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Nachricht vom 26. März 2010: externer Link folgtHandel und Hersteller im Gespräch über Bio&Fair-Konzept

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Bild aus der Videoproduktion
(c) Oeko-Fair.de

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Eine Gangsterkomödie in 150 Sekunden zum Thema öko & fair!

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Fair & Bio - zwei Seiten einer Medaille

Was ist Fairer Handel?

Biozertifizierte Fairtrade-Produkte. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Die Anzahl der Bio- und Fair zertifizierten Produkte nimmt ständig zu.
Foto: TransFair

Das Ziel des fairen Handels ist ein gerechter Preis für Produkte aus Entwicklungsländern. Das beinhaltet die Einhaltung von Arbeitsschutzrichtlinien, Gewerkschaftsfreiheit und faire Löhne für abhängig Beschäftigte, die Verbesserung des Lebens- und Arbeitsumfeldes durch Bildung, Gesundheitsversorgung und soziale Projekte sowie die Durchsetzung von Umweltstandards.

Immer mehr Verbraucherinnen und Verbrauchern honorieren fairen Handel: In einer Verbraucherstudie im Frühjahr 2009 gaben 44 Prozent der Befragten an, fair gehandelte Produkte zu kaufen. Sie bezahlten dafür 2008 rund 266 Millionen Euro - das sind 38 Prozent mehr als 2007. Das jährlich zweistellige Umsatzwachstum fair gehandelter Produkte seit 2004 zeigt, dass sich der Faire Handel als wirksame Alternative zu konventionellen Handelsstrukturen etabliert und dass ein gerechteres Wirtschaften - basierend auf direktem, partnerschaftlichem Handel, Respekt und Transparenz - möglich ist.

Gleichzeitig ist der Faire Handel im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe ein effektives Instrument der Armutsbekämpfung. Er bietet den Produzenten-Organisationen im Süden Sicherheit und Unabhängigkeit, Zugang zu internationalen Märkten und Entwicklungsperspektiven. Vorfinanzierung und langfristige Lieferbeziehungen im Fairen Handel sind in Zeiten der weltweiten Wirtschaftskrise von besonderer Bedeutung für die Menschen vor Ort. Rund 1,5 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern und abhängig Beschäftigte in 58 Ländern profitieren mittlerweile von den Mehr-Erlösen aus dem Fairen Handel und den daraus eigenständig umgesetzten Projekten.

Auch die hiesigen Unternehmen profitieren. Sie zeigen soziales Engagement und können sich von Wettbewerbern abgrenzen. Die direkten Handelsbeziehungen bieten ihnen Liefersicherheit und die Möglichkeit, langfristig gemeinsam an der Qualität und Weiterentwicklung der Produkte zu arbeiten.

Fairtrade-Logo. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Die Nutzung des FairTrade-Logos ist an die Einhaltung von Zertifizierungsstandards geknüpft.
Bild: FairTrade

Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten Orientierung, Transparenz bezüglich der Herstellungsbedingungen der Produkte und die Möglichkeit, durch bewusste Kaufentscheidungen im Alltag an einer gerechteren Weltordnung mitzuwirken. Immer neue Studien belegen, dass Fairness und soziale Fragen eine zunehmend große Rolle bei der Kaufentscheidung spielen.

Das bekannteste Erkennungsmerkmal für fair gehandelte Produkte ist das seit 1992 von dem Verein TransFair vergebene, unabhängige FairTrade-Siegel. Es ermöglicht, neben dem Einkauf in Weltläden - den Fachgeschäften des Fairen Handels - auch im konventionellen Einzelhandel fair gehandelte Produkte im Regal zu erkennen. Mittlerweile tragen über 1.000 Produkte in Deutschland das FairTrade-Siegel. Rund 30.000 Geschäfte und 10.000 gastronomische Einrichtungen führen fair gehandelte Produkte.

Fair & Bio ergänzen sich

Einen echten Mehrwert bieten Produkte, die sowohl fair gehandelt als auch Bio sind. Sie bieten Antwort auf die Bedürfnisse der Käuferinnen und Käufer, etwas für die eigene Gesundheit zu tun und gleichzeitig Umweltschutz und soziale Fragen zu beachten.

Im Zuge der Klimaschutzdebatten ebenso wie der Gipfeltreffen zu Hunger und Armut verstärkt sich die Erkenntnis, dass Armutsbekämpfung und Umweltschutz Hand in Hand gehen müssen. Die Verknüpfung dieser beiden Nachhaltigkeitsthemen in der Produktion von Lebensmitteln, Kleidung oder Kosmetika erhält daher immer mehr Bedeutung.

Der Faire Handel hat seit einigen Jahren bereits die Notwendigkeit umweltverträglicherer Anbauweisen für eine nachhaltige Entwicklung vor Ort erkannt. Ökologische Standards bilden seither neben ökonomischen und sozialen Standards die dritte Säule der FairTrade-Standards. Dazu gehören:

  • Schutz des Wassers und der dazugehörigen Fauna
  • Schutz von Wäldern und natürlichen Vegetationsgebieten
  • Diversifizierung der Landwirtschaft und Erosionsschutz
  • Beschränkter Einsatz von Pestiziden
  • Verbot von gentechnischen Veränderungen
  • Abfallentsorgung, Wasserrecycling und Energiesparen

Diese Anforderungen dienen zunächst einmal dem Erhalt der natürlichen Ressourcen für nachfolgende Generationen und dem Schutz der Gesundheit der Menschen vor Ort. Gleichzeitig ist ihre Einhaltung häufig ein erster Schritt auf dem Weg zu einer Umstellung auf ökologischen Landbau. Dieser wird im Fairen Handel durch Beratungsangebote vor Ort und einen Preisaufschlag auf ökologisch erzeugte Produkte gefördert. So wird einerseits der Umweltschutz verstärkt, und andererseits eröffnen sich den Produzenten-Organisationen zusätzliche Absatzmöglichkeiten für ihre Produkte.

Eine Biozertifizierung von Beginn an wird hingegen im Fairen Handel nicht eingefordert, denn die kostspielige Umstellung und Zertifizierung kann gerade bei den ärmsten Produzentengruppen vielfach erst durch die Mehreinnahmen aus dem Fairen Handel finanziert werden. Den Erfolg des Konzepts zeigen die Zahlen: Inzwischen tragen über zwei Drittel aller fair gehandelten Produkte ein Biosiegel - mit steigender Tendenz.

Die sinnvolle Verbindung von sozialen und ökologischen Standards wurde zum Beispiel im Herbst 2009 durch die Vergabe des "Deutschen Nachhaltigkeitspreises" an TransFair e.V. für die nachhaltigste Dienstleistung gewürdigt. Auch die BioFach 2010 setzt mit ihrem Jahresthema "Organic & fair" einen Schwerpunkt auf die Verknüpfung dieser beiden Nachhaltigkeitsthemen.

Gute Argumente für Fairen Handel

Afrikanische Frau vor einfachen Hütten. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
"Der Anbau von FairTrade-Biobaumwolle ist in erster Linie besser für meine Gesundheit und die Gesundheit aller Bauern. Früher war es für mich wegen der Chemikalien gefährlich, Baumwolle anzubauen. Ich könnte meine Kinder nicht stillen, wenn ich konventionelle Baumwolle anbauen würde. Außerdem können durch den Bioanbau jetzt auch Frauen ihr eigenes Einkommen erwirtschaften. Das ist sehr wichtig für mich."
Foto: FairTrade

Viele Hersteller beachten bei der Produktion ihrer Biolebensmittel, -kosmetika und -kleidung bereits ähnliche Richtlinien wie der Faire Handel. Sie haben ein Interesse am direkten Kontakt zu ihren Produzentengruppen und an der Beförderung einer nachhaltigen Entwicklung vor Ort, die sich auch auf die Qualität und langfristige Verfügbarkeit der Produkte vor Ort auswirkt. Die Zusammenarbeit mit den Produzentinnen und Produzenten eröffnet vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. 

Produzentengruppen, die im Fairen Handel aktiv sind, zeichnen sich durch hohes Engagement und die Organisation in demokratischen, professionellen Strukturen aus. Sie haben bereits Erfahrungen mit Zertifizierungsabläufen, Qualitätssicherung, Transport und Export gesammelt. Umgekehrt gilt dies ebenso für Gruppen, die bereits eine Zertifizierung für ökologischen Landbau erhalten haben. Sie erfüllen bereits einen Teil der Kriterien des Fairen Handels und können die FairTrade-Zertifizierung leichter erreichen.

Für Importeure und Verarbeiter von ökologisch erzeugten Produkten aus Entwicklungsländern bietet die unabhängige FairTrade-Zertifizierung eine Chance, eigenes soziales Engagement und gerechtes Wirtschaften für die Kundinnen und Kunden glaubwürdig und nachvollziehbar zu belegen und zusätzliche Käuferschichten zu erreichen.

Produzentengruppen, Hersteller und Händler mit FairTrade-Zertifizierung erhalten Unterstützung durch die nationalen Siegelinitiativen (in Deutschland ist dies TransFair e.V.) und die internationale Dachorganisation des Fairen Handels (FairTrade Labelling Organizations International e.V - FLO) mit Sitz in Bonn. Sie steht bei Zertifizierungs- oder Finanzierungsfragen bezüglich möglicher Partner oder Marktinformationen beratend zur Seite.

Kriterien für die FairTrade-Zertifizierung

Zu den wichtigsten sozialen und wirtschaftlichen Kriterien für die Produzenten gehören die Unabhängigkeit und demokratische Kontrolle ihrer jeweiligen Organisation. Dies gilt besonders für die Verwendung der Mehr-Erlöse aus dem Fairen Handel. Transparenz von Management und Verwaltung müssen gegeben sein. Die einzelnen Organisationen sind offen für neue Mitglieder und lehnen jegliche Diskriminierung ab. Frauen nehmen gleichberechtigt an allen Entscheidungen teil.

Plantagenbesitzer gehen zusätzlich folgende Verpflichtungen ein: Auf der Plantage ist eine eigenständige, unabhängige Vertretung der abhängig Beschäftigten zugelassen. Sie sind berechtigt, sich einer unabhängigen Gewerkschaft anzuschließen und kollektiv über Löhne und Arbeitsbedingungen zu verhandeln. Produzentengruppen und Plantagenbesitzer verpflichten sich, arbeitsrechtliche und ökologische Standards umzusetzen, wie beispielsweise das Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit.

Zu den wichtigsten FairTrade-Kriterien von Seiten der Händler oder Hersteller gehören der direkte Handel unter Ausschluss von Zwischenhändlern, die Zahlung von Mindestpreisen, die über dem Weltmarktniveau liegen, die Zahlung von Prämien für eigene soziale, ökonomische oder ökologische Projekte der Produzentengruppen, Vorfinanzierung sowie langfristige Lieferbeziehungen.

Autorin

Bettina von Reden
E-Mail: b.vonreden@transfair.org

Aus der Forschung - für die Praxis

Absatzanalyse für regionale und fair gehandelte Ökolebensmittel

Der Markt für Ökolebensmittel differenziert sich in jüngster Zeit zunehmend aus: in ein Segment für preisgünstige Bioprodukte unter Handelsmarken und in ein Premiumpreis-Segment. Ein Forschungsvorhaben hat untersucht, ob und wie regionale und Fairpreis-Ökoprodukte erfolgreich im Premiumpreis-Segment platziert werden können.

Näheres zum Projekt:

externer Link folgtAbsatzanalyse für regionale und fair gehandelte Öko-Lebensmittel

Letzte Aktualisierung: 17.02.2010

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