Methodisch-didaktische Hinweise

Empfohlene F├Ącher

Erdkunde, Biologie, Kunst/Werken

Lehrplanbezug

Die Unterrichtseinheit weist viele Bez├╝ge zu den Bildungspl├Ąnen der Sekundarstufe II der L├Ąnder auf.  F├╝r die Umsetzung bietet sich die Ankn├╝pfung an Themenkomplexe wie "├ľkologie" und "Tiere und Pflanzen in ihren Lebensr├Ąumen" im Fach Biologie und "Landwirtschaft in Deutschland" im Fach Erdkunde an.

Die Arbeitsmaterialien lassen sich individuell an Lernstand und Arbeitsweise der jeweiligen Schulform und Jahrgangsstufe anpassen.

Kompetenzziele

Die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler ...

  • erarbeiten textbasiert Argumente f├╝r unterschiedliche Sichtweisen.
  • kennen verschiedene Methoden der Informationsrecherche und nutzen diese zielf├╝hrend.
  • gliedern ein komplexes Thema in sinnvolle Teilbereiche.
  • fassen komplexe Themen auf ein vorgegebenes Ma├č zusammen.
  • organisieren die Arbeit ihrer Klasse/ihres Kurses eigenverantwortlich.
  • entscheiden sich gem├Ą├č ihrer Interessen und F├Ąhigkeiten f├╝r Teilaspekte des Themas um sich dort zielf├╝hrend einzubringen.
  • wenden Kenntnisse der ├ľkologie praxisorientiert an.

Unterrichtsskizze

Einstieg

Die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler sollen - m├Âglichst in Eigenverantwortung - ein Naturschutzkonzept f├╝r einen landwirtschaftlichen ├ľkobetrieb aus der Region erarbeiten und umsetzen. Zur Einstimmung auf das Thema lesen sie den Sachtext T 1.

Vor dem Beginn des Projekts muss eine Biolandwirtin oder ein Biolandwirt in der N├Ąhe der Schule als Kooperationspartner gefunden werden. Gemeinsam werden alle Schritte im Detail abgestimmt:

  • Dauer und Umfang des Projekts - Soll ein theoretisches Konzept erarbeitet werden oder gibt es auch die M├Âglichkeit an der Umsetzung der Ma├čnahmen mitzuwirken?
  • Ziel des Projekts - Wird zum Beispiel eine F├Ârderung ├╝ber Agrarumweltma├čnahmen angestrebt? M├╝ssen besondere Richtlinien hierf├╝r ber├╝cksichtigt werden?
  • Kosten f├╝r die Umsetzung der Ma├čnahmen - Eine M├Âglichkeit ist beispielsweise, dass die notwendigen Materialien vom Betrieb gestellt werden und die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler ihre Arbeitskraft einbringen.
  • ...

Hilfreich bei der Einsch├Ątzung des Betriebs kann die Beantwortung des Online-Fragenkatalogs zu den ├Âkologischen Leistungen des Betriebs sein. Die Ergebnisse des Tests k├Ânnen auch bei der Pr├╝fung der Naturschutz-Ideen auf Praktikabilit├Ąt herangezogen werden.

In einer Einstiegsstunde stellt die Lehrkraft den Sch├╝lerinnen und Sch├╝lern das Projekt vor. Um einen konkreten Realit├Ątsbezug zu gew├Ąhrleisten, kann auch die Landwirtin oder der Landwirt in die Schule eingeladen werden.

Erg├Ąnzend kann die Bedeutung der Landwirtschaft f├╝r den Naturschutz mit der Grafik "Umweltauswirkungen des Biolandbaus im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft" verdeutlicht werden. Die Grafik (PDF-Datei) ist auf der Website der Stiftung ├ľkologie und Landbau abrufbar.

Erarbeitung

Die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler bearbeiten mithilfe des Sachtextes T 1 und gegebenenfalls weiterf├╝hrender Recherchen den Arbeitsauftrag A 1. Die Ergebnisse werden im Kurs gemeinsam gesammelt und besprochen.

Der Arbeitsauftrag A 1 kann alternativ auch direkt in Form eines Unterrichtsgespr├Ąchs erarbeitet werden. Hierbei ├╝berlegen die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler, was Naturschutz f├╝r die Landwirtschaft bedeutet und was hier eine Rolle spielt. Die Aspekte werden an der Tafel gesammelt, beispielsweise:

  • Hecken und Solit├Ąrgeh├Âlze als Landschaftselemente
  • Gew├Ąsser als Landschaftselemente
  • F├Ârderung von N├╝tzlingen
  • Reduzierung des D├╝ngemittel-Einsatzes
  • Reduzierung des Pflanzenschutzmittel-Einsatzes
  • Aufbau und Erhalt von Streuobstwiesen
  • Anlage von Bl├╝hstreifen oder Ackerrandstreifen
  • F├Ârderung der (pflanzlichen) Artenvielfalt
  • F├Ârderung der (tierischen) Artenvielfalt
  • ...

Die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler finden sich je nach Kursst├Ąrke und Anzahl der gefundenen Themen in Gruppen zusammen und beleuchten diese in Kurzreferate genauer. Die Gruppen erstellen zu ihren Referaten eine Pr├Ąsentation mit jeweils maximal sechs Folien und stellen diese ihren Mitsch├╝lerinnen und Mitsch├╝lern vor. Die Abschlussfolie zu jedem Referat sollte stichwortartig Ideen f├╝r m├Âgliche Ma├čnahmen enthalten, wie der jeweilige Aspekt auf dem Betrieb umgesetzt werden k├Ânnte.

Erg├Ąnzend zu diesen Referaten k├Ânnen sich einzelne Gruppen auch mit Hintergrundthemen wie Vertragsnaturschutz, ├Âkologische Vorrangfl├Ąchen, Agrarumweltma├čnahmen besch├Ąftigen und diese ihren Mitsch├╝lerinnen und Mitsch├╝lern pr├Ąsentieren.

Die Folien zu den Referaten k├Ânnen zu einer gemeinsamen Pr├Ąsentation zusammengefasst werden, die die Zusammenh├Ąnge von Landwirtschaft und Naturschutz erl├Ąutert. Hierf├╝r bietet sich die Darstellung mittels PREZI an. Mit dieser Pr├Ąsentationsform lassen sich die Zusammenh├Ąnge innerhalb des Themas besser verdeutlichen als es mit einer reinen Foliensammlung m├Âglich ist.

Basierend auf den Referatsergebnissen und den Gruppenplakaten entwickeln die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler ein Konzept, das f├╝r den kooperierenden Betrieb Naturschutzma├čnahmen vorschl├Ągt. Arbeitsauftrag A 1 zeigt die grunds├Ątzlichen Bestandteile des Konzeptes und kann als Arbeitsleitfaden genutzt werden.
Es ist sinnvoll, die Arbeit am Konzept gruppenweise aufzuteilen. Eine zeitsparende M├Âglichkeit besteht darin, die Referatsgruppen ihre Themen konzepttauglich aufbereiten zu lassen. Dies hat jedoch den Nachteil, dass die gleichen Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler immer am gleichen Teilaspekt des Themas arbeiten. Daher ist es empfehlenswerter, die Arbeit in einer von den Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler selbstorganisierten, offenen Gruppenarbeit durchf├╝hren zu lassen. Hierf├╝r wird der Arbeitsauftrag A 1 zun├Ąchst im Unterricht besprochen und anschlie├čend von den Sch├╝lerinnen und Sch├╝lern in Einzelbereiche unterteilt. Wenn die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler mit dieser Art der Arbeitsorganisation ├╝berfordert sind, sollte die Lehrkraft die Arbeitsbereiche vorgeben.

Die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler finden sich in Gruppen zur Bearbeitung der Bereiche zusammen. Hierbei ist es nicht entscheidend, dass in jeder Gruppe gleich viele Personen mitarbeiten, sondern, dass die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler sich den Gruppen zuordnen, bei denen sie sich zielf├╝hrend einbringen k├Ânnen. Auch ein Wechsel der Gruppen sollte immer m├Âglich sein. Zwischenschritte und Ergebnisse werden zur besseren ├ťbersicht f├╝r die anderen Gruppen auf Flipcharts oder Plakaten dokumentiert.

Die Lehrkraft sollte auch Ideen und W├╝nsche der Landwirtin oder des Landwirts miteinbringen. Alternativ kann auch die Landwirtin oder der Landwirt erneut eingeladen werden.

Sicherung

Das Konzept wird der Landwirtin oder dem Landwirt und ihren beziehungsweise seinen Mitarbeitenden pr├Ąsentiert.

Idealerweise beteiligen sich die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler in den folgenden Wochen an der Umsetzung ihrer Ideen auf dem landwirtschaftlichen Betrieb.

Zeitaufwand f├╝r die Unterrichtsdurchf├╝hrung

F├╝r die Einstiegsphase und die Entwicklung des Naturschutzkonzepts sollten etwa sechs bis acht Stunden eingeplant werden. Die Umsetzung des Konzepts kann ├╝ber ein Halbjahr hinweg den Fachunterricht erg├Ąnzen.

Materialien

  • Flipcharts oder Plakate f├╝r die Erarbeitung des Konzepts
  • Kopien der Arbeitsauftr├Ąge und des Sachtextes in ausreichender Anzahl
  • gegebenenfalls Digitalkameras
  • Kartenmaterial der Umgebung des landwirtschaftlichen Betriebs
  • Computer mit Internetzugang und Text- und Datenverarbeitungsprogrammen

Ideen und Anregungen

  • In Deutschland gibt es viele regionale und bundesweite Agrarumweltma├čnahmen. Zur Erg├Ąnzung des Projekts kann ein Experte eingeladen werden, der diese Ma├čnahmen vorstellt. Die Umwelt├Ąmter der St├Ądte und Kreise k├Ânnen h├Ąufig die Ansprechpartner nennen. Einen aktuellen ├ťberblick ├╝ber landwirtschaftliche Umweltma├čnahmen steht auf der Internetseite des Bundesministeriums f├╝r Ern├Ąhrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zur Verf├╝gung.
  • Das Projekt kann - insbesondere, wenn die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler sich an der Umsetzung der Ma├čnahmen beteiligen - auch ├╝ber die Lokalpresse bekannt gemacht werden. Die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler nehmen hierf├╝r mit den entsprechenden Redakteuren Kontakt auf und stellen ihr Projekt vor. Im Deutschunterricht k├Ânnen dann Pressetexte formuliert, Interviews vorbereitet und Bildmaterial zusammengestellt werden. Diese Art der ├ľffentlichkeitsarbeit wird auch f├╝r die Landwirtin oder den Landwirt interessant sein.
  • Die digitale Schnitzeljagd Geocaching ist mittlerweile schon weit verbreitet. Mit "Biocaching" kann auf die umgesetzten Ma├čnahmen des Projekts aufmerksam gemacht werden: Die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler schreiben kurze Infotexte zu den einzelnen Ma├čnahmen und verstecken sie in Dosen verpackt am Rand der jeweiligen Umweltzone. Die GPS-Daten der Verstecke werden online publiziert.
    Der NABU Schleswig-Holstein hat ebenso wie der Deutscher Wanderverein f├╝r das Geochaching wichtige Hinweise zusammengestellt, damit es nicht zur Gef├Ąhrdung der Natur f├╝hrt. Diese sollten in jedem Fall ber├╝cksichtigt werden.
  • In Zusammenarbeit mit der Lehrkraft f├╝r Mathematik k├Ânnen die Kosten f├╝r die Umsetzung der geplanten Ma├čnahmen kalkuliert werden. Die Ergebnisse k├Ânnen in das Konzept einflie├čen.

Schulwettbewerb "ECHT KUH-L!"

Echt KUH-L Grafik

"Klima. Wandel. Landwirtschaft. ÔÇô Du entscheidest!"

 

"Echt kuh-l"

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