Nachgefragt bei Harald Rühl

Nachgefragt bei Harald Rühl

Harald Rühl beliefert mit seinem Catering-Service seit 1992 den Raum Gießen, Marburg, Wetterau und das Rhein-Main Gebiet mit Spezialitäten aus der feinen Bioküche. Inzwischen hat sich Safran Bio Catering zu einem erfolgreichen Unternehmen mit 25 Festangestellten und acht Aushilfskräften entwickelt.

Oekolandbau.de: Erzählen Sie uns etwas über die Anfänge und die Entwicklung von Safran Bio Catering. Wer waren die ersten Kundinnen und Kunden? Wie hat sich der Kundenkreis entwickelt? Und haben Sie von Anfang an Bioprodukte verwendet?

Rühl: In meinem Betrieb wurden von Anfang an konsequent Bioprodukte verwendet. Das Unternehmen begann ganz klein aus einer Haushaltsküche heraus – erste Kundinnen und Kunden waren Privatpersonen mit Geburtstagen und auch Hochzeiten.

Oekolandbau.de: Heute liefern Sie täglich rund 2.000 Essen aus. Woher beziehen Sie die Waren dafür?

Rühl: Das von uns verwendete Gemüse, wie Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln, Lauch, Zucchini, Tomaten, Salat und viele weitere saisonale Produkte beziehen wir zu fast 80 Prozent über den Bioland Hof Tollgrün aus dem Nachbarort Dornholzhausen. Unsere Molkereiprodukte bekommen wir von der Upländer Bauernmolkerei (Bioland) aus Willingen-Usseln in Nordhessen sowie in Demeterqualität vom Hofgut Friedelhausen aus Lollar unweit von Gießen.

Oekolandbau.de: Setzen Sie auch beim Fleisch auf regionale Anbieter?

Rühl: Ja, Rind- und Schweinefleisch beziehen wir vom Biolandhof Hephata – einem Betrieb der hessischen Diakonie. Wenn wir Lamm verarbeiten, kommt es direkt aus dem Gießener Land von einem kleinen bäuerlichen Familienbetrieb in Rödgen. Geflügel beziehen wir in Demeterqualität vom Bauckhof  in Niedersachsen und regional vom Hof Hirschle in Kurhessen. Alle weiteren benötigten Produkte aus biologischem Anbau beziehen wir von einem regionalen Biogroßhandel. Firmen wie die Bohlsener Mühle und Rapunzel beliefern uns direkt per Spedition.

Oekolandbau.de: Bioprodukte kosten in der Regel mehr als konventionell erzeugte Produkte. Wie gehen Sie mit den höheren Einkaufspreisen um?

Rühl: Wir kompensieren die höheren Einkaufspreise durch eine bewusst vegetarisch ausgerichtete Speisenzusammenstellung – nur circa zehn Prozent unseres Angebots enthalten Biofleisch oder Biofisch. Dazu versuchen wir besonders sorgfältig bei den Mengenberechnungen vorzugehen um Überproduktion zu vermeiden.

Ein dritter wichtiger Punkt sind vergleichsweise günstige Einkaufspreise. Wir erreichen das durch Direktbezug und die Abnahme entsprechend großer Mengen. Nudeln oder Tomatenprodukte bestellen wir zum Beispiel ausschließlich palettenweise.

Oekolandbau.de: Sie beliefern viele Kitas. Was müssen die Eltern für ein Bioessen ausgeben und werden die höheren Preise für Bio von Ihren Kundinnen und Kunden akzeptiert?

Rühl: Unser stetiges Wachstum in den letzten Jahren zeigt, dass die Preise von der Kundschaft gut akzeptiert werden. Preislich liegen die Mittagsmahlzeiten je nach Struktur (mit/ohne Fleisch; 2 oder 3 Gänge Menü) im Bereich von 3,30 bis 3,80 Euro pro Mahlzeit.

Oekolandbau.de: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Rühl.


Letzte Aktualisierung 14.12.2016

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