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Naturland fordert Ökolandbau als Leitbild

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20.01.2011

Naturland fordert zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin Bund und Länder auf, den Anschluss für eine zukunftsfähige Landwirtschaft nicht zu verpassen und den Ökolandbau als Leitbild der Agrarpolitik zu verankern. Weltweit würden Flächen auf Ökolandbau umgestellt, während in Deutschland seit Jahren, auch unabhängig von Lebensmittelskandalen, die Nachfrage für Öko-Produkte stärker steige als die Umstellungsrate.

"Wir freuen uns über jede Öko-Fläche mehr, da sie ein Gewinn für Boden-, Klima-, Wasser- und Artenschutz ist", erklärte Hans Hohenester, Ökobauer und Naturland Präsidiumsvorsitzender. "Eine regionale, ökologische Erzeugung mit Erhalt der Kulturlandschaft und der Arbeitsplätze im ländlichen Raum muss vorrangig gefördert werden", ergänzt Hohenester.

Der geplante Ausstieg zum Beispiel von Schleswig-Holstein aus der Öko-Förderung und die Öffnung des Bundesprogrammes Ökologischer Landbau für "andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft" seien kontraproduktiv und der Tiefpunkt für Zukunftsinvestitionen in der Landwirtschaft.

Weiter erklärt Naturland in einer Pressemeldung, dass die Struktur des europäischen Modells der Agrarförderung vor einer grundlegenden Neuordnung stehe. Die Reformvorschläge orientierten sich erstmals an den Eckpfeilern Umweltschutz, Gerechtigkeit, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig blieben viele Fragen offen. Besonders viele Unsicherheiten gäbe es bezüglich der Finanzierung der zukünftigen GAP. Es sei weder klar, ob das EU-Budget der Vorjahre erhalten bleibe, noch werde der kritische Aspekt der Kofinanzierung durch die Länder angesprochen. Dieser Punkt sei jedoch entscheidend, wenn es darum ginge, ob theoretisch verfügbare EU-Gelder in Zeiten knapper Länderhaushalte wirklich bei den (Öko-) Bauern ankommen. Das Beispiel Schleswig-Holstein zeige, wie Länder-Prioritäten zum Nachteil der regionalen und ökologischen Landwirtschaft gesetzt werden. Deutschland werde in diesem Zusammenhang als Bremser wahrgenommen.

Ökolandbau als Modell

Die Verbindung von Tierhaltung und Pflanzenbau ist, so Naturland, eines der Herzstücke des ökologischen Landbaus. Durch die Flächenbindung des Tierbestandes würden Überproduktion und Nährstoffüberschüsse effektiv vermieden. Als Gesamtsystem erbringe der Ökolandbau zudem besonders viele ökologische und soziale Leistungen, die sich in den neuen Zielen der GAP wiederfinden.

Naturland kommentiert die GAP-Vorschläge von Agrar-Kommissar Ciolos und hat ein Positionspapier zur EU-Agrarpolitik veröffentlicht.


Quelle: Naturland Pressemitteilung


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