterling ernährt sich von gärenden Früchten. Flechten und Moose besiedeln die Baumstämme. Durch lichte und schattige Bereiche sowie feuchte Stellen ist die Vielfalt an Grünlandpflanzen und Wildkräutern hoch.

 

Kinder haben einen Baum gepflanz.
Der Baum steht.

Endlich durften die Spaten geschwungen werden! In Vierer-Teams und mit ein wenig Unterstützung von Maria und Detert Brummer-Bange sowie Mitarbeitern des Hofes wurden die Löcher für die Bäume gegraben. Dann war der Betriebsleiter gefragt, denn für jeden Baum musste ein Pfahl zum Anbinden in das Loch geschlagen werden. Nun konnte das Bäumchen kommen, das Loch wurde wieder mit Erde gefüllt und der Baum an den Pfahl gebunden.

zwei Kühe in Streuobstwiese
Streuobstwiese in Süddeutschland
(c) BLE, Bonn/ T. Stephan

Nach der Arbeit gab es ein leckeres Bio-Frühstück, das Maria Brummer-Bange und ihre Mitarbeiterin vorbereitet hatte. Und natürlich durften die Kinder zu den Tieren: Den schwarzbunten Milchkühen und Kälbern, den Hühnern im mobilen Hühnerstall und zu den zwei weißen Ziegen. Auch der Hofhund und die Kaninchen waren Anziehungspunkte für die Kinder.

Trubel auf dem Hof sind die Brummer-Banges gewohnt: Gerne führen sie Gruppen über ihren vielseitigen Hof und geben einen Einblick in die ökologische Wirtschaftsweise. Eine Besonderheit ist, dass der Hof Bio-Vorzugsmilch produziert. Vorzugsmilch ist naturbelassen und enthält damit noch alle natürlichen Inhalts- und Geschmacksstoffe. Den unverwechselbaren Charakter dieser Milch schmeckt man schon beim ersten Schluck. Bei Brummer-Banges wird in einer mobilen Käserei ein Teil der Vorzugsmilch zu Rohmilchkäse verarbeitet, der im Hofladen verkauft wird.

 

Bio-Vorzugsmilch – besser geht´s nicht

Glas Milch

Vorzugsmilch ist die einzige Milch, die in rohem Zustand in den Verkehr gebracht wird. Sie wird nach dem Melken nur gefiltert und gekühlt. „Normale“ Trinkmilch hingegen wird zur Keimreduzierung auf über 70 °C erhitzt (= pasteurisiert), die natürlich vorkommenden Fettkügelchen werden durch das Verfahren des Homogenisierens zerkleinert (verhindert das „Aufrahmen“) und der Fettgehalt wir auf 3,5% oder 1,5 % eingestellt. Dabei werden wertvolle Inhaltsstoffe verändert oder gehen verloren. In der Rohmilch sind alle Bestandteile der Milch (auch Vitamine, Wirk- und Geschmacksstoffe) in unveränderter Mischung vorhanden und tragen so zu einem besonderen Geschmackserlebnis bei. Diese Milch hat einen vollen, aromatischen Geschmack und ist von hoher biologischer Wertigkeit für die Ernährung.

Nur 80 Vorzugsmilcherzeuger in Deutschland

An die Vorzugsmilch und an die Produktion auf dem landwirtschaftlichen Betrieb werden besonders hohe Anforderungen gestellt. Diese betreffen z.B. den Gesundheitszustand der Kühe, die Melkhygiene, Kühlung, Verpackung und natürlich das Endprodukt, die Vorzugsmilch. Erzeugerbetriebe müssen von der zuständigen Veterinärbehörde zugelassen sein. Monatlich werden die Kühe tierärztlich untersucht. Labortechnische Kontrollen der Milch vor Ort erfolgen von jeder Kuh und vom abgefüllten Produkt. Diese kontinuierliche Überwachung garantiert die besondere Qualität. Bei Vorzugsmilch vom Bio-Hof werden darüber hinaus die Bio-Richtlinien eingehalten: Die Kühe werden artgerecht gehalten und mit Bio-Futter, vorwiegend vom eigenen Hof gefüttert.

Autoren: Susanne Plaumann und Alois Sporer

Letzte Aktualisierung: 25.01.2008

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