Mehr Bio in Bremer Kitas

Mehr Bio in Bremer Kitas

Mit dem Projekt "Mehr Bio in Bremer Kitas" wollte der Verein Sozial├ľkologie untersuchen, wie sich die Umstellung auf Bio in der Praxis auf die Kosten auswirkt und welcher Bioanteil in der Kitaverpflegung m├Âglich ist. Drei Kitas in Stadtteilen mit ganz unterschiedlichen sozialen Hintergr├╝nden nahmen am Pilotprojekt teil. Von Januar bis Oktober 2017 brachten drei Bremer Kitas in Neustadt, Horn-Lehe und Vegesack f├╝r ihre 370 Kinder nur Biolebensmittel auf den Tisch. "Zu Beginn hatten alle Kitas die Sorge, dass die Kosten f├╝r das Bioessen zu hoch w├Ąren", so die Leiterin des Projekts "Mehr Bio in Bremer Kitas" vom Verein Sozial├ľkologie. "Doch am Ende waren alle ├╝berrascht, dass die Mehrkosten in einem ├╝berschaubaren Rahmen blieben". 

Machbare Mehrkosten

Insgesamt stiegen die Mehrkosten beim Wareneinsatz nur um 10 bis 15 Prozent. Darauf h├Ątten selbst die Projektverantwortlichen vorher nicht gewettet. Der Verein hatte deshalb vor Beginn des Projekts nach Sponsoren gesucht, welche die angenommenen Mehrkosten f├╝r den Bioeinkauf ├╝bernehmen. Die urspr├╝ngliche Kalkulation ging davon aus, dass daf├╝r 50 Cent pro Kind und Tag eingesammelt werden m├╝ssen. "Am Ende blieben die Mehrkosten pro Kind und Tag (inklusive Nachmittagssnack) aber in der Spanne zwischen elf und 23 Cent", so Lea Unterholzner. "Die Differenz zum Sponsorenzuschuss k├Ânnen die Kitas aber trotzdem behalten und jetzt in beispielsweise in die Ern├Ąhrungsbildung investieren".

Beratung muss die Umstellung begleiten

Die ermutigenden Ergebnisse decken sich mit anderen Erfahrungen, wie sie beispielsweise im Projekt "Bio f├╝r Kinder" in M├╝nchen gemacht wurden. Doch die Zahlen d├╝rfen nicht falsch interpretiert und einfach pauschalisiert werden. Die Umstellung auf Bio hat keine eingebaute Erfolgsgarantie. Damit die Einf├╝hrung von Bio in den Kitak├╝chen gelingt, muss man den Prozess der Umstellung gut vorbereiten und begleiten. "Die Kitas brauchen Beratung und Unterst├╝tzung auf dem Weg in Richtung Bio", versichert Lea Unterholzner. Das h├Ąngt nat├╝rlich stark von den jeweiligen K├╝chenteams und ihrer Ausgangslage ab. Sie m├╝ssen bei der Einf├╝hrung den Gesamtprozess im Auge behalten, nicht nur die Lieferanten austauschen. Wie lassen sich die Mengen besser planen, um Speiseabf├Ąlle zu vermeiden? Welche Lieferanten bieten einen guten Preis? Bew├Ąhrt hat sich zudem, den Speiseplan erst dann zu schreiben, wenn die Angebote vorliegen, und die tats├Ąchlichen Kosten immer im Blick zu behalten.

Zeit f├╝r die Umstellung einplanen

Der Prozess der Einf├╝hrung von Bio bedeutet deshalb auch eine Umstellung f├╝r das ganze K├╝chenteam. Am Anfang brauchen die K├╝chenkr├Ąfte daf├╝r mehr Zeit. Wenn sich die Abl├Ąufe jedoch einmal eingespielt haben, f├╝hrt die Biok├╝che nicht grunds├Ątzlich zu Mehraufwand. Die Pilotk├╝chen haben diese Phase gut gemeistert und sind in ihrer Motivation gest├Ąrkt: Zwei der drei Kitas werden weiterhin bei 100 Prozent Bio bleiben und k├Ânnen das im Rahmen ihrer Budgets finanzieren. Eine Kita will diese Marke soweit wie m├Âglich halten, aber zum Teil Kompromisse machen und einzelne Produkte wieder in konventioneller Qualit├Ąt einkaufen. W├Ąhrend der Projektlaufzeit gab es zudem viele R├╝ckmeldungen von weiteren Kitas, die gerne mitgemacht h├Ątten. Der Verein f├╝r Sozial├ľkologie hat sich vorgenommen, mit diesen und anderen, die noch Vorbehalte haben, ins Gespr├Ąch zu kommen.

Empfehlungen:

Politik und Tr├Ąger

  • Generelle Wertsch├Ątzung gegen├╝ber Essen erh├Âhen.
  • Bei Planung die regionalen Erzeuger mit einbinden und Produktionsbedingungen vor Ort im Blick behalten.
  • Forderungen nach erh├Âhtem Bioanteil mit Sensibilit├Ąt f├╝r die Umsetzenden stellen und Unterst├╝tzung anbieten.
  • Etat f├╝r Verpflegung aufstocken.
  • Bildungsangebote f├╝r Kitas schaffen, die bisher noch Ber├╝hrungs├Ąngste mit Bio haben.
  • Zeitbudget f├╝r die K├╝chenleitungen einr├Ąumen f├╝r optimale Planung und Kostenkontrolle.

Kitas und K├╝chen

  • Das gesamte Team in die Entscheidungsprozesse und Zielfindung mit einbeziehen.
  • Ern├Ąhrung als p├Ądagogisches Feld begreifen und Kinder teilhaben lassen.
  • Essensangebot ├╝berdenken mit Offenheit gegen├╝ber Neuerungen.
  • Potenziale zur Kostenreduktion nutzen: Preisvergleiche, Fokus auf vegetarische Gerichte, Abfallvermeidung, Kontrolle von Mengen und Kosten unter anderem.
  • Mut haben, zusammen mit den Kindern neue Wege beim Essen zu gehen.

Letzte Aktualisierung 26.11.2017

Bio kann jeder

Logo Bio kann jeder

Die Kampagne f├╝r eine ausgewogene Au├čer-Haus-Verpflegung von Kindern und Jugendlichen

Zur Kampagne "Bio kann jeder"

Die Initiative BioBitte.

Ziel der Initiative ist es, den Bioanteil in der ├Âffentlichen Au├čer-Haus-Verpflegung auf 20 Prozent und mehr zu steigern.

Zur Initiative BioBitte.

Bio-Zertifizierung in der AHV

Cover Zertifizierung in der AHV

Mit einfachen Schritten zur Bio- Zertifizierung

Der neue Leitfaden

Download
PDF | 7,6 MB

Nach oben