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Bioland: Mehr Ökolandbau ist vorbeugender Hochwasserschutz

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01.10.2010

Eine Ausdehnung der ökologischen Landwirtschaft in Deutschland könnte laut Bioland einen wichtigen Beitrag zum vorbeugenden Hochwasserschutz leisten. Bioland-Präsident Thomas Dosch betonte: "Die aktuelle Hochwasserlage in Ostdeutschland führt uns wieder einmal vor Augen, wie dringend ein vorsorgender Hochwasserschutz ist. Der Biolandbau kann dazu einen wesentlichen Beitrag leisten. Eine Ausdehnung des Biolandbaus käme den Steuerzahler weitaus günstiger, als allein auf teuren technischen Hochwasserschutz zu setzen." Die Bundesregierung hat sich in der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren 20 Prozent der Agrarfläche auf Biolandbau umzustellen - aktuell sind aber nur 5,6 Prozent Anteil erreicht.

Vergleichsuntersuchungen des Julius Kühn-Instituts aus dem Jahr 2009 zeigen, dass das Wasserrückhaltepotential von ökologisch bewirtschafteten Flächen um 39 Prozent höher liegt als von konventionell bewirtschafteten Flächen. Die Forscher empfehlen in ihrer Studie: "Aus Sicht des vorbeugenden Hochwasserschutzes ist die flächenmäßige Ausdehnung des ökologischen Landbaus als vorrangige ökologische Ausgleichsmaßnahme für anthropogene Versiegelung unbedingt anzustreben und mit Mitteln und Instrumenten der Agrarpolitik zu fördern."

Zum Hintergrund

Das bessere Wasserrückhaltepotential auf ökologisch bewirtschafteten Flächen beruht auf einer um 83 Prozent besseren Infiltrationsrate bei wassergesättigtem Boden, im Vergleich zu konventionell bewirtschafteten Flächen. Somit wird Niederschlagswasser auf ökologisch bewirtschafteten Flächen in kürzerer Zeit aufgenommen.

Hauptgrund sind erhöhte Anteile von groben Bodenporen, die auf Biobetrieben das Wasser schnell in tiefere Bodenschichten transportieren. Die erhöhte Regenwurmpopulation unter Biobewirtschaftung spielt dabei eine zentrale Rolle. Der vermehrte Wasserrückhalt bei gleichzeitiger erhöhter Infiltrationsrate unter ökologischer Landwirtschaft vermindert den Anteil des Oberflächenabflusses in Bäche und Flüsse. Somit leistet der Biolandbau einen wichtigen Beitrag, die Intensität von Hochwässern und die Bodenerosion zu mindern.

Hier kommen Sie zur Studie des Julius-Kühn-Instituts: Vergleichende Untersuchungen der Infiltrationseigenschaften von konventionell und ökologisch bewirtschafteten Böden (Mai 2009, PDF-Datei).

Quelle: Pressemitteilung von Bioland


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