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Donnerstag ist Veggietag

 
Logo der Aktion Donnerstag ist Veggietag . Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Die Aktion "Donnerstag ist Veggietag" ruft zu einem fleisch- und fischfreien Tag pro Woche auf.
Quelle: Vegetarierbund Deutschland e.V. (VEBU)

Was haben Bremen, Wiesbaden, Freiburg und Karlsruhe gemeinsam? Hier, wie auch in derzeit über zehn weiteren deutschen Städten, ist jeden Donnerstag "Veggietag". Dieser Wochentag steht ganz im Zeichen der fleischfreien Ernährung. Wer sich daran beteiligt, verzichtet an diesem Tag ganz bewusst auf Fleisch, Wurst und Fisch und entscheidet sich stattdessen für vegetarisches Essen. Mitmachen kann jeder, ob jung oder alt. In den beteiligten Städten unterstützen Großküchen kommunaler Einrichtungen (Altenheime, Krankenhäuser, Kantinen, Kitas, Schul- und Hochschulmensen) sowie einige Firmencasinos und Restaurants diese Idee. Sie servieren zum Veggietag entweder ausschließlich oder überwiegend vegetarische Gerichte.

Mitglieder der deutschlandweiten Veggie-Kampagne sind u.a. der Vegetarierbund Deutschland e.V., die Albert-Schweitzer-Stiftung und die Tierschutzorganisation PETA. In den teilnehmenden Städten wird die Aktion von unterschiedlichen Organisationen vor Ort unterstützt, zum Beispiel durch Natur- und Umweltschutzinitiativen oder Krankenkassen.

Im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen der nachhaltigen Landwirtschaft (BÖLN) wird der Veggie-Tag in Hannover unter dem Motto Opens external link in current window"Veggietag - bunt.bio.lecker" gefördert. Hier informieren die Akteure außer über vegetarische Ernährung auch über Bioprodukte.

Die Aktion Donnerstag ist Veggietag rückt gleichzeitig mehrere Aspekte unserer Ernährung in den Fokus:

Köchin in Großküche.
Zum Veggietag stellen auch immer mehr Restaurants vegetarische Gerichte auf die Speisekarte.
Foto: D. Menzler

Klimaschutz

In der Diskussion zum Klimaschutz wurde die Bedeutung von Ernährung und Landwirtschaft bis vor einigen Jahren unterschätzt. Dabei verbraucht unsere Ernährung in Deutschland etwa ein Fünftel der Gesamtenergie und trägt in dieser Größenordnung auch zum Treibhauseffekt bei. Die Hälfte dieser Treibhausgas-Emissionen geht auf das Konto der Landwirtschaft. Die Produktion tierischer Lebensmittel ist deutlich energieaufwändiger und damit klimabelastender als die Erzeugung pflanzlicher Lebensmittel. Vor diesem Hintergrund widmet sich die Kampagne dem Einfluss der Fleischerzeugung auf den Klimawandel. Laut Angaben des Vegetarierbund Deutschland e.V. entspricht ein deutschlandweiter Vegetariertag pro Woche der jährlichen Einsparung der Klimagase von sechs Millionen Autos.

Gesundheitsvorsorge

Statistisch betrachtet isst jeder Bundesbürger 62 Kilogramm Fleisch pro Jahr. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hingegen empfiehlt, maximal 300 bis 600 Gramm Fleisch- und Wurstwaren pro Woche zu verzehren (also nur halb so viel, wie wir uns tatsächlich einverleiben). Um das Risiko von Zivilisationserkrankungen (Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen) zu mindern, sollte der Fleischkonsum zugunsten von größeren Mengen an Obst und Gemüse verringert werden. Täglich fünf Portionen Obst und Gemüse machen jede Schlankheitskur überflüssig, versorgen den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen und bieten eine Vielfalt an Geschmack.

Tierschutz

Weniger Fleisch zu essen, bedeutet, dass einer Vielzahl von Tieren eine nicht artgerechte Aufzucht und die Massentierhaltung erspart bleibt. Der Verzicht auf Fleisch dient auch der Rückbesinnung darauf, dass Fleisch etwas Besonderes auf dem Speiseplan darstellt. Früher gab es den Sonntagsbraten, weil Fleisch ein so wertvolles und hochwertiges Lebensmittel war, das nicht täglich auf den Tisch kam. Wenn Fleisch seltener gegessen wird, kann man sich zum Beispiel auch Biofleisch leisten. Diese Tiere werden artgerecht gehalten, so dass der Sonntagsbraten tatsächlich zum Genuss wird.

Ressourcenschutz und Welternährung

Wasser, unser Lebensmittel Nummer eins, wird immer knapper: Allein für die Erzeugung von nur einem Kilogramm Rindfleisch werden 15.000 Liter Wasser benötigt. Die Regenwälder der Welt stellen durch ihre Bindefähigkeit von Kohlendioxid einen wertvollen Klimafaktor dar. Für den weltweit wachsenden Fleischbedarf werden riesige Flächen abgeholzt, um Weideland für Rinderherden und Anbauflächen für Futtermittel zu schaffen. Die meisten Masttiere fressen heute nicht mehr Gras, sondern Mais, Soja, Weizen und anderes Getreide. Um drei Kilo Rindfleisch zu erzeugen, müssen 21 Kilo Soja verfüttert werden. Diese drei Kilo Fleisch haben den gleichen Eiweißgehalt (und damit den gleichen Wert für eine gesunde Ernährung) wie ein einziges Kilo Soja. Statt Nahrungsgetreide für die direkte Ernährung der dort lebenden Bevölkerung anzubauen, werden diese Getreide zum Exportgut für die Futtermittelhersteller in den Industrieländern.

Neues probieren und nachhaltige Ernährungskultur mitgestalten

Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist der vegetarische Donnerstag eine gute Gelegenheit, eingefahrene Ernährungs- und Konsumgewohnheiten zu überdenken. Er bietet vielfältige Impulse, wie jeder Einzelne klimaschonende Ernährung, umweltbewusstes Verhalten und einen nachhaltigen Lebensstil im eigenen Alltag umsetzen kann.

Sich an einem Tag in der Woche konsequent vegetarisch zu ernähren, kann ganz neue Geschmackswelten eröffnen. Neben einem großen Angebot an Salaten, Gemüse und Obst gibt es noch weitere, vielleicht bisher unbekannte Alternativen pflanzlicher Herkunft zu entdecken. Selbstgemachte Getreidebratlinge, Pfannengerichte mit Tofu, Seitan-Burger oder Lupinen-Gyros sorgen für Abwechslung auf dem Speiseplan.

Eine größere Nachfrage nach vegetarischen Produkten - im Privathaushalt und in der Gemeinschaftsverpflegung - schafft eine Veränderung des Marktes. Die meisten Veggietag-Initiativen beziehen auch den Aspekt der regionalen, ökologischen und fairen Erzeugung der Lebensmittel mit ein. Wenn sich immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher saisonal angepasst ernähren und Produkte aus regionalem Anbau kaufen, dann tragen sie auch dazu bei, die bäuerliche Landwirtschaft und die Pflege der heimischen Kulturlandschaft zu unterstützen.

Veggietag - bald auch bei Ihnen?

Der Vegetarierbund Deutschland e.V. informiert auf Opens external link in current windowseiner Internetseite über die Aktion Donnerstag ist Veggietag. Hier gibt es alles rund um die Kampagne, Hintergrundinfos und eine große Rezeptdatenbank. Eine aktuelle Liste aller Teilnehmer (Kommunen Städte, Unternehmen) gibt einen Überblick darüber, wie die Aktion Kreise zieht. Über weiterführende Links gelangt man zu Angeboten und Aktivitäten der jeweiligen Akteure. Besonders attraktiv könnte sich die Seite auch für lokale Initiativen erweisen, die einen Veggietag in ihrer unmittelbaren Umgebung - in der Nachbarschaft, in der Schule, im Unternehmen oder für die gesamte Gemeinde oder Stadt - anregen möchten. In einem Forum können sich Interessierte über ihre geplanten und durchgeführten Aktivitäten austauschen.

Letzte Aktualisierung: 19.10.2011

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