Ein Prozent für das Klima

Ein Prozent für das Klima

Zum ersten Mal beteiligen sich gastronomische Betriebe aus Deutschland an der in den USA gegründeten Initiative Zero Foodprint. Die Grundidee ist bestechend einfach: Restaurants und Catering-Unternehmen spenden ein Prozent ihres Umsatzes für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft. Wenn das Projekt gut ankommt, soll es ausgeweitet werden.

Wie können Restaurants und ihre Gäste in kleinen Schritten dazu beitragen, eine nachhaltigere Lebensmittelwirtschaft zu etablieren? Dieser Grundgedanke steht hinter der 2015 in den USA gegründeten Non-Profit-Organisation Zero Foodprint. Die teilnehmenden Betriebe spenden ein Prozent ihrer Umsätze für Maßnahmen für den Klimaschutz. In Deutschland wird das von den Restaurants gesammelte Geld an "ZFP Deutschland" als steuerlich anerkannte Spende überwiesen. Davon profitieren landwirtschaftliche Betriebe, die auf ihren Flächen Klimaschutzmaßnahmen wie beispielsweise zum Aufbau von Humus oder zur Agroforstwirtschaft umsetzen.

Greentable als Impulsgeber

Nach Deutschland bringen will diese Idee Matthias Tritsch vom Verein Greentable. Und aus dieser bundesweiten Plattform für eine nachhaltige Gastronomie stammen auch die ersten fünf Pilotbetriebe, die mit Zero Foodprint einen Beitrag für eine nachhaltige Landwirtschaft und zur Bewältigung der Klimakrise leisten möchten. Die ersten Spenden unterstützen beispielsweise den Ausbau der mobilen regenerativen Hühnerhaltung auf dem "Gut Haidehof" bei Hamburg. Zudem wird im Rahmen der Pilotphase in den gastronomischen Betrieben der CO2-Fußabdruck berechnet, damit sie gezielt ihre Treibhausgasemissionen vermindern können. Doch Initiator Matthias Tritsch möchte die Idee von Zero foodprint, deren Gründer ihren Fokus auf die Reduktion des CO2-Fußabdruckes legten, nicht einfach nur kopieren. Es geht ihm um eine Bewegung "vom Teller zum Acker", bei denen sich gastronomische Betriebe und ihre Gäste dafür engagieren, die Landwirtschaft hierzulande ein Stück zukunftsfähiger zu machen. Ein Schlüsselbegriff ist dabei das Konzept des „regenerativen Ackerbaus“.

Erste Pilotbetriebe in Deutschland

Einer der Pilotbetriebe in Deutschland ist das biozertifizierte Gourmet-Restaurant Landhaus Scherrer in Hamburg. Seit vielen Jahren engagieren sich Heinz Wehmann und sein Sohn Julian für das Thema Nachhaltigkeit. Für den Senior und Küchenchef im Haus fängt das Kochen beim Einkaufen an. Er will wissen, woher die Lebensmittel kommen und wie genau sie erzeugt werden. Deshalb spendet der Familienbetrieb auch gerne "mindestens bis zum Jahresende" ein Prozent der Umsätze an den ZFP-Fonds. Aber bekommt dafür auch etwas zurück. Denn zum Projekt gehört, dass im Rahmen der Pilotphase der CO2-Fußabdruck des Betriebs erhoben wird. "Diese Informationen sind wichtig für uns, um unsere Klimabilanz stetig zu verbessern", so Heinz Wehmann. Natürlich kommuniziert der Betrieb diese Themen auch an seine Kundinnen und Kunden. Nicht aufdringlich, aber als Angebot. "Und da gibt es richtig positive Resonanz bei den Gästen", weiß der Seniorchef.

Klimaschutz beim Film-Catering

"Zero Foodprint hat mich spontan angesprochen", sagt Christopher Rat, der Inhaber von Mahl-Art-Catering in Hürth. Der Spezialist für Caterings bei Film und Fernsehen will mit der Teilnahme am Projekt gerade auch in dieser Branche das Thema Nachhaltigkeit ein kleines Stück voranbringen. "Wir versuchen den Produktionsfirmen die Idee bei unseren Verhandlungsgesprächen schmackhaft zu machen". Auch für Bio-Produkte ist Christopher Rat grundsätzlich offen. Aber er hat sich noch nicht für einen konsequenten Weg mit Bio-Zertifizierung entschlossen. Der Preissprung bei Bio sei vielen Produktionsfirmen, die knapp kalkulieren, bisher noch zu hoch. Christopher Rat versucht deshalb im Rahmen seiner Budgets so viel Nachhaltigkeit wie möglich auf die Teller zu bringen. Dafür ist die Pilotaktion mit Zero Foodprint ein guter Einstieg. Gleichzeitig ist er überzeugt davon: Dies ist erst der Anfang und das Thema Nachhaltigkeit in der Gastronomie wird in jedem Fall an Bedeutung gewinnen.

Bundesweiter Startschuss

Nach der Pilotphase wird die Initiative Ende September 2021 anlässlich der Berlin Food Week Ende bundesweit ausgeweitet. Bis Redaktionsschluss haben sich bereits mehr als 70 gastronomische Betrieb für eine Teilnahme anmeldet und bieten eine Woche lang ein klimafreundliches Menü an. Gleichzeitig verpflichten sie sich, ein Prozent ihres Umsatzes für dieses Menü für heimische Klimaschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft zu spenden. Wenn es nach Matthias Tritsch geht, soll das nur der Anfang sein. Er will die Initiative unter gastronomischen Betrieben in ganz Deutschland zu einer breiten Bewegung für die Klimawende machen.


Letzte Aktualisierung 16.09.2021

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