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Bio in Hülle und Fülle
"Mittlerweile sind wir sehr flexibel, was die Beschaffung von Bioprodukten betrifft", sagen die Beckmanns. Sie kaufen ihr Gemüse nicht mehr ausschließlich beim Biobauern, sondern wechseln ab und kaufen mal auf dem Wochenmarkt, mal auch im Supermarkt ihr Biogemüse ein. Denn inzwischen haben auch zahlreiche Supermärkte Biolebensmittel in ihr Sortiment aufgenommen.

- Für Biolebensmittel gibt es verschiedene Einkaufsquellen.
Foto: D. Menzler
Die Einkaufsmöglichkeiten sind vielfältig: in Hofläden, die einem Biohof angeschlossen sind, auf Wochenmärkten, in Naturkostläden, im Reformhaus und im Supermarkt. In größeren Städten gibt es auch Biosupermärkte. Sie führen ein reines Biosortiment und bieten die Produkte zu einem günstigen Preis an. Biobäckereien und –metzgereien sind auf die Herstellung von Bioware spezialisiert. Das heißt: Sie verarbeiten Biozutaten zu Brot und Backwaren bzw. sie bieten Fleisch und Wurst ausschließlich in Bioqualität an. Hinzu kommen einige konventionelle Bäckereien und Metzgereien, die neben ihrem herkömmlichen Sortiment Biobrot bzw. Ökofleisch führen. Und wer nicht selber einkaufen gehen kann oder möchte, kann auch via Internet alles vom Apfel über's Müsli bis hin zur Zucchini bestellen und sich mit einem Lieferservice frisches Gemüse, Obst, Brot und Fleisch direkt ins Haus bringen lassen.

- Eine große Auswahl an Biolebensmitteln gibt es zum Beispiel in Naturkostfachgeschäften.
Foto: D. Menzler
Die Zeiten, in denen es nur Eier, Kartoffeln oder Milch in Bioqualität gab, sind vorbei. Das Angebot an Bioprodukten lässt (fast) keine Wünsche offen. Es gibt Vollkornmehl und Weißmehl, helle und dunkle Nudeln, Bioerdbeeren und Ökospargel, Fleisch, Wurst, Fisch und Geflügel aus ökologischer Tierhaltung. Gerichte für die schnelle Küche wie Pizza, Tortellini und Tiefkühl-Pommes bekommt man ebenso wie Feinkostspezialitäten sowie Weine, Bier und Spirituosen. Nicht zuletzt kommen auch kleine Leckermäuler auf ihre Kosten: Süße Naschereien, mit Zucker oder Honig gesüßt, Zwieback und Vollkornkekse, naturbelassene Säfte und milde Kindertees gibt es sogar in vielen Supermärkten.
Portal-Tipp: Biowarenkunde
Die eine oder andere Zutat im Bioregal ist Ihnen nicht bekannt? Über Erzeugung und Verwendungsmöglichkeiten von Biolebensmitteln informieren die Themen der Biowarenkunde.
Aufs Bio-Siegel achten
"Ist wirklich alles Bio oder Öko, was als solches gekennzeichnet ist?", haben sich die Beckmanns oft gefragt. Ja, denn "Bio" oder "Öko" sind gesetzlich geschützte Begriffe. Erzeugern und Herstellern, die sich nicht an die gesetzlichen Vorschriften halten, drohen hohe Bußgelder, die Aberkennung der Biozertifizierung des Betriebes und die Rückzahlung von schon gezahlten staatlichen Zuschüssen.
Ein verlässliches Zeichen für Lebensmittel in Bioqualität ist das im Jahr 2001 eingeführte Biosiegel.
Muss Bio teuer sein?
Qualität hat ihren Preis. Das gilt für Gebrauchsgegenstände ebenso wie für Lebensmittel. Der Verzicht auf chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel in der ökologischen Landwirtschaft sowie die artgerechte Tierhaltung, die zum Beispiel nur eine begrenzte Anzahl von Tieren auf dem Hof erlaubt, die vorbeugende Gabe von Tierarzneimitteln verbietet und artgerechtes Futter vorschreibt, erfordern mehr Handarbeit und einen sorgfältigeren Umgang mit Tier und Pflanze. Gleichzeitig sind die Erträge auf dem Biofeld oftmals geringer, weil Gemüse, Obst und Getreide nicht "mit Chemie aufgepeppt" werden. Somit kosten Grundnahrungsmittel wie Vollmilch, Brot, Nudeln, Müsli oder Mehl mehr als herkömmlich produzierte Lebensmittel. Im Schnitt liegen die Preise für ökologisch erzeugte Lebensmittel rund 50 Prozent über denen der konventionell erzeugten.
Dennoch ist Biokost nicht nur etwas für Besserverdienende. Gerade Familien wie die Beckmanns, die ihr Kind gesund und umweltgerecht ernähren wollen, machen einen Großteil der Biokunden aus. Damit das Budget der Familie nicht zu sehr strapaziert wird, greifen sie zu Sonderangeboten, wo immer sich die Gelegenheit bietet. Ein Biobrot vom Vortag, das sich über mehrere Tage frisch hält, gibt’s meist für die Hälfte zu kaufen. Obst und Gemüse à la Saison sind preiswert und schmecken am besten in der Haupterntezeit. Dabei hilft ein Blick in den Saisonkalender bei der Einkaufsplanung. Ein fünf-Kilo-Sack Kartoffeln ist günstiger als kleine Tüten. Teure Fertigprodukte wie Pizza oder gefüllte Pasta gibt es hingegen nur selten.
Letzte Aktualisierung: 11.08.2011

