Weiterführende Informationen
Ratgeber und Einkaufsführer für nachhaltigen Fischgenuss

- Unbelasteter Fischgenuss: Viele Fischarten gibt es mittlerweile aus ökologischer Aquakultur.
Foto: T. Stephan
Fisch ist hierzulande das ganze Jahr über erhältlich. Aber es gibt saisonale Feinheiten, denn einige Fische schmecken zu bestimmten Jahreszeiten einfach besser. So hat es sich eingebürgert, dass Scholle und Matjes im Frühsommer gerne gegessen werden, während Zander im Herbst und Lachs im Winter beliebt sind. Geschmacksintensive Fische, wie Dorade oder Schellfisch, passen gut zur deftigen Kost in der kalten Jahreszeit. Der Karpfen wird traditionell zum Weihnachts- oder Silvestermenü serviert – obwohl ihm für den Herbst direkt nach dem Abfischen die beste Qualität zugesprochen wird.
Für viele Verbraucherinnen und Verbraucher gehört Fisch zu einem festlichen Essen. Und die nächsten Festtage stehen gewissermaßen schon vor der Tür. Doch gerade beim Thema Fischkonsum sorgen kontroverse Empfehlungen für Verunsicherung: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät dazu, wöchentlich ein bis zwei Seefisch-Mahlzeiten zu verzehren. Die Umweltorganisation Greenpeace meint: "Essen Sie seltener Fisch, diesen aber bewusster!" Und die WWF-Fischereiexpertin Catherine Zucco gibt zu bedenken: "Fisch ist ein gesundes und beliebtes Lebensmittel. Doch leider richten einige Fangmethoden im Meer massive Schäden an. Aufgrund der weltweiten Plünderung der Ozeane hat es für viele Fischbestände längst fünf vor zwölf geschlagen."
Was nun: Doch wieder Würstchen mit Kartoffelsalat zu Weihnachten? Auf Fisch braucht niemand zu verzichten, der ihn verantwortungsvoll konsumiert. Orientierung geben verschiedene Ratgeber und Einkaufsführer. Ökoanbauverbände, Umweltschutzorganisationen und Zertifizierungsorgane informieren über den Zustand der Fischbestände, Aufzucht- und Fangbedingungen und über die Kennzeichnung und Einkaufsmöglichkeiten von empfehlenswerter Ware. Sie sind eine wertvolle Hilfe bei der Entscheidung für Fischgenuss ohne Reue – nicht nur zu den Festtagen.
Woran erkennt man den "richtigen" Fisch?

- Das EU-Bio-Logo ist das EU-weit verpflichtende Erkennungszeichen für Ökolebensmittel. Es ist auch auf Ökofisch zu finden.
Biofische und Fische aus nachhaltigem Fischfang sind eine gute Wahl, wenn Sie einen Beitrag zur Sicherung der Fischbestände jetzt und in der Zukunft leisten möchten.
Biofische stammen aus ökologischer Aquakultur, also aus Teichanlagen und Netzgehegen, die spezifische Anforderungen an Tier-, Natur- und Umweltschutz erfüllen. In den EG-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau sind die gesetzlichen Mindestanforderungen festgeschrieben. Fische und Meeresfrüchte, die gemäß den Richtlinien der Ökoaquakultur erzeugt wurden, dürfen mit dem EU-Bio-Logo und dem Bio-Siegel gekennzeichnet werden.
Das Warenzeichen eines Ökoanbauverbandes können Ökofischprodukte tragen, wenn die jeweiligen Verbandsrichtlinien erfüllt sind. Diese gehen in manchen Gesichtspunkten über die EG-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau hinaus. Bereits lange vor der Verabschiedung der so genannten Durchführungsbestimmungen zur ökologischen Aquakulturkultur durch die EU-Kommission im Juni 2009 hatten einige der deutschen Ökoanbauverbände (Naturland, Bioland, Demeter und Biokreis) eigene Standards für die biologische Fischhaltung entwickelt.
Naturland etwa hat als Vorreiter der ökologischen Aquakultur hat bereits Mitte der 1990er-Jahre Richtlinien für eine ökologische Aquakultur ausgearbeitet. Naturland-zertifizierte Fische und Meeresfrüchte kommen nicht nur aus Deutschland, sondern zum Beispiel auch aus Irland, Vietnam, Israel und Ecuador. Der Verband informiert Verbraucher zur ökologischen Aquakultur und zu ausgewählten Fischarten. Auf der
Internetseite von Naturland stehen verschiedene Broschüren zum Herunterladen bereit (Publikationen > Fisch & Meeresfrüchte).

- Fisch aus nachhaltigem Fischfang ist mit dem MSC-Logo gekennzeichnet.
(c) MSC
Derzeit gibt es in 68 Ländern über 6.000 Produkte mit dem Siegel des Marine Stewardship Council (MSC), dem in Deutschland bekanntesten Logo für Fisch aus nachhaltigem Fischfang. Laut Umfrageergebnissen des MSC von Juli 2010 kennt inzwischen mehr als jeder dritte Erwachsene in Deutschland das blau-weiße Umweltsiegel und bringt es mit nachhaltigem Fischfang in Verbindung.
In Deutschland waren laut Meldung des MSC im September 2010 über 1.600 MSC-gekennzeichnete Fischprodukte erhältlich. Das Zertifizierungsorgan hat auf seiner Internetseite eine Liste veröffentlicht, die anzeigt, welche Firmen, Supermärkte und Restaurants MSC-gekennzeichnete Produkte für Verbraucher anbieten:
Zur Anbieterliste.
Sie entscheiden, was in Ihrem Einkaufskorb landet
Der World Wide Fund for Nature (WWF) hat auf seiner Internetseite umfangreiche Hintergrundinformationen zur Fischerei und Fischzucht zusammengestellt. Dort erhalten Sie auch Anregungen, was Sie selber tun können und wie sich Verantwortung und Fischgenuss miteinander vereinbaren lassen.

- Fischratgeber geben beim Einkauf oder im Restaurant eine schnelle Orientierungshilfe über empfehlenswerte Fischarten.
Foto: D. Menzler
Ende Oktober 2010 ist der neue WWF-Fischführer erschienen. Darin bewertet die Umweltstiftung handelsübliche Fischarten nach ökologischen Kriterien wie Bestandsentwicklung und Fangmethoden. 20 Arten gelten demnach als gute Wahl, 13 als zweite Wahl, 29 fallen in die Kategorie "Lieber nicht". Der WWF-Einkaufsratgeber empfiehlt zum Beispiel Seelachs, Ostseedorsch und Bioforelle.
Lesen Sie auf der Internetseite des WWF weiter:
Hintergrundinfos zum Einkaufsführer
Online Fischratgeber- Der WWF-Fischführer steht auch
zum Herunterladen bereit.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace informiert auf ihrer Internetseite in dem sehr umfangreichen Thema "Meere" über den Zustand der Meere, über Kampagnen und Mitmach-Aktionen für Verbraucher.
Lesen Sie auf der Internetseite von Greenpeace weiter:
Thema Meere
Im November 2010 ist die neueste Auflage des Greenpeace-Fischratgebers erschienen. Er bewertet einzelne Fischbestände bzw. Fischereien. An die Hintergrundinfos (zum Beispiel zu Fragen wie "Chemie im Fisch?" oder "Ausweg Aquakultur?") schließt sich eine Fischliste an. Sie unterteilt die Fischarten in "vertretbar" und "nicht vertretbar", gibt Argumente für die Beurteilung und stellt Ausnahmen vor. Hintergrundinformationen und Downloadmöglichkeit auf der Internetseite von Greenpeace:
Welcher Fisch darf auf den Teller?
Übersicht der Kapitel
Ökologische Aquakultur
Heimische Fische
Delikatessen aus dem Meer
Weiterführende Informationen
Letzte Aktualisierung: 19.11.2010
