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Auf einen Blick

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Adressliste

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Demo-Spezial

Schafskäsespezialitäten aus Schleswig-Holstein – die Friesische Schafskäserei stellt ihren Betrieb gerne Besuchern vor

Schafskäse aus eigener ökologischer Milchschafhaltung, handwerklich und mit viel Sorgfalt und Liebe hergestellt, ist eine besondere Delikatesse. Es gibt nicht viele Biobetriebe in Deutschland, die Milchschafe halten, melken und deren Milch selber verarbeiten. Ein solcher Bioland-Hof befindet sich im nordfriesischen Tetenbüll, nahe des Nordseebads Sankt Peter-Ording. Redlef Volquardsen hat hier nach Übernahme des elterlichen Betriebes gemeinsam mit seiner Frau Monika eine Herde von heute etwa 120 Ostfriesischen Milchschafen aufgebaut. Seit Anfang 2009 ist der Hof der Volquardsens einer von 214 Demonstrationsbetrieben Ökologischer Landbau.

Heute, an einem Freitag im Juni um kurz vor 15 Uhr, biegt ein Auto nach dem anderen auf den sonst so beschaulichen Hof. Vater Sönnich Volquardsen steht an der Einfahrt und weist die Gäste zum Parken auf eine trockene Wiese. Ziel der Besucher ist die Betriebsführung, die von Mai bis Oktober regelmäßig dienstags und freitags angeboten wird. Bei diesen Terminen ist die ganze Familie in Aktion: Redlefs Mutter Maike kümmert sich um die einjährige Enkelin Klara, während Redlef und Monika entscheiden, dass die Gruppe heute in zwei parallele Erwachsenengruppen und eine Kindergruppe geteilt werden soll. Um die 70 Besucher haben sich jetzt auf dem Hof versammelt, viele davon Urlauber aus den nahen Nordseebädern. Käsereimitarbeiter Arkaitz, der die Kindergruppe übernimmt, zieht schon einmal mit seinen Schützlingen los auf die Schafweide.

Monika Volquardsen steht auf Stuhl vor Publikum - Bildvergrößerung per Klick
Kurze Einführung im Garten Fotos (3): W. Koppe

Monika Volquardsen erklärt den Gästen unterdessen im Garten kurz den Werdegang des Betriebes. 2003 haben sie und ihr Mann Redlef den Bioland-Betrieb von Redlefs Eltern übernommen und von einem Rindermast- zu einem Milchschafbetrieb umgebaut. 120 Milchschafe der Rasse „Ostfriesisches Milchschaf“ und deren Nachzucht gehören heute zum Hof. In der kleinen Käserei wird ausschließlich die Milch der eigenen Tiere verarbeitet. Die Vermarktung der Käsespezialitäten erfolgt vorwiegend im kleinen Hofladen, ist aber auch in Bio- und Bauernläden in den umliegenden Touristenorten zu finden.

Dann machen sich auch die Erwachsenengruppen auf zu den Stationen Schafweide, Melkstand und Käserei. Monika und Redlef Volquardsen werden dabei nicht müde, ihren Gästen die ökologische Milchschafhaltung und Käseherstellung anschaulich zu erklären.

Menschen stehen um Schafe - Bildvergößerung bei Klick
Besucher umgeben von Schafen Foto: W. Koppe

Beim Besuch auf der Weide beeindruckt besonders, wie zutraulich die Schafe sind. Für viele Besucher erstaunlich, kennen sie doch meist die Fleischschafe, die hier in Nordfriesland überall auf den Deichen weiden und sehr scheu sind. Volquardsens Schafe sind unter anderem durch das Melken an Menschen gewöhnt und lassen sich auch gerne streicheln. Die Besuchergruppe, die sich während der Führung inmitten der Schafherde befindet, sorgt jedenfalls für wenig Aufregung. Groß und feingliedrig, mit guter Milchleistung und Fruchtbarkeit, sei das Ostfriesische Milchschaf, erklärt Monika Volquardsen. Erkennbar unter anderem auch an dem langen Schwanz, auf dem keine Wolle wächst. „Wie alt werden die Schafe?“, „Was passiert mit den Lämmern?“ und „Wie behandeln Bio-Bauern, wenn ein Schaf mal krank wird?“ diese und viele andere Fragen stellen die Besucher heute.

Besuchergruppe im Melkstand - Bildvergößerung bei Klick
Im Melkstand

Im Melkstand, der nächsten Station, sieht es ähnlich aus wie in einem Melkstand für Kühe, nur alles viel kleiner. Da Schafe nur zwei Zitzen haben, ist das Melkgeschirr etwas anders. „Wir melken von März bis Oktober zweimal täglich. Das dauert mit zwei Personen ca. 90 Minuten. Etwa 1,5 Liter gibt ein Milchschaf pro Tag“, erläutert die Betriebsleiterin. „Die Milch wird noch im Melkstand gefiltert und fließt dann über ein Rohr direkt in die nur wenige Meter entfernte Käserei“.

Frau mit Käsebruch - Bildvergrößerung per Klick
Die Käseherstellung erfordert viel Handarbeit Fotos (2): Volquardsen

In den Verarbeitungsraum darf aus hygienische Gründen kein Besucher. Dafür haben Volquardsens aber ein großes Fenster zum Hineingucken eingebaut. Alle zwei Tage wird dort während der Melkperiode gekäst.

Auch hier steht wieder die Betriebsleiterin sowie seit einigen Wochen ein Käsereimitarbeiter am Bottich. „Wir pasteurisieren unsere Milch, dann wird sie gesäuert und mit Hilfe von Lab dickgelegt. Die angedickte Milch wird mit der Käseharfe geschnitten, damit man später die Molke abtrennen kann“, erklärt Monika Volquardsen den Besuchern. Sie erläutert auch die weiteren Schritte, wie handwerklich und mit viel Sorgfalt und Liebe aus der Milch die verschiedenen Käsespezialitäten des Hofes entstehen. Den Abschluss des Rundganges bildet der Blick in den Reifekeller. Hier lagern die Käse bei hoher Luftfeuchtigkeit und konstanter Temperatur unterschiedlich lange. Dabei werden sie täglich gepflegt: Wischen, Wenden und je nach Sorte mit den Kellerbakterien geschmiert. „So viel Handarbeit!“, staunt eine Besucherin.

Mann präsentiert Besuchergruppe einen Käselaib - Bildvergrößerung auf Klick
Redlef Volquardsen bei der Käseverkostung

Als letztes Highlight des Nachmittags bieten Volquardsens ihren Gästen eine Verkostung der verschiedenen Käse an. Heute findet diese ganz idyllisch unter den alten hohen Bäumen im Garten statt. Und auch die Kindergruppe stößt wieder zu den anderen. Auf die Frage, was denn am besten gefallen hat, gibt es bei den Kindern eine eindeutige Antwort: „Ganz klar, die Schafe streicheln und füttern!“.

Ein Ehepaar aus Herford beeindruckte besonders das Engagement, die Überzeugung und Liebe für ihr Tun der Betriebsleiter. „Und die Führung hat hoffentlich vielen Teilnehmern gezeigt, dass gute Produkte ihren Preis haben müssen“, so die Herforderin, die bereits überzeugte Bio-Kundin ist.

Der Demonstrationsbetrieb Volquardsen ist ein tolles Beispiel dafür, wie Verbrauchern die Beziehung zwischen dem fertigen Produkt und den Menschen, die es herstellen sowie den Tieren, von denen die Rohstoffe stammen, nähergebracht werden kann.

Mehr Informationen finden Sie im Betriebsporträt der Friesischen Schafskäserei.

Kontakt

Monika und Redlef Volquardsen
Kirchdeich 8
25882 Tetenbüll
Tel.: 04862-348

externer Link folgtwww.friesische-schafskaeserei.de

Autorin: Wiebke Koppe

Letzte Aktualisierung: 19.06.2009

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