oekolandbau.de - Das Informationsportal



Herkunftsbestimmung von Bioeiern (September 2005)

 

Herkunftsbestimmung von Bioeiern

Im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau wurden die Isotopenverhältnisse der Bioelemente von Eiern verschiedener Betriebe analysiert. Dieser Beitrag fasst die Forschungsergebnisse von September 2005 zusammen.

Ei ist nicht gleich Ei

Bio-Eier
(c) F. Wörner, FiBL Deutschland

Stabile Isotope der Bioelemente können Hinweise darauf geben, wo und unter welchen Bedingungen ein Ei erzeugt wurde.

Wer sicher gehen möchte, dass sein Frühstücksei tatsächlich von einem Bio-Betrieb stammt, braucht sich in Zukunft möglicherweise nicht mehr nur auf das herkömmliche Öko-Kontrollverfahren und den Stempelaufdruck auf dem Ei zu verlassen. Die Agroisolab GmbH hat in einem Forschungsprojekt untersucht, ob sich mit der Analyse der stabilen Isotopen der Bioelemente nachweisen lässt, wo ein Ei erzeugt wurde und ob eine Unterscheidung zwischen ökologisch und konventionell erzeugten Eiern möglich ist.

Die Untersuchung der Zusammensetzung der stabilen Isotope eines Produktes bietet eine der wenigen analytischen Möglichkeiten, die Herkunft eines landwirtschaftlichen Erzeugnisses nachzuweisen. Das Verfahren basiert auf der Tatsache, dass alle (Bio-) Elemente (wie z.B. Kohlenstoff und Stickstoff) in unterschiedlich schweren Varianten, den Isotopen, vorkommen und sich das Verhältnis dieser Isotope im Boden je nach Region unterscheidet. Das heißt, dass sich jede Region dieser Welt durch ein spezifisches Isotopenverhältnis charakterisieren lässt. Das Isotopenverhältnis des Bodens spiegelt sich in den Pflanzen wider, die auf dem Boden wachsen, und in den Tieren, die diese Pflanzen fressen. Somit ist ein Herkunftsnachweis möglich.

Dass dies auch für ökologisch erzeugte Eier gilt, konnte die Agroisolab GmbH in einem Forschungsprojekt zeigen, das im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau durchgeführt wurde. In dem Projekt wurden die Isotopenverhältnisse der Bioelemente von Eiern verschiedener Betriebe analysiert. Bei Berücksichtigung aller Bioelemente konnte auf diese Weise eindeutig nachgewiesen werden, von welchem Legebetrieb ein Ei stammt.

Die Unterscheidung von konventionell und ökologisch erzeugten Eiern war da schon etwas schwieriger, da die Isotopenverhältnisse des Stickstoffs bei konventionellen und ökologischen Eiern eine Schnittmenge aufwiesen. Liegt das Isotopenverhältnis außerhalb dieser Schnittmenge lässt sich ein Bioei eindeutig als solches identifizieren. Liegt das Isotopenverhältnis innerhalb dieser Schnittmenge, sind zusätzliche Informationen (z.B. über das verwendete Futtermittel) erforderlich, um eine eindeutige Unterscheidung zu einem konventionell erzeugten Ei zu ermöglichen.

Zur Vertiefung

externer Link folgtWissenschaftsplattform forschung.oekolandbau.de: Unterschiedliche Isotopenverhältnisse ermöglichen Herkunftssicherung

Letzte Aktualisierung: 08.12.2011

Seitenende