Bio kann jeder


Bioschulessen für Hannover

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Foto: BLE

Fragen aus dem Workshop

Wie kann eine Schulmensa mehr Bioprodukte auftischen und Trends aufgreifen? Wie lässt sich ein Essensangebot mit biologischen und saisonal-regionalen Produkten erfolgreich umsetzen? Welchen Einfluss kann ein Caterer auf die schulischen Rahmenbedingungen nehmen und wie lässt sich die Zahl der Essensteilnehmer steigern? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Workshops "Erfolgreich nachhaltig in der Schulverpflegung" am 11. März 2014 im Umweltzentrum Hannover.

Eingeladen waren Küchenleiterinnen und Küchenleiter und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Schul-Caterern, Mensavereinen oder Lieferanten. Auch der Stadtelternrat war beim Workshop vertreten und hat seinen Standpunkt für gesundes Essen an Schulen deutlich gemacht. Einig waren sich alle, dass der kollegiale Meinungsaustausch unter Wettbewerbern dem Thema nützt.Entsprechend gab es Anregungen, ein regelmäßiges Treffen zwischen den Schulcaterern zu initiieren. 

Bio ist machbar

Beim Thema Bio meinten die Caterer einstimmig, dass der Einsatz zwar wünschenswert ist, aber von vielen Eltern in der Schulverpflegung nicht bezahlt werden kann oder will. Hier zeigte U.plus den Caterern Wege und Beispiele auf, wie Bioprodukte auch wirtschaftlich in die Schulverpflegung integriert werden können. So wurde mit einer Warenwirtschaftlichkeitsberechnung gezeigt, dass sich bei einem Anteil von 20 Prozent Bioprodukten in der Warenbeschaffung der Essenpreis nur um rund  3 Prozent steigern würde. Das bedeutet in Hannover knapp 10 Cent Mehrkosten pro Schulessen.

Essenbeiräte machen Sinn

Auch die Rahmenbedingungen für die Schulverpflegung wurden im Workshop thematisiert. Hier zeigte die Diskussion, dass die Caterer beispielsweise schulische Essenbeiräte und die Einbindung der Schulverpflegung in ein pädagogisches Konzept der Schule stark befürworten. Denn von den Caterern wurde erkannt, dass nur eine breite Zustimmung aller Beteiligter (Schule, Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, Eltern) und eine gute Essenqualität für höhere Beteiligungszahlen bei der Schulverpflegung führen werden.

Erfahrungen aus dem Studentenwerk

Als Anbieter der Gemeinschaftsverpflegung stellte Jens Grabig, Bereichsleiter für Mensen beim Studentenwerk Hannover, seine Erfahrungen mit nachhaltigen Angeboten vor. Er brachte auch die wirtschaftlichen Aspekte zur Sprache. Sein Fazit: Nachhaltig kochen ist ein Gewinn in jeder Hinsicht. Die Zusammenarbeit mit regionalen Produzenten sorgt für gute Produktqualität und stabile Preise, ebenso wie jahreszeitlich ausgerichtete Rezepte, die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind motivierter, wenn wieder frisch gekocht wird und Reklamationen der Kundinnen und Kunden werden deutlich weniger. 

Was die Schülerinnen und Schüler dazu sagen

Außerdem kamen die Gäste in der Schulverpflegung zu Wort: Wie bewerten hannoversche Schülerinnen und Schüler das Schulessen? Bei einer stichprobenartigen Befragung an einer hannoverschen Schule, die warmes Essen geliefert bekommt, zeigte sich: Je älter die Schülerinnen und Schüler werden, desto seltener trifft man sie in der Mensa an. Im Durchschnitt essen mehr Mädchen in der Mensa als Jungen. Viele Jungen kritisieren, dass sie nicht satt würden. Das Essen bewerten die Schülerinnen und Schüler mit der Note zufriedenstellend, also mit einer guten 3. Häufige Kritikpunkte am Essen: zu weich gekocht, zu wenig, zu lange Wartezeiten, nicht frisch genug.

Aktuelle Ausschreibungen in Hannover

Immer mehr Schulen legen Wert auf nachhaltige Angebote mit Biolebensmitteln und saisonal-regionale Erzeugnisse für ihre Pausen- und Mittagsverpflegung. Die Landeshauptstadt Hannover hat dies zum Anlass genommen, ein neues Konzept zur Schulverpflegung zu entwickeln. Sie hat die Ansprüche der Schulen abgefragt und sie in die Ausschreibung der Belieferung für das Schuljahr 2014/2015 aufgenommen. Für die Caterer bedeutet dies, sich stärker mit ihrem Angebot auf die Schulen einzustellen. Dazu gehört auch, dass einige hannoversche Schulen Bioprodukte in das Schulessen stärker integrieren wollen. 10 hannoversche Schulen haben den Einsatz von Bioprodukten explizit in die Ausschreibung aufnehmen lassen. Nun können die Caterer zeigen, wie ernst sie es mit ihrem Einsatz von Biolebensmitteln meinen.  

In Niedersachsen und Bremen führt U.plus – Agentur für Umweltkommunikation des Umweltzentrum Hannover seit 2005 die Kita-, Schul- und Catererworkshops im Rahmen der bundesweiten Kampagne "Bio kann jeder – nachhaltig essen in Kita und Schule" durch.

Die Regionalpartner in anderen Bundesländern finden Sie hier.

Die Kampagne ist Teil des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formennachhaltiger Landwirtschaft und wurde initiiert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Kontakt:  Heike Hanisch + Eberhard Röhrig-van der Meer U.plus – Agentur für Umweltkommunikation des Umweltzentrum Hannover
www.umweltzentrum-hannover.de

Letzte Aktualisierung: 19.05.2014