Umsteigen auf Bio
Bio für die Kinder - kennen Sie das?

- Viele Eltern wollen ihren Nachwuchs gesund ernähren und entscheiden sich für Ökolebensmittel.
(c) aid
Als Felix noch ein Baby war, machten sich Bettina und Michael Beckmann das erste Mal Gedanken über Biokost. „Wir hatten von Nitrat im Salat, Pflanzenschutzmitteln im Gemüse und Antibiotika im Schweinefleisch gehört. Da wir natürlich nur das Beste für unser Kind wollten, machten wir uns auf die Suche nach Alternativen. Freunde erzählten uns von einem Bauern, bei dem sie immer Biokartoffeln und -karotten kaufen. Das machte uns neugierig“, erzählt Bettina Beckmann.
Fortan fuhren die jungen Eltern einmal im Monat auf einen Biohof am Stadtrand Hamburgs und kauften Kartoffeln und Karotten auf Vorrat. „Nicht nur der Kleine, sondern auch wir waren von den wunderbar aromatischen Kartoffeln und zuckersüßen Karotten begeistert“, ergänzt Michael Beckmann.

- Biogemüse: Knackige Vielfalt und gesunder Genuss
Foto: D. Menzler
Familie Beckmann hat es gemacht wie die Koch- und Einkaufsprofis in Restaurants, die meist nicht von heute auf morgen komplett auf Bio umstellen können. Die Beckmanns sind Schritt für Schritt in die Biokost eingestiegen. Wurden anfangs nur Kartoffeln und Karotten in Bioqualität gekauft, im kühlen Keller gelagert und nach Bedarf verbraucht, kamen mit der Zeit auch andere Lebensmittel dazu: Je nach Angebot und Jahreszeit probierte die Familie auch mal Bioäpfel und -birnen, Zucchini und Kopfsalat, Milch und Biobrot. Heute ist Felix drei Jahre alt, und auch Biomüsli, Biocornflakes und Biokekse wandern in den Einkaufskorb.
„Beim Kochen nehme ich einfach bewährte Rezepte und tausche einen Teil der Zutaten gegen Bioprodukte aus“, erklärt Bettina Beckmann auf die Frage, ob die Zubereitung von Biolebensmitteln schwierig sei. Möchte sie eine Nudelsauce mit Gemüse kochen, verwendet Frau Beckmann einfach Biozucchini und -champignons statt herkömmlicher. Nudeln und Sahne stammen (noch) aus konventioneller Herstellung.
Tipp: Saisonkalender für Obst und Gemüse
Alles zu seiner Zeit. Wann Sie welches Biogemüse erntefrisch einkaufen können, zeigt Ihnen der Saisonkalender in Bildern (Kinder-Bereich).
Kompromisse, Vorlieben und der persönliche Mittelweg
„Zum hundertprozentigen Ökoessen ist es für uns, wenn überhaupt, aber noch ein weiter Weg“, sagt Bettina Beckmann. Die Vorlieben der Familienmitglieder erfordern es, dass man Kompromisse schließt und „seinen persönlichen Mittelweg“ findet. So liebt Sohn Felix seine (konventionelle) Nuss-Nougat-Creme, die er sich - am Wochenende - aufs Biovollkornbrot streichen darf. Ihr Mann mag gerne Wurst. Biofleisch ist für die Familie aber nur hin und wieder finanziell drin, so dass es manchmal auch konventionelle Salami gibt. Bettina beißt ab und zu gerne in ein Stück Bäckerkuchen - aus Weißmehl mit viel Sahne, Bio hin oder her.

- Jeder sollte beim Umsteigen auf Bio seinen persönlichen Mittelweg finden.
Foto: D. Menzler
„Wenn man den Einstieg in Bio locker angeht, sind alle zufrieden“, lautet das Fazit der Beckmanns. „Uns schmeckt es, das Kochen klappt prima, und auch Sohnemann Felix ist (meistens) zufrieden. Insbesondere, wenn er beim Kochen helfen kann. Darf er die Karotten schälen, durch die Rohkostmühle drehen und auch eine Prise Zucker an die Salatsauce geben, probiert er sogar den (ansonsten ungeliebten) Salat.
Apropos probieren: Felix hat inzwischen einen kleinen Bruder. Der futtert auch schon Karotten. Bio versteht sich.
Probieren können auch Sie!
Wie wäre es zum Einstieg mit einem „Ökotag“ in der Woche? So können Sie ausprobieren, wie sich der Einkauf organisieren lässt, wie's mit dem Kochen klappt und wie es Ihnen und der Familie schmeckt. Unter der Rubrik "Preiswerte Bioküche" haben wir für Sie eine Rezeptsammlung zusammengestellt, in der Sie zahlreiche Anregungen für preiswerte Alltagsgerichte finden. Die Rezepte kommen mit einfachen Zutaten und ohne großen Aufwand aus und benötigen durchschnittlich zwischen 30 und 45 Minuten Zubereitungszeit.
Letzte Aktualisierung: 11.08.2011
