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Kontrollen von der Saat bis zum Verkauf

Kontrollen beim Erzeuger

Die Kontrollen in erzeugenden Betrieben wie auf Bio-Bauernhöfen, in Bio-Gärtnereien und bei Bio-Winzern sind auf die jeweilige Produktgruppe abgestimmt: Je nach Betriebsart erstrecken sie sich vom Einkauf über den Anbau bis hin zur Tierhaltung und Fütterung.

Die Kontrolleure prüfen und protokollieren zum Beispiel, ob in dem Betrieb tatsächlich keine unzulässigen Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel eingesetzt wurden. Selbst die Lagerung solcher Mittel ist auf einem Bio-Hof verboten. Im Verdachtsfall werden Rückstandsproben im Boden und an den erzeugten Produkten genommen.

Auch die Haltungsbedingungen für die Tiere werden überprüft: Die Tiere müssen nachweislich genügend Auslauf auf der Weide oder im Stall haben. Käfighaltung ist im ökologischen Landbau nicht zugelassen. Egal ob Hühner, Gänse oder Puten: Sie haben auf dem Bio-Hof Auslauf im Freien, genügend Platz zum Scharren und Picken und können ihre Eier in Nester ablegen.

Die Verfütterung künstlicher Wachstumsförderer an die Tiere ist ebenso verboten wie die vorbeugende Gabe von Medikamenten.

Kontrollen beim Verarbeiter

Auch verarbeitende Betriebe, wie Molkereien, Bäckereien, Metzgereien und Hersteller weiterer Bio-Produkte, müssen sich regelmäßigen Kontrollen und unangekündigten Überprüfungen unterziehen. Bei allen verarbeiteten Bio-Lebensmitteln werden sowohl die Rohstoffe (z.B. Getreide und Gewürze) auf ihre Bio-Qualität überprüft als auch die Rezepturen und der Herstellungsprozess.

Speziell ausgebildete Kontrolleure inspizieren unter anderem die Verarbeitungsräume und die Lagereinrichtrungen, den Verkaufsraum sowie die betriebliche Dokumentation und die Kennzeichnung an den Produkten.

Damit gesichert ist, dass z.B. jedes als "Bio" deklarierte Stück Rinderfilet wirklich von einem ökologisch gehaltenen Tier stammt, überprüfen die Inspekteure zudem regelmäßig in den Verkaufsstellen die Herkunftsnachweise.

Zum Abschluss einer jeden Kontrolle wird eine Warenstrombilanz berechnet, bei der die Zukaufs- und Verkaufsmengen verglichen werden. So läßt sich genau nachvollziehen, dass auch nicht mehr Waren mit der Kennzeichnung "Bio" verkauft werden als zuvor an Bio-Rohstoffen eingekauft wurden.

Linktipp: Kontrolle in Bioland-Betrieben

Mindestens einmal im Jahr kommt ein Kontrolleur zu den Bioland-Verarbeitern und nimmt den Betrieb und die Buchhaltung unter die Lupe. Wie läuft so eine Kontrolle ab? Wer prüft nach welchen Maßstäben? Welche Standards, die über den EU-Mindeststandards hinausgehen, muss ein Bioland-Betrieb einhalten? Lesen Sie mehr dazu in den Reportagen über die Bio-Kontrolle in zwei verarbeitenden Betrieben:

Letzte Aktualisierung: 10.10.2009

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