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Bio mit Mehrwert

 

Kaufen Sie Biolebensmittel, weil Ihnen Tier- und Umweltschutz wichtig sind? Legen Sie Wert auf Lebensmittel, die möglichst gering mit Schadstoffen belastet sind? Spielt bei Ihrer Kaufentscheidung die regionale Herkunft eine Rolle? Dann befinden Sie sich in bester Gesellschaft, denn die für das Ökobarometer 2010 befragten Verbraucherinnen und Verbraucher gaben diese Aspekte als Top-Gründe für den Kauf von Ökoprodukten an. Die Konsumenten scheinen sich aber auch immer stärker für die Erzeugungs- und Verarbeitungsgeschichte, die hinter einem Produkt steckt, zu interessieren. Die Umfrage ergab nämlich auch, dass Deutschlands Biokonsumenten die Einhaltung von Sozialstandards immer wichtiger wird. Knapp die Hälfte (49 Prozent) aller im Rahmen des Ökobarometers befragten Biokäufer gab an, dass Prinzipien wie die gerechte Entlohnung von Erzeugern oder faire Arbeitsbedingungen ihre Kaufentscheidung für Bioprodukte positiv beeinflussen.

Dass viele Firmen der Biobranche mit ihren fairen und transparenten Strukturen diese Erwartungen bereits erfüllen und mit ihrer Unternehmensphilosophie oftmals eine Vorreiterrolle für die Wirtschaft einnehmen, zeigt die folgende Auswahl an Unternehmensinitiativen.

Bäckerei Märkisches Landbrot

Unter dem Motto "Es gibt immer einen Anfang für das Bessere" produziert Märkisches Landbrot seit 1981 Brot und Backwaren in Bioqualität - seit 1992 nach den Demeter-Richtlinien - und verfolgt als Unternehmensziel, durch ökologische Produktion mit ökologischen Rohstoffen zur Gesundung der Erde beizutragen. 2009 erhielt das mittelständische Unternehmen den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie "Deutschlands nachhaltigste Produktion". Märkisches Landbrot überzeugte die Jury mit einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsmanagement, einer detaillierten Ökobilanz und vielfältigen Aktivitäten im Bereich Corporate Responsibility (unternehmerische Verantwortung). Auch Transparenz wird groß geschrieben: Die jährlich erstellten Ökobilanzen werden auf der Internetseite veröffentlicht. Und damit auch alle Abläufe im Herstellungsprozess nachvollziehbar sind, können Besucher sowohl die Höfe der Brandenburger Lieferanten als auch die Backstube besuchen.

Die neueste Auszeichnung ist noch ganz (ofen-)frisch: Ende Juli 2011 wurde Märkisches Landbrot aufgrund der besonderen Leistungen rund um den Klimaschutz in die Klimaschutz- und Energieeffizienzgruppe der deutschen Wirtschaft aufgenommen. Als erstes Unternehmen in Europa erstellte und veröffentlichte das Unternehmen im Jahr 2010 einen "ökologischen Fußabdruck" (product Carbon Footprint) für alle eigenen Backwaren. Er gibt Verbrauchern einen Überblick über die in der gesamten Wertschöpfungskette - von der Landwirtschaft bis zur Auslieferung - entstandenen Kohlendioxid-Mengen. Dabei werden alle in der hauseigenen Mühle und Bäckerei entstehenden Emissionen anhand der Rezepturen auf die tatsächlich produzierte Menge an Broten und Backwaren umgelegt. Eine weitere Besonderheit des Berechnungstools ist es, dass die Kunden ihre eigenen Einkaufs- und Verzehrsgewohnheiten in den CO2e-Fußabdruck einfließen lassen können. So erfährt man nicht nur, ob eine bestimmte Brotsorte im Vergleich zur anderen bezüglich der Klimarelevanz besser abschneidet. Man kann auch berechnen, welche Auswirkungen es hat, ob man mit dem Auto oder Fahrrad einkauft und wenn man sein Brot einfriert oder toastet. Das Berechnungstool für den persönlichen product Carbon Footprint finden Sie auf der Internetseite von Märkisches Landbrot.

Die Upländer Bauernmolkerei

Milchpackung. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Eine faire Sache: 5 Cent pro Liter Milch werden direkt an die Bauern weitergegeben.
Foto: Upländer Bauernmolkerei

Mit dem Slogan "In jedem Liter Milch steckt ein schönes Stück Region" bringt die Upländer Bauernmolkerei ihre Geschäftsphilosophie auf den Punkt. 150 Betriebe in Hessen und Nordrhein-Westfalen liefern ihre Biomilch in die Molkerei, die in Regie der Ökobauern mit regionalem und ökologischem Charakter geführt wird.

Gegen den Preisverfall der Milch und um die Existenz ihrer Biobauern dauerhaft zu sichern, hat die Molkerei ein am Markt und für den Verbraucher deutliches Zeichen gesetzt: Im Januar 2005 startete die Molkerei das Projekt "Erzeuger-fair-Milch". Ein Preisaufschlag von 5 Cent pro Liter Biomilch wurde von den Naturkostkunden freiwillig gezahlt und direkt an die Biobauern weitergegeben. Ermutigt durch den unerwarteten Erfolg dieses Projektes werden seit 2007 alle Produkte der Molkerei zu fairen Preisen angeboten. Das Projekt "Erzeuger-fair-Milch" wurde mit dem Innovationspreis Bioverarbeitung 2005 ausgezeichnet. Als Mitglied des BioFairVereins, einer bundesweiten Initiative, setzt sich die Upländer Bauernmolkerei für hochwertige, genussvolle und gesunde Biolebensmittel im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens ein.

Und auch an die jungen Verbraucher wird schon gedacht: Die Upländer Bauernmolkerei liefert verschiedene Sorten Schulmilch in Bioqualität an Schulen in der Region und beteiligt sich an der Aktion Bio-Brotbox, die sich für ein gesundes Pausenfrühstück von Schulanfängern engagiert.

Weitere Informationen finde Sie auf der Internetseite der Upländer Bauernmolkerei.

Bio kann mehr!

Beratungsgespräch mit Kundin in Naturkostfachgeschäft. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Bio mit Mehrwert bedeutet auch persönliche Beratung statt anonyme Selbstbedienung.
Foto: D. Menzler

Zahlreiche weitere Unternehmen der Biobranche verfolgen mit ihrer Firmenphilosophie weit mehr als die Einhaltung der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau. Die der Kampagne "Bio kann mehr" angeschlossenen Hersteller und Händler demonstrieren zum Beispiel, dass sie sich zur Einhaltung des Bio-Kodex des Branchenverbands BNN verpflichtet haben und dass sie Bio aus Überzeugung vertreten. Der Bio-Kodex beschreibt die Werte der qualitätsorientierten Naturkostbranche, wozu unter anderem partnerschaftliches Handeln auf allen Ebenen, die Mitwirkung an der Qualitätssicherung, soziale Verantwortung sowie Tier-, Klima- und Umweltschutz und die kompetente Beratung im Biofachgeschäft gehören.

Hintergrundinformationen und Porträts der beteiligten Unternehmen finden Sie auf der Internetseite der Kampagne "Bio kann mehr".

Aktion Bio-Brotbox

Gefüllte Bio-Brotbox. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Viele Biounternehmen unterstützen die Aktion "Bio-Brotbox" durch Produktproben, aber auch mit Geldspenden, Gutscheinen und der Bereitstellung von Büro- und Logistikkapazitäten.
Foto: www.biobrotbox-neustadt.de

Ihrer Verantwortung für die junge Generation sind sich ebenfalls viele Biounternehmen bewusst. Mit der Unterstützung der Aktion Bio-Brotbox helfen sie dabei, Eltern und Kindern zu zeigen, wie ein gesundes Frühstück für daheim und für die Schulpause aussehen kann. Es beteiligen sich zum Beispiel bundesweit die Firmen Rapunzel, Lebensbaum und Allos durch die Zugabe von Portionspackungen in die bunte Pausenbox. Ergänzt wird der Inhalt durch weitere Proben unterschiedlicher bundesweit beziehungsweise regional agierender Hersteller. Die erste Bio-Brotbox-Aktion wurde 2002 auf Initiative von Renate Künast, der damaligen Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, ins Leben gerufen. Zum Start wurden damals in Berlin 23.000 Bio-Brotboxen verteilt. Mittlerweile gibt es bundesweit 52 regionale Initiativen, die in diesem Jahr voraussichtlich rund 157.000 Bio-Brotboxen an Schulanfänger ausgeben.

Aktuelle Infos zur Aktion Bio-Brotbox finden Sie auf der Internetseite der Bio-Brotbox.

Das Engagement der Biounternehmen in Sachen "Bio mit Mehrwert" ist also sehr vielfältig und prägt verschiedene Bereiche unserer Gesellschaft und unserer Umwelt. Durch Ihre Kaufentscheidung für Biolebensmittel mit dem "gewissen Etwas" können Sie dazu beitragen, dass die Ziele der Biobranche erreicht werden.

Letzte Aktualisierung: 17.08.2011

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