Natürlich gepflegt von Kopf bis Fuß

- Aloe vera ist wegen ihrer wundheilenden und feuchtigkeitsspendenden Wirkung ein oft verwendeter Rohstoff für Naturkosmetik-Produkte.
Foto: T. Stephan
Aufstehen, Zähne putzen und das morgendliche Pflegeprogramm abspulen: Duschgel, Reinigungsmilch, Tagescreme, Bodylotion, Deo, Lidschatten, Lipgloss und, und, und. Im Laufe eines Tages bekommt unsere Haut eine gehörige Portion an kosmetischen Mittelchen verpasst.
Doch nicht alles, womit wir unsere Haut versorgen, tut ihr auch gut. Man stelle sich die Haut wie einen großen Schwamm vor, der alles, was auf ihn aufgetragen wird, aufsaugt. Viele herkömmliche Kosmetikprodukte enthalten Konservierungsmittel, künstliche Farb- und Duftstoffe oder Silikone. Diese Stoffe können die Haut durchdringen, werden aber im Körper nicht abgebaut und können sich stattdessen im Gewebe ansammeln. Künstliche Duftstoffe aus Kosmetika wurden zum Beispiel in der Milch stillender Mütter nachgewiesen; künstliche Emulgatoren stehen im Verdacht, die Haut durchlässiger für Schadstoffe aus der Umwelt zu machen, und wiederum andere synthetische Substanzen stehen im Verdacht, wie Hormone zu wirken.
Die Kosmetik unserer Großmütter kannte diese Inhaltsstoffe noch gar nicht, für viele Hautproblemchen hatten sie ein Hausmittel parat: Dampfbäder mit Kräutern gegen Hautunreinheiten, Honig für kussweiche Lippen oder Quark- und Gurkenmasken für einen frischen Teint. Keine Probleme also mit "Altlasten" aus Kosmetik im Körper. Da sehnt man sich nach der "guten, alten Zeit" zurück, oder man wünscht zumindest Kosmetikprodukte, die ohne künstliche Zutaten auskommen.
Bei der Auswahl geeigneter Pflegeprodukte ist jedoch Vorsicht geboten, denn nicht alles, was sich mit "Natur" oder "Bio" (beziehungsweise "Öko") im Namen schmückt, ist auch echte Naturkosmetik.
Zertifizierte Naturkosmetik – am Label zu erkennen
Wer auf der Suche nach echter Naturkosmetik ist, sollte sich an bestimmten Labels orientieren. In Deutschland sind zum Beispiel die Labels "BDIH - Kontrollierte Natur-Kosmetik" und "NaTrue" auf vielen Naturkosmetik-Produkten zu finden. Diese Produkte haben bestimmte Standards hinsichtlich der Herkunft der Rohstoffe und deren Verarbeitung erfüllt und wurden entsprechend den Richtlinien der jeweiligen Organisation zertifiziert.
Gemeinsam ist allen Naturkosmetik-Produkten, die mit diesen Labels gekennzeichnet sind:
- der Verzicht auf Zutaten aus der Erdölchemie (in herkömmlicher Kosmetik versteckt hinter Begriffen wie "Silikone" oder "Paraffine") und damit verbundene Herstellungsverfahren,
- gentechnisch veränderte Organismen sind unerwünscht,
- Versuche des Endproduktes am Tier sind sowieso verboten.
Die Hersteller verzichten außerdem auf synthetische Farb- und Duftstoffe sowie auf Konservierungsmittel. Zur Entkeimung von Rohstoffen und Endprodukten darf keine radioaktive Bestrahlung erfolgen. Alle naturkosmetischen Stoffe sind abbaubar und reichern sich nicht im Körper an.
Kontrollierte Natur-Kosmetik – das Label des BDIH

- Das BDIH-Prüfzeichen ist auch auf einigen Produkten mit dem Schriftzug "BDIH Kontrollierte Natur-Kosmetik" zu finden.
(c) BDIH
Trägt ein Kosmetikprodukt das BDIH-Label "Kontrollierte Natur-Kosmetik", muss es genau festgelegte Mindestanforderungen erfüllen. Die Rohstoffe sollen, soweit möglich, aus kontrolliert biologischem Anbau oder kontrolliert biologischer Wildsammlung stammen. Es gibt sogar bestimmte Inhaltsstoffe, die obligatorisch aus zertifiziertem ökologischen Pflanzenmaterial bestehen müssen. Auch die Belange des Tier- und Artenschutzes müssen bei der Herstellung berücksichtigt werden.
Steht auf der Verpackung der Wortlaut "Bio", hat das Produkt eine zusätzliche Prüfung zu durchlaufen. Das heißt konkret: Ein Produkt der kontrollierten Naturkosmetik darf nur dann als "bio" bezeichnet werden, wenn der Bioanteil im Verhältnis zu allen in Bioqualität verwendbaren Bestandteilen des Erzeugnisses (also ohne Wasser und Mineralien) mindestens 95 Prozent beträgt. Wird damit geworben, dass ein Produkt Bioanteile enthält, muss für den Verwender aus der Liste der Inhaltsstoffe klar hervorgehen, welche Bestandteile "bio" sind und welche nicht.
Das NaTrue-Siegel

- Dieses Logo tragen Produkte, die nach dem NaTrue-Standard zertifiziert sind.
(c) NaTrue
Bei NaTrue-zertifizierten Produkten verhält es sich ähnlich: Auch hier soll in jedem Produkt so viel Natur wie möglich stecken. Je nach Zusammensetzung wird nach drei verschiedenen Qualitätskategorien unterschieden: Naturkosmetik, Naturkosmetik mit Bioanteil (70 Prozent und mehr) und Biokosmetik (95 Prozent und mehr).
Die erste Stufe bei NaTrue ist Naturkosmetik: Sie ist die Grundlage aller NaTrue-zertifizierten Produkte. In den Kriterien ist definiert, welche Inhaltsstoffe und welche Verfahren bei der Produktion erlaubt sind. Für die Inhaltsstoffe sind abhängig von der Produktkategorie der Mindestgehalt an Naturstoffen und der Maximalgehalt an naturnahen Stoffen festgelegt.
Für die zweite zweite Stufe – Naturkosmetik mit Bioanteil – wird im Vergleich zur ersten Stufe ein höherer Anteil an unveränderten Naturstoffen gefordert. Zugleich müssen diese Naturstoffe zu mindestens 70 Prozent aus kontrolliert ökologischer Erzeugung und/ oder aus kontrollierter Wildsammlung gemäß den EG-Rechtsvorschriften für den ökologische Landbau stammen.
Die dritte Stufe – Biokosmetik – stellt die höchsten Anforderungen an NaTrue-zertifizierte Produkte. Sie ist gekennzeichnet durch einen höheren geforderten Anteil an unveränderten Naturstoffen als bei Kosmetika der zweiten Stufe. Mindestens 95 Prozent der Naturstoffe müssen aus kontrolliert biologischer Erzeugung beziehungsweise aus kontrollierter Wildsammlung gemäß den EG-Rechtsvorschriften für den ökologische Landbau stammen.
Einkaufsquellen für zertifizierte Naturkosmetik
Für alle Hauttypen und Pflegebedürfnisse gibt es zertifizierte Naturkosmetik, auch spezielle Produkte für empfindliche Babyhaut oder für Männer. Erhältlich sind die gelabelten Kosmetika im Naturkostfachgeschäft und im Reformhaus, in Drogeriemärkten und Parfümerien. In diesen Fachgeschäften beantwortet geschultes Personal gerne Ihre Fragen und hilft Ihnen, das richtige Produkt zu finden.
Auch in Supermärkten und bei einigen Discountern wird zertifizierte Naturkosmetik angeboten, jedoch meist ein eingeschränkteres Sortiment als in den Fachgeschäften. Wer gerne übers Internet einkauft: Einige Online-Shops haben sich auf den Versand von Naturkosmetik-Produkten spezialisiert. Da bei diesen Einkaufsquellen die persönliche Beratung wegfällt, achten Sie ganz besonders darauf, dass Sie echte Naturkosmetik für Ihren Warenkorb auswählen.
Letzte Aktualisierung: 13.01.2011
