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Überblick Milch und Milchprodukte

Frische Milch wird in einen Becher geschüttet
Biomilch hat eine große Fan-Gemeinde.
(c) BLE, Bonn;

Die Qualität macht's: Biomilch schmeckt besser. Davon sind nicht nur Biobauern und die Anbieterfirmen überzeugt. Milch aus dem Ökolandbau hat eine große Fan-Gemeinde.

Der Grund für den guten Geschmack liegt in erster Linie in der Tierhaltung: Biokühe haben Auslauf ins Freie, manche Herden sind den Sommer über auf der Weide, bekommen also frisches Gras und viel frische Luft. Im Winter fressen sie hofeigenes Futter - Heu, Kleegras oder Silage. Nicht verfüttert werden dürfen konventionelle industrielle Fertigmischungen.

Außer frischer Milch gibt es Butter und Sahne, Quark und Joghurt, Molke und Buttermilch und sogar die einschlägigen Käsesorten in Bioqualität. Nach Vorzugsmilch, Rohmilchkäse und anderen Spezialitäten fragen Sie am besten im Naturkost- oder Molkerei-Fachgeschäft.

Gute Fette in der Ökomilch

Im Hinblick auf die Fettsäurenzusammensetzung ist Biomilch gegenüber Milch aus konventioneller Tierhaltung klar im Vorteil, so das Ergebnis einer Studie an der Universität Kassel im Auftrag der Umweltorganisation Greenpeace aus dem Juni 2006. Der Anteil an gesundheitlich besonders wertvollen Fettsäuren wurde in verschiedenen Milchproben aus dem Handel untersucht. Vor allem der Gehalt der essenziellen Omega-3-Fettsäuren und der Konjugierten Linolsäuren (CLA) ist in Biomilch erheblich höher als in konventioneller Milch. Die höheren Werte sind sowohl der Fütterung als auch der Haltung der Ökomilchkühe zu verdanken. Während in der konventionellen Milchviehwirtschaft die Verfütterung von Mais und Kraftfutter üblich ist, versorgen sich Ökokühe mit großen Mengen an frischem Grünfutter, das sie auf den Flächen finden, auf denen fast ganzjährig sie weiden. Grünfutter ist besonders reich an Linolsäure, dem Ausgangsprodukt für die CLA-Bildung. Sie entsteht unter dem Einfluss von Enzymen im Pansen von Wiederkäuern und auch unter Wärmeeinwirkung bei der Verarbeitung von Lebensmitteln (zum Beispiel bei der Pasteurisation von Milch). CLA kommen vor allem im Fett von Wiederkäuern vor, zum Beispiel in Milch und Fleisch. Frisches Gras, Kräuter und Klee lassen den Gehalt an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren in der Milch ansteigen. Das verbessert nicht nur die Streichfähigkeit der daraus gewonnenen Butter, es ist auch gesundheitlich bedeutsam. Beispielsweise können sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen, erhöhte Cholesterinspiegel senken und bieten einen gewissen Schutz vor Krebserkrankungen. Die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren und CLA mit der Nahrung ließe sich also durch Milch und Milchprodukte aus ökologischer Erzeugung deutlich steigern.

Alternativen zu Kuhmilch

Ostfriesische Milchschafe
Wer keine Kuhmilch verträgt, kann auf die Milch von Schaf und Ziege umsteigen.
(c) BLE, Bonn

Schaf- und Ziegenmilch unterscheiden sich geschmacklich wenig von der Kuhmilch. Schafmilch ist etwas süßer, Ziegenmilch etwas würziger.

Doch bei den Inhaltsstoffen sind die Unterschiede durchaus groß. Vor allem ist bei beiden das Milchfett leichter verdaulich und die Eiweißzusammensetzung deutlich anders. Deshalb sind Schaf- wie Ziegenmilch in vielen Fällen Alternativen für Menschen, die Kuhmilch nicht vertragen.

 

Letzte Aktualisierung: 27.09.2011

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