Leitfaden: Bio-Außer-Haus-Verpflegungs-Verordnung

Leitfaden: Bio-Produkte in der AHV

Um es für Unternehmen der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) einfacher zu machen, den Einsatz von Bio-Lebensmitteln gegenüber ihren Gästen zu kommunizieren, schafft die neue Bio-Verordnung für die Außer-Haus-Verpflegung (Bio-Außer-Haus-Verpflegung-Verordnung, kurz: Bio-AHVV) einen einfachen und klaren Rechtsrahmen. Denn: Wer mit "Bio" werben möchte, muss sich, wie bisher auch, durch eine Öko-Kontrollstelle zertifizieren lassen, denn das deutsche Öko-Landbaugesetz schützt die Begriffe „bio“ und „öko“.

Ein wichtiger Mehrwert ist, dass es Gästen nun einfacher möglich ist, zu erkennen, welche konkreten Zutaten in Bio-Qualität eingesetzt werden. Darüber hinaus lässt sich durch ein neues, freiwilliges Logo (Bio-AHV-Logo bzw. Bio-AHV-Kennzeichen) in den drei Kategorien Bronze, Silber und Gold rasch erkennen, wie hoch der Anteil an Bio-Lebensmitteln in einem Restaurant, einer Kantine oder einer Mensa ist.

Was sind die wesentlichen Änderungen und Neuerungen?

  • Zutatenkennzeichnung: Die Kennzeichnung in der AHV darf nur noch über die Auslobung von Bio-Zutaten oder Bio-Erzeugnissen erfolgen. Aufwändige Berechnungen von Massenbilanzen (früher: Warenflussberechnungen) bei Parallelproduktion von Bio-Speisen oder Bio-Speisekomponenten in der Küche (gleiche Zutaten in biologischer und nicht-biologischer Qualität) entfallen damit. Gäste können klar erkennen, welche konkreten Zutaten in einem Gericht in Bio-Qualität eingesetzt werden. (Lesen Sie mehr.)
  • Zutatenübersicht: Pflicht ist eine gut einsehbare Bio-Zutatenübersicht bzw. im Fall eines fast ausschließlichen Bio-Angebotes eine Übersicht der Nicht-Bio-Zutaten. (Lesen Sie mehr.)
  •  Siegel zur Kennzeichnung: EsdürfenausschließlichBio-Zutaten oder Bio-Erzeugnisse mit dem staatlichen deutschen Bio-Siegel beworben werden. Wichtig dabei: Das Bio-Siegel muss sich eindeutig auf die Bio-Zutaten oder Bio-Erzeugnisse beziehen. Eine allgemeine Bewerbung des gastronomischen Gesamtangebots (zum Beispiel übergreifend auf dem Speiseplan) mit dem Bio-Siegel und dem EU Bio-Logo ist nicht erlaubt, um eine Irreführung von Verbraucherinnen und Verbrauchern zu vermeiden. Bio-Logos der Länder und Verbände sind unter Voraussetzungen möglich (Lesen Sie mehr.)
  • Bio-AHV-Logo zur Auszeichnung: Zusätzlich zur Zutatenkennzeichnung kann künftig auch der wertmäßige Gesamtanteil aller eingesetzten Bio-Zutaten im Unternehmen (und auch für einzelne Betriebseinheiten) am Wareneinsatz über das neue Bio-AHV-Logo in Bronze, Silber und Gold transparent gemacht werden. (Lesen Sie mehr.) 
  • Vereinfachung der Dokumentation: Durch den Wegfall verschiedener Dokumentationsanforderungen wie z. B. der Dokumentation der Wareneingangsprüfung wird der Bio-Einsatz in der AHV einfacher und unternehmerfreundlicher. (Lesen Sie mehr.)

Kurz & knapp:
Unternehmen der AHV, die den Einsatz von Bio-Lebensmitteln kennzeichnen und bewerben wollen, müssen sich dafür weiterhin zertifizieren lassen (mit Ausnahme von Kindertagesstätten und Schulen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen: Hier finden Sie nähere Infos.). Ziel ist es, das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher durch ein Zertifikat zu stärken. Dafür müssen lediglich die auf die AHV zugeschnittenen Anforderungen der Bio-AHVV eingehalten werden, nicht mehr wie bisher die Anforderungen des EU-Öko-Rechts.

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