Nützlinge - starke Helfer für die Natur
Experten schätzen, dass weltweit jeden Tag 150 Tier- und Pflanzenarten aussterben. Vor diesem Hintergrund sind in Landwirtschaft, Fischerei, Flächenversiegelung und Verkehr zusätzliche Anstrengungen erforderlich, da von diesen Bereichen eine starke Gefahr für die biologische Vielfalt ausgeht.
Die ökologische Landwirtschaft ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Mit ihren vielfältigen Maßnahmen fördert sie die Vielfalt an Pflanzen und Tieren und leistet damit einen wertvollen Beitrag dazu, dass der Artenschwund aufgehalten wird. Dazu gehört auch, dass Biolandwirtwirte die (Wieder-)Ansiedlung von Nützlingen gezielt unterstützen.
Käfer und Co.: Freunde des Ökobauern
Im ökologischen Landbau ist die Anwendung von leichtlöslichen Dünge- und chemisch-synthetischer Pflanzenbehandlungsmitteln verboten. Deshalb weisen biologisch bewirtschaftete Flächen eine deutlich höhere Diversität von Pflanzenarten auf als vergleichbare konventionelle Flächen. Ökolandwirte wenden nachhaltige acker- und pflanzenbauliche Maßnahmen an, um den Boden fruchtbar und die Pflanzen gesund zu erhalten. Von zentraler Bedeutung sind dabei vorbeugende Maßnahmen, mit denen zum Beispiel der Schädlingsbefall an Kulturpflanzen eingedämmt werden kann.
Der Anbau von Sorten, die an die Boden- und Klimaverhältnisse des jeweiligen Standortes angepasst sind, gehört ebenso zum ökologischen Konzept wie eine sinnvoll aufeinander abgestimmte Fruchtfolge. Wer ökologisch wirtschaftet, weiß auch, dass Insekten, Spinnen und Vögel wertvolle Arbeit leisten und bezieht diese sogenannten Nützlinge in sein Pflanzenschutzkonzept mit ein.
Ökobauern locken die Nützlinge gezielt an, indem sie Hecken anlegen, Ackerrandstreifen und Uferränder pflegen sowie Nistkästen für Singvögel oder Sitzwarten für Greifvögel aufbauen. Hier finden diese einen Lebensraum, der ihnen und ihrer Brut Schutz und Nahrung, manchen Arten sogar ein Winterquartier, bietet. Einen wertvollen Gegendienst erweisen die Nützlinge dem Bauern auf seinen landwirtschaftlich genutzten Flächen. Denn Milben, Blattläuse und Wühlmäuse sind dem Landwirt auf Äckern, Feldern und in Obstanlagen weniger willkommen - machen aber die Nützlinge satt. Zum Beispiel den Marienkäfer: Sowohl die Larven als auch die Käfer ernähren sich von Blattläusen; der Siebenpunktmarienkäfer kann pro Tag bis zu 150 Blattläuse vertilgen.
Ein anderes Beispiel sind Meise und Kleiber: Sie verrichten ihre Arbeit unter anderem in der Obstanlage. Sie suchen die Baumstämme gezielt nach Schädlingen ab und tragen so dazu bei, dass der Bestand an überwinternden Apfel- und Schalenwicklern verringert wird. Mäusebussard und Turmfalke, die häufigsten Greifvögel in der heimischen Feldflur, sind unentbehrlich, wenn es um die natürliche Regulierung von Mäusen und anderen Schadnagern geht. Täglich ein bis zwei Mäuse gehen jedem Greifvogel in die Fänge; er macht auch Jagd auf Insekten, Vögel und kleine Reptilien.
Von den Naturschutzmaßnahmen profitieren also sowohl die Tier- und Pflanzenwelt als auch der Mensch. Der Ökolandwirt erzielt gesunde Erträge ohne Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln. Die vielfältig ausgestattete Landschaft bietet vielen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Die Verbraucher erfreuen sich an der artenreichen Flora und Fauna und nicht zuletzt kommen sie in den Genuss von Lebensmitteln, die in einem intakten Umfeld erzeugt wurden.
Letzte Aktualisierung: 14.03.2011


