Methodisch-didaktische Hinweise

Empfohlene Fächer

Biologie, Ernährungslehre, Wirtschaft/Politik, Mathematik

Lehrplanbezug

Die Unterrichtseinheit weist viele Bezüge zu den Bildungsplänen der Sekundarstufen I und II der Länder auf.  Die Arbeitsmaterialien lassen sich individuell an Lernstand und Arbeitsweise der jeweiligen Schulform und Jahrgangsstufe anpassen.

Für die Umsetzung der Einheit bietet sich die Anknüpfung an Themenkomplexe wie "Umwelt- und Gesundheitsbewusstes Leben" im Fach Biologie oder Ernährungslehre, "Konsum und Verbraucherverhalten" im Fach Wirtschaft/Politik und "Statistik" im Fach Mathematik an.

Kompetenzziele

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • entwickeln konstruktive Lösungen zur Überprüfung von Hypothesen.
  • erarbeiten Fragebögen und führen Umfragen durch.
  • stärken ihre Kommunikationsfähigkeit in Interviews und Umfragen.
  • werten Umfrageergebnisse aus und fassen sie anschaulich und sinnvoll zusammen.
  • arbeiten eigenständig und unterstützen sich gegenseitig.

Unterrichtsskizze

Einstieg

Die Schülerinnen und Schüler aktualisieren und vergegenwärtigen sich ihre Basiskenntnisse über den ökologischen Landbau, die Qualität und die Verarbeitung der ökologisch produzierten Lebensmittel, die Preisbildung und die Vermarktung. Hierbei können die FAQ - Ökolandbau (Word-Datei) genutzt werden.

Als alternativer oder ergänzender Einstieg in die Themenbearbeitung bietet es sich an, den Schülerinnen und Schülern verschiedene Lebensmittel mit dem EU-Bio-Logo zu zeigen, diese eventuell zu verkosten und den Bekanntheitsgrad in der Lerngruppe zu erörtern.

Im Anschluss daran stellt die Lehrkraft oder eine Schülerin oder ein Schüler das Ökobarometer 2012 vor. Abschließend wird die handlungsleitende Fragestellung entwickelt, ob diese Ergebnisse in der Lerngruppe und im eigenen Umfeld verifiziert werden können.

Erarbeitung

In Bezug auf die Einführungsphase des Unterrichts bilden die Schülerinnen und Schüler Hypothesen zum Bekanntheitsgrad und zur Akzeptanz von Biolebensmitteln in verschiedenen Bevölkerungsgruppen und/oder Regionen. Sie planen Verfahrensschritte, um Aussagen zu ihren Hypothesen zu gewinnen.
Sie überlegen sich und begründen, welche Zielgruppen an welchen Orten befragt werden sollen und entwickeln unterschiedliche Strategien und Erhebungsinstrumente, wie einen Interviewleitfaden oder einen Fragebogen. Diese sollten zielgruppenangepasst sein und sich beispielsweise auf

  • Jugendliche in der Schule, im Stadtteil,
  • Verbraucher und Verbraucherinnen oder
  • Anbieter und Verkaufsstellenleiter und -leiterinnen beziehen.

Hinweise zur Gestaltung eines Interviews beinhaltet der Arbeitsauftrag A 1. Bei der Befragung von Verbraucherinnen und Verbrauchern können Fragen wie im Fragebogen-Beispiel auf Folie F 1 gestellt werden. Es bietet sich an, den Gesprächspartnern und -partnerinnen verschiedene Lebensmittel mit dem EU-Bio-Logo zu zeigen, um so anschaulich die Befragung zu eröffnen.

Bei der Befragung von Anbietern und Verkaufsstellenleitern (es werden beide Geschlechter angesprochen) stehen andere Aspekte im Vordergrund (Folie F 2).
Wenn die Schülerinnen und Schüler bereits Erfahrung mit der Durchführung von Umfragen haben, kann nun mit der Befragung gestartet werden. Andernfalls sollten sie zunächst in Rollenspielen Gesprächsstrategien entwickeln und Techniken erproben, mit denen die ermittelten Informationen festgehalten werden können (Verfassen von Protokollen, Niederschriften, Tonbandaufnahme).

Sicherung

Die Schülerinnen und Schüler werten ihre Ergebnisse aus und erstellen anschauliche Statistiken und Grafiken. Sie fassen ihre Ergebnisse zusammen, vergleichen sie mit ihren Ausgangshypothesen und interpretieren und diskutieren sie.

Zur Ausweitung des Themenkomplexes entwickeln die Schülerinnen und Schüler Maßnahmen zur Steigerung der Akzeptanz von Biolebensmitteln. Sie suchen dafür in ihren Befragungsergebnissen nach Anhaltspunkten zur Entwicklung konstruktiver Maßnahmen. Hierbei kann es hilfreich sein, die ermittelten Gegenpositionen zu analysieren. Sie entscheiden sich in arbeitsteiligen kleinen Gruppen für bestimmte Zielgruppen und entwickeln und gestalten phantasievolle und kreative Vorgehensweisen. Wichtiges Kriterium wird sein, die Besonderheiten der Biolebensmittel zu betonen. Viele Hilfestellungen und Ideen bieten die Marketinghinweise im Verarbeiter- und Händlerbereich des Ökolandbau-Portals (siehe auch Literatur und Links).

Zeitaufwand für die Unterrichtsdurchführung

In Abhängigkeit von den gewählten Sozialformen und dem Wissensstand der Schülerinnen und Schüler etwa sechs bis acht Unterrichtseinheiten (bei 45-Minuten-Takt).

Materialbedarf

  • Kopien der Datei <media>"FAQ-Ökolandbau" (Word-Datei)</media>
  • Kopien und/oder Folienausdrucke des Ökobarometers 2012
  • Kopien des Arbeitsauftrag A 1
  • Folienausdrucke der Folien F 1 und F 2
  • Overheadprojekt, Beamer oder Whiteboard
  • Computer mit Internetzugang und Datenverarbeitungsprogrammen

Ideen und Anregungen

  • Der Besuch außerschulischer Lernorte zum Thema, beispielsweise landwirtschaftlicher Biobetriebe, verarbeitende Betriebe, Bioläden, Naturkostläden, kann den Schülerinnen und Schüler bei der Entwicklung von Strategien zur Akzeptanzsteigerung helfen.
  • Die Schülerinnen und Schüler können Pressemitteilungen oder Pressemappen (mit Fotos, Grafiken, Hintergrundinformationen) zu ihrer Umfrage erstellen. Eine gemeinsame Version kann an lokale Zeitungen und Onlinemagazine weitergegeben werden.
  • Die Schülerinnen und Schüler können mit Hilfe ihrer Strategien zur Steigerung der Akzeptanz von Biolebensmitteln eine Internetseite entwickeln auf der sie Verbraucherinnen und Verbraucher über das Angebot an Bioprodukten in ihrer Region aufmerksam machen. Einen Kooperation mit lokalen Bioläden, Supermärkten mit Bioangebot oder Biolandwirten sollte hierfür angestrebt werden.

Schulwettbewerb "ECHT KUH-L!"

Echt KUH-L Grafik

"Klima. Wandel. Landwirtschaft. – Du entscheidest!"

 

"Echt kuh-l"

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