Vergessene Gemüsearten
Comeback für Pastinake, Rübchen & Co.

- Viele Biobetriebe kultivieren die fast vergessenen Gemüsearten wieder.
(c) BLE, Bonn
Keine Frage, die Ausdehnung des Welthandels im Laufe der letzten Jahrzehnte hat auch unsere Gemüsepalette enorm bereichert: Zucchini, Auberginen, Artischocken - wer wollte sie je wieder missen? Im gleichen Zeitraum allerdings verschwanden viele klassische einheimische Arten von unseren Märkten. Meist nur deshalb, weil Anbau, Ernte oder Lagerung der industrialisierten Landwirtschaft nicht mehr lohnend erschienen. Viele Konsumentinnen und Konsumenten haben diese Entwicklung bedauert, denn die alten Gemüsesorten finden schließlich beste Wachstumsbedingungen für einen Anbau "vor der Haustür" vor, sie sind vielseitig verwendbar und obendrein gesund.
Den Ökolandwirtinnen und -landwirten ist zu verdanken, dass wir die fast vergessenen Gemüsearten heute wieder kulinarisch entdecken können. Biogartenbaubetriebe haben mit viel Engagement und Ausdauer die kaum noch bekannten Pflanzen angebaut und in Verkehr gebracht. Und Biosämereien garantieren, dass kein gentechnisch behandeltes Saatgut dafür verwendet wird.
Schon jetzt bemerkt die Kundschaft den wirtschaftlichen Erfolg: Schienen beispielsweise Rucola, Kürbis und Mangold Mitte der 1990er-Jahre noch allein den Kunden der Naturkostgeschäfte vorbehalten, so sind sie heute auch im konventionellen Handel wieder eine Selbstverständlichkeit. Man findet sie häufig in Gemüsefachgeschäften und auf Wochenmärkten, teilweise sogar schon im Supermarkt.
Die Liste der fast vergessenen Gemüsearten ist lang, deshalb stellen wir in dieser Warenkunde nur eine Auswahl vor.
Zusatz-Infos
- Wer Gemüse aus ökologischem Anbau sucht, sollte auf die Merkmale achten, die ein Bioprodukt ausmachen: Wie erkenne ich Biolebensmittel?
- Der Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg e.V. (VERN e.V.) setzt sich aus Privatpersonen, Landwirten, Gärtnern, Institutionen und Vereinen. Der VERN e.V. erhält ca. 2.000 alte Nutzpflanzensorten und hält sie für die Allgemeinheit einfach zugänglich. Er erhält zudem das Wissen über den Anbau, den Umgang und die Nutzung der Kulturpflanzen. Interessierte Hobbygärtner finden in dem "Katalog für seltene Kulturpflanzen" zahlreiche Sorten zum Bestellen. Weitere Informationen:
www.vern.de - Eine internationale Gesellschaft zur Erhaltung und Verbreitung der Kulturpflanzenvielfalt ist "Arche Noah" mit Sitz in Österreich. Weitere Informationen:
www.arche-noah.at
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Letzte Aktualisierung: 09.09.2011
