Methodisch-didaktische Hinweise

Empfohlene Fächer

Biologie, Sachunterricht

Lehrplanbezug

F√ľr die Umsetzung der Einheit in der Sekundarstufe I bietet sich die Ankn√ľpfung an die Themenkomplexe "Tiere und Pflanzen in ihren Lebensr√§umen" im Fach Biologie und "Landwirtschaft in Deutschland" im Fach Erdkunde an.

Aufgrund der Vielzahl an l√§nderspezifischen Lehrpl√§nen f√ľr die Grundschule werden in diesem Material exemplarisch die Pl√§ne von Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Bayern zugrunde gelegt:

  • Hamburg: Kompetenzbereich Orientierung in unserer Welt (Naturph√§nomene, Zeit und Geschichte, R√§ume); Kompetenzbereich Erkenntnisgewinnung (Naturph√§nomene untersuchen, Technik begreifen); Kompetenzbereich Urteilsbildung (Mit der Natur verantwortlich umgehen)
  • Mecklenburg-Vorpommern: Themenfeld: Naturph√§nomene erschlie√üen; Themenfeld: R√§ume entdecken; Themenfeld: Zeit und Geschichte verstehen
  • Nordrhein-Westfalen: Bereich: Natur und Leben; Bereich: Technik und Arbeitswelt; Bereiche: Raum, Umwelt und Mobilit√§t; Bereich: Zeit und Kultur
  • Bayern: Themenbereich: Ich und meine Erfahrungen; Themenbereich: Leben mit der Natur; Themenbereich: Orientierung in Zeit und Raum

An dieser Stelle wird detailliert nur der Bezug zum Lehrplan f√ľr Biologie und Sachunterricht dargestellt. Der Schulgarten bietet den Sch√ľlerinnen und Sch√ľlern aber auch f√§cher√ľbergreifend die M√∂glichkeit, handlungsorientiert zu arbeiten. Einige Vorschl√§ge werden in diesem Projektvorschlag vorgestellt, viele weitere finden Sie unter Ideen und Anregungen sowie unter Literatur und Links.

Kompetenzziele

Die Sch√ľlerinnen und Sch√ľler ...

  • planen ein gemeinsames Vorgehen bei der Bewirtschaftung des Schulgartens und f√ľhren dieses durch.
  • beobachten und beschreiben das Wachstum von Pflanzen.
  • kennen die Bedeutung des √∂kologischen Netzes im Garten.
  • √ľbernehmen Verantwortung f√ľr die Arbeiten im Garten.
  • sch√§tzen die Bedeutung des √∂kologischen Pflanzenbaus f√ľr Bodenfruchtbarkeit und Artenvielfalt ein.
  • entwickeln eine Wertsch√§tzung gegen√ľber den Produkten aus ihrem Garten.
  • kennen grundlegende F√§higkeiten des G√§rtnerns und k√∂nnen diese anwenden.
  • arbeiten miteinander und unterst√ľtzen sich gegenseitig.
  • stellen Daten und Ergebnisse aus ihren eigenen Beobachtungen dar und pr√§sentieren sie ihren Mitsch√ľlerinnen und Mitsch√ľlern.

Unterrichtsskizze

Der Schulgarten ist ein √∂kologisches System, ein Netzwerk. Alle Teile sind miteinander verbunden: Erde, Pflanzen, verschiedene Insekten und Tiere sowie der Mensch. Au√üerdem nat√ľrlich Sonnenlicht und Wasser. Wie dieses Zusammenspiel funktioniert, erfahren die Kinder, wenn sie die Vorg√§nge in der Natur genau beobachten und sich beim G√§rtnern nach ihnen richten. Wer mit der Natur arbeitet, wird Teil dieses Netzes und profitiert von ihm. Diese Vorgehensweise tr√§gt zur Artenvielfalt bei, sorgt f√ľr einen lebendigen Boden und erm√∂glicht die Ernte von gesundem Obst und Gem√ľse.

Vorbereitung

Das Schulgartenprojekt ist dann erfolgreich, wenn die Schulleitung, der Hausmeister und möglichst viele Kollegen dahinter stehen.

  • Falls schon ein Schulgarten vorhanden ist, muss vorab gekl√§rt werden, wer ihn nutzt, welche "Spielregeln" es gibt und welcher Teil des Gartens genutzt werden kann.
  • Falls Sie einen neuen Schulgarten anlegen wollen, m√ľssen Sie zun√§chst eine geeignete Fl√§che auf dem Schulgel√§nde in sonniger, windgesch√ľtzter Lage ausfindig machen. Die baulichen Voraussetzungen m√ľssen gekl√§rt werden: ein Ger√§teschuppen ist sinnvoll, eventuell muss der Garten durch einen Zaun oder eine Hecke abgegrenzt werden, Sie brauchen einen Wasseranschluss, einen schattigen Platz f√ľr den Komposthaufen, dazu eventuell einen Kompostbeh√§lter, Bohnenstangen und Kletterger√ľste. Bei der Neuanlage eines Schulgartens muss eine Genehmigung beim Schulleiter eingeholt werden. Hilfreiche Tipps f√ľr die Neuanlage finden Sie in den Brosch√ľren "Lernort Schulgarten - Projektideen aus der Praxis".
  • Je nach Bodenqualit√§t sind Ma√ünahmen zur Bodenverbesserung vorzunehmen.
  • Mit den Kindern sollten Sie besprechen und planen, was im Garten alles wachsen soll.
  • Die Verantwortlichkeiten m√ľssen geregelt werden. Hierzu geh√∂ren der Gie√üdienst und die Betreuung in den Ferien. Eventuell kann der Hausmeister helfen oder Nachbarn und Eltern mit einbezogen werden.
  • Holen Sie Fachberatung bei au√üerschulischen Experten ein, zum Beispiel bei den Anbauverb√§nden der √∂kologischen Landwirtschaft (zum Beispiel Demeter, Bioland, Naturland), in einer Biologischen Station oder √Ėkostation oder einem Schulbiologiezentrum. Als Einstimmung f√ľr die Klasse empfiehlt sich ein Besuch in einem Kleingartenverein oder die Einladung einer Fachperson zum √∂kologischen Gartenbau.
  • An Gartenger√§ten ben√∂tigen Sie: Grabegabel, Spate, Hacke, Schaufel, Harke, Pflanzschaufel, Handgrubber, Gartenschere, Kompostsieb, Gie√ükanne und/oder Wasserschlauch, Pflanzschnur, Pflanzschilder, Eimer, Schubkarre.
  • Kosten fallen an f√ľr: Saatgut, Pflanzen und Setzlinge, Aussaaterde, T√∂pfe. Vielleicht l√§sst sich hier eine Patenschaft durch Eltern arrangieren.
  • Gartenliteratur, Kalender mit Angaben √ľber Saat- und Pflanztermine.

Durchf√ľhrung

In der Rubrik Projektvorschl√§ge werden einzelne Ideen vorgestellt, die den Sch√ľlerinnen und Sch√ľlern erm√∂glichen, das √∂kologische, nachhaltige G√§rtnern selbst zu erfahren. Begonnen wird mit allgemeinen G√§rtnerfertigkeiten, die die Sch√ľlerinnen und Sch√ľler bei den Arbeiten im Gartenjahr ben√∂tigen. Daneben k√∂nnen verschiedene andere Projekte durchgef√ľhrt werden, die sich nicht nur auf die direkte Arbeit im Garten beschr√§nken, sondern auch f√§cher√ľbergreifend den √∂kologischen Gartenbau erlebbar machen.

Bei j√ľngeren Sch√ľlerinnen und Sch√ľlern sollte mit schnell wachsenden Pflanzen begonnen werden (Radieschen, M√∂hren, Kr√§uter, ...). In der Sekundarstufe I bietet sich auch ein Langzeitprojekt wie die Erdbeere, Tomate, K√ľrbis oder Kartoffel an.

Zeitaufwand f√ľr die Unterrichtsdurchf√ľhrung

Der Zeitaufwand f√ľr die Betreuung des Schulgartens umfasst zun√§chst eine Vegetationsperiode (bei einj√§hrigen Pflanzen von der Keimung bis zum Absterben). Ist das nicht m√∂glich, kann das Projekt in eine Periode im Herbst und eine Periode von Fr√ľhling bis Sommer aufgeteilt werden.

Materialbedarf

  • Kopien des Arbeitsauftrags A 1
  • Scheren
  • Arbeitsmaterial f√ľr die jeweiligen Projektvorschl√§ge (siehe Projektvorschl√§ge)

Ideen und Anregungen

  • Marienk√§fer und Co. helfen gegen Sch√§dlinge. Daher sind entsprechende Nisthilfen f√ľr V√∂gel und Insekten sind im Biogarten wichtig. In den F√§chern Werken oder Kunst k√∂nnen solche Nisthilfen gebaut werden.
  • Der Garten bietet eine F√ľlle an Farben und Materialien, die Basis sein k√∂nnen f√ľr den Kunstunterricht: Malen mit Erde, Collagen aus Naturmaterialien, ...
  • Auch f√ľr den Deutschunterricht bietet der Biogarten Ankn√ľpfungspunkte: Nach der Aussaat der Radieschen kann im kreativen Schreiben das Leben dieses Gem√ľses beschrieben werden.
  • Bauernregeln, Mythen und M√§rchen rund um Garten und Gem√ľse k√∂nnen in verschiedenen F√§chern bearbeitet werden: Interpretationen in Deutsch, Glaube und Brauchtum in Religion, wissenschaftliche Belegbarkeit in Biologie, ...
  • √úber einen bestimmten Zeitraum k√∂nnen Temperatur und Niederschlag gemessen und grafisch dargestellt werden. Auch Wachstumsmessungen bieten sich hierf√ľr an. Ein Einstieg ins Diagramme zeichnen im Physik- und Mathematikunterricht.
  • Mit den Kr√§utern aus dem eigenen Garten kann Pflanzenheilkunde im Hauswirtschaftsunterricht anschaulich thematisiert werden.
  • Der Besuch eines Gartens oder Gartenbaubetriebs als au√üerschulischen Lernort kann sich an diese Unterrichtseinheit anschlie√üen. Hier finden Sie Kontaktadresse zu √Ėkobetrieben mit Gartenbau.
  • In vielen St√§dten gibt es inzwischen Versuchsg√§rten, √Ėkologiestationen, Jugendfarmen, die gerne mit Schulen zusammenarbeiten. Die Umweltverb√§nde BUND oder NABU k√∂nnen hier oft unterst√ľtzen. Auch Kleingartenvereine bieten sich als Experten an.

Schulwettbewerb "ECHT KUH-L!"

Echt KUH-L Grafik

"Klima. Wandel. Landwirtschaft. ‚Äď Du entscheidest!"

 

"Echt kuh-l"

Nach oben