März 2011: Förderpreis Ökologischer Landbau
Ideen und Leidenschaft für den Erhalt der Artenvielfalt und der Kulturlandschaft
Bereits seit 2001 werden jährlich ökologisch wirtschaftende Betriebe mit dem Förderpreis Ökologischer Landbau des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ausgezeichnet. Der Förderpreis Ökologischer Landbau wird an solche Betriebe vergeben, die innovativ arbeiten und dadurch die Akzeptanz und Verbreitung des ökologischen Landbaus und seiner Erzeugnisse vorantreiben. Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl der Preisträger ist, dass das Konzept des jeweiligen Betriebs Vorbildcharakter für andere ökologisch wirtschaftende Betriebe hat.
Der Förderpreis Ökologischer Landbau ging in diesem Jahr an drei Betriebe aus verschiedenen Wirtschaftsregionen mit unterschiedlichen Betriebsschwerpunkten:
- Weingut Janson Bernhard KG aus Zellertal (Rheinland-Pfalz)
- Biolandhof Ellenberg aus Barum (Niedersachsen)
- Bioland-KräuterGut Dworschak-Fleischmann aus Nürnberg (Bayern)
Weingut Janson Bernhard KG – Wein und Kultur bereichern die Region
Die regionale ökologische Weinkultur zu leben und für möglichst viele Menschen sinnlich erfahrbar zu machen, das war von Anfang an die Vision der Winzerin Christine Bernhard. Sie hat das elterliche Weingut im Weinanbaugebiet Pfalz in den 1990er-Jahren auf ökologische Produktion umgestellt und bietet auf dem traditionsreichen Gutshof zusätzlich ein breites Spektrum an kulturellen Angeboten, vom Kochkurs über Picknick im Park und Kräuterwanderungen bis hin zu Konzerten und Theateraufführungen. Ziel dieser Veranstaltungsreihen ist es, Menschen, die immer weniger in landwirtschaftlichen Bezügen leben und den direkten Kontakt zu Jahreszeiten und Lebensmittelproduktion weitgehend verloren haben, ein Stück Bodenhaftung, Stabilität, Regeneration und regionale Identität wieder zurückzugeben. Mit ihrem Konzept zeigt Christine Bernhard, wie sich Wein, Ökologie und Kultur erfolgreich zu einer ökologischen Agrarkultur verbinden lassen.
Eine Kurzvorstellung des Weingutes Janson Bernhard finden Sie auf der Internetseite
Förderpreis Ökologischer Landbau
Biolandhof Ellenberg – Faszination für Kartoffeln
Bamberger Hörnchen, Rosa Tannenzapfen, Emma und Linda – auf dem Biolandhof Ellenberg werden über 100 seltene Kartoffelsorten angebaut, vermehrt und vermarktet. Damit trägt der Hof um Betriebsleiter Karsten Ellenberg sowohl zur Entwicklung der ökologischen Landwirtschaft in der Region als auch zum Erhalt der Biodiversität im Kartoffelbereich bei. In puncto Ernährungskultur leistet er beachtenswerte Arbeit, denn solch eine Kartoffelvielfalt eröffnet Verbraucherinnen und Verbrauchern neue Geschmackseindrücke jenseits des Kartoffel-Standardangebotes. Neben dem Ab-Hof-Verkauf betreibt der Biolandhof Ellenberg einen Versandhandel für Speise- und Pflanzkarfoffeln, so dass sogar internationale Kunden in den Genuss der seltenen Kartoffelsorten kommen können.
Lesen Sie mehr über die Züchtungsarbeit auf dem Biolandhof Ellenberg auf der Internetseite
Förderpreis Ökologischer Landbau
Bioland-KräuterGut Dworschak-Fleischmann: Biokräuter für jeden Geschmack
250 verschiedene Arten von Heil- und Gewürzkräutern wachsen im Gärtnereibetrieb Dworschak-Fleischmann, der seit 1995 nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus arbeitet. Betriebsleiterin Tanja Dworschak-Fleischmann sorgt mit ihrem Team aus 13 festen Mitarbeitern, 15 Aushilfen und mehreren Praktikanten dafür, dass ganzjährig Kräuter in Topqualität gedeihen. Das gesamte Betriebskonzept ist auf eine umwelt- und ressourcenschonende Produktion der Kräuter im Gewächshaus und im Freiland ausgerichtet. Über vielseitige Vertriebswege gelangen die Topfkräuter aus Franken zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern: über den Naturkost- und Lebensmitteleinzelhandel sowie über Gärtnereien und Gartenfachmärkte. Außerdem können Kunden die Kräuter „ab Hof“ einkaufen oder per Internet bestellen. Betriebsleiterin Tanja Dworschak-Fleischmann setzt neben der Produktion von hochwertigen Kräutern auch besondere Akzente in der Mitarbeiterführung. So sind im Betrieb Menschen mit sozialen Problemen in den Produktionsablauf integriert, die an anderer Stelle kaum eine Chance hätten. Seit einigen Jahren ist die Gärtnerei eine bekannte Adresse für Wiedereingliederungs- bzw. Rehabilitationseinrichtungen, Berufsbildungswerke, Sonderschulen, Behindertenwerkstätten und andere.
Lesen Sie mehr über das Bioland-KräuterGut und das Engagement von Tanja Dworschak-Fleischmann auf der Internetseite
Förderpreis Ökologischer Landbau
Auf der Internetseite
Förderpreis Ökologischer Landbau finden Sie außerdem weitere Bilder und einen Kurzfilm über den jeweiligen Preisträger.
Leistungen der Ökolandwirte zur Förderung der Artenvielfalt
Ökobauern lassen alte Kulturpflanzen aufblühen
Ganz schön paradox: Ständig kommen neue Produkte in den Lebensmittelhandel und gleichzeitig schwindet die Vielfalt in der Land(wirt)schaft. Einheitsgeschmack statt Geschmacksvielfalt ist die Folge. Es gibt Ökobauern, die sich dieser Entwicklung entgegenstellen und die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren fördern.
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Auf Fleisch und Schale geprüft: Kartoffelsorten im Test
In Rheinland-Pfalz werden regelmäßig Kartoffeltestessen durchgeführt. Ziel ist es, Großverbrauchern, Händlern und Multiplikatoren aufzuzeigen, welches vielfältige Angebot an Biokartoffeln es in der Region gibt.
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Letzte Aktualisierung: 01.03.2011



