Außer-Haus-Verpflegung


Event-Catering

Eventgastronomie. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Biospitzenkoch Christopher Hinze serviert Biosnacks und gute Laune beim Weltkindertagsfest in Berlin. Foto: FÖL

Die Onlineplattform "BioStreetFood" will Caterer und Veranstalter besser zueinander bringen. Organisatoren von Straßenfesten, Märkten oder Festivals finden dort geeignete Anbieter für die Bioverpflegung. Biocaterer können sich auf der Plattform einfach und kostenfrei registrieren.

Bei Markt- und Straßenfesten, Konzerten oder Festivals hängt der Erfolg nicht zuletzt auch vom gastronomischen Konzept ab. Um den Besucherinnen und Besuchern ein abwechslungsreiches Angebot in Bioqualität bieten zu können, sind die Organisatoren oft auf der Suche nach geeigneten Eventgastronomen. Hier setzt das von der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL) initiierte Projekt an. "Die neue Plattform will Caterer und Veranstalter mit wenigen Klicks zusammenbringen", erläutert der Projektverantwortliche Gerald Köhler. 

Kostenloser Service für alle Beteiligten

Interessierte Eventgastronominnen und -gastronomen können sich auf der Plattform kostenlos registrieren und ihr Profil eingeben: Welche Arten von Speisen sind im Angebot? Deutschlandweit oder in bestimmten Regionen? Gibt es auch vegetarische, vegane oder besonders kindergerechte Snacks oder Gerichte? Ist der Betrieb bereits biozertifiziert oder wird eine eventbezogene Biozertifizierung angestrebt? Denn was viele gastronomische Betriebe gar nicht wissen: Sie können sich auch nur für einen Tag oder eine kurze Zeit bei einer der zugelassenen Stellen zertifizieren lassen und dann ihre Speise mit dem Biozeichen ausloben. 

Kontrollverfahren für Eventgastronomen

Bei Interesse an einer Eventzertifizierung sollten sich die Organisatoren und ihre Caterer möglichst frühzeitig mit einer Kontrollstelle in Verbindung setzen. Spätestens jedoch vier Wochen vor dem Termin. Das Cateringunternehmen und die Kontrollstelle schließen dann einen Vertrag, in dem das Verpflegungsangebot und die verwendeten Biozutaten genau beschrieben werden. Am Veranstaltungstag findet vor Ort eine unangekündigte Kontrolle statt. Zum Ablauf der Eventzertifizierung und all den damit verbundenen Fragen finden interessierte Personen weitere Informationen auf der Website. Gerne gibt die FÖL dazu auch weitere Auskünfte, die auf eigenen Erfahrungen in diesem Bereich basieren: Seit 2011 kümmert sich der Verein als Generalunternehmer um die Bioverpflegung auf dem Weltkindertagsfest in Berlin mit rund 100.000 Besucherinnen und Besuchern jedes Jahr. Dafür holt die FÖL etwa 20 bis 28 Cateringunternehmen mit ins Boot. "Inzwischen hat sich das eingespielt und läuft mit großem Erfolg", berichtet Gerald Köhler.

Steigende Nachfrage

Schlossplatz Stuttgart. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Auch Eventgastronomen brauchen für den Verkauf von Biosnacks eine Zertifizierung. Foto: Andreas Greiner

Bislang gibt es keine fundierten Marktzahlen zur Eventgastronomie mit Bioprodukten. "Nach unseren Erfahrungen ist in den letzten Jahren ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen", urteilt Dr. Jochen Neuendorff von der Gesellschaft für Ressourcenschutz mbH (GfRS) in Göttingen. Die AHV-Experten der GfRS hatten zusammen mit Rainer Röhl, einem Berater für nachhaltige Verpflegungskonzepte, im Jahr 2007 das Standardverfahren zur Biozertifizierung in der Eventgastronomie entwickelt. Seither ist die GfRS eine der Öko-Kontrollstellen, die bei solchen Events regelmäßig gefragt ist – vom Tollwood-Festival in München über Weihnachtsmärkte und Stadtfeste sowie Konferenzen und Empfängen. Das Konzept wird in der Praxis gut angenommen. Wichtig ist, dass sich der Veranstalter auf eine gut nachvollziehbare Kennzeichnung festlegt. Das heißt konkret: Bestimmte Zutaten werden komplett in Ökoqualität angeboten, um eine Vermischung auszuschließen. Wenn ein Veranstalter sich einmal auf diesen Weg einlässt, bleibt er dabei, so die Erfahrung des Kontrollstellenleiters.

Plattform muss noch wachsen

Damit die Plattform ihren Zweck erfüllt, muss sie natürlich noch wachsen. Es wird entscheidend darauf ankommen, dass sich möglichst viele Cateringunternehmen registrieren und sich der Nutzwert für Suchende fortlaufend verbessert. Gerald Köhler ist da ganz optimistisch: "Es handelt sich um einen für beide Seiten kostenlosen Service, den wir in den nächsten Jahren weiter pflegen und ausbauen werden". Noch bis Ende 2017 kann die FÖL dazu Fördermittel aus dem Bundesprogramm für Ökologischen Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft nutzen. Aber auch danach wird sich der Berliner Verein weiter darum kümmern. Langfristig hat sich die FÖL mit BioStreetFood ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Die Website soll nicht nur erste Auskunfts- und Anlaufstelle zum Thema werden, sondern als die bundesweite Plattform für nachhaltige Streetfoodangebote fungieren.


Letzte Aktualisierung: 12.04.2016