Methodisch-didaktische Hinweise

Empfohlene Fächer

Ethik, Sozialkunde, Erdkunde, Informatik

Lehrplanbezug

Die Unterrichtseinheit weist viele Bezüge zu den Bildungsplänen der Sekundarstufen I und II der Länder auf.  Für die Umsetzung bietet sich die Anknüpfung an Themenkomplexe wie "Globalisierung", "Eine Welt - dritte Welt", "Wirtschaftsräume der Welt" und "Welternährung" an.

Die Arbeitsmaterialien lassen sich individuell an Lernstand und Arbeitsweise der jeweiligen Schulform und Jahrgangsstufe anpassen.

Kompetenzziele

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • schulen ihre Medienkompetenz und entwickeln mediale Kreativität.
  • arbeiten themenbezogen in Arbeitsgruppen an einem gemeinsamen Klassenprojekt.
  • entwickeln (Teil-)Konzepte zur Klassenaufgabe, erarbeiten Strukturen und Inhalte und fügen die (Teil-)Ergebnisse zusammen.
  • kategorisieren und systematisieren Inhalte.
  • kennen verschiedene Methoden der Informationsrecherche und nutzen diese zielführend.

Unterrichtsskizze

Einstieg

Zur Einstimmung auf das Thema erarbeiten die Schülerinnen und Schüler in einer abgewandelten Form des Open Space zunächst, was sie mit dem Thema "Ökolandbau und Welternährung" verbinden. Dies kann vollkommen frei geschehen, indem die Schülerinnen und Schüler in einem ersten Brainstorming Aspekte der Welternährung nennen, die anschließend in Gruppen vertieft und diskutiert werden. Eine weitere Möglichkeit ist das Aufhängen von Themenplakaten mit den auf Folie F 1 genannten Thesen im Klassenraum. Die Schülerinnen und Schüler finden sich an den Plakaten zusammen und diekutieren die These. Auch der Sachtext T 1 kann hierbei unterstützend eingesetzt werden.

Hilfestellung bei der Bearbeitung und Diskussion der Thesen der Folie F 1 gibt der Sachtext T 2. Dieser kann entweder an die Schülerinnen und Schüler ausgegeben werden oder von der Lehrkraft dazu genutzt werden, den Schülerinnen und Schüler Denkanstöße zu geben.

Wichtig bei dieser Abwandlung der Open Space-Methode ist, dass die Schülerinnen und Schüler sich individuell zu einer Gruppe/einer These gesellen, um dort mitzuarbeiten. Vorgaben, wie groß eine Gruppe maximal sein darf, sollten nicht gemacht werden. Wenn die Schülerinnen und Schüler in Eigenverantwortung ein Thema bearbeiten wollen, sollten sie selbst merken, ob die Arbeit in der Gruppenstärke noch effektiv ist, ob sie selber noch Wichtiges zur Gruppenarbeit beitragen können oder ob sie sich gegebenenfalls in einer anderen Gruppe besser einbringen können. Die Schülerinnen und Schüler haben während der Open Space-Phase immer die Möglichkeit ihre Gruppen zu wechseln.

Die Schülerinnen und Schüler halten ihre Ergebnisse auf einem Plakat fest.
Nach der Open Space-Phase erläutert die Lehrkraft den Schülerinnen und Schülern das Projekt:

  • Erstellung einer Website mit dem Ziel Verbraucherinnen und Verbraucher über das Thema "Ökolandbau - Eine Lösung für das Welternährungsproblem?" zu informieren
  • Entwicklung eines Konzepts und damit verbunden die Auswahl von thematischen Schwerpunkten
  • Erstellung der Bestandteile der Website, zum Beispiel: Video, Umfrage, Statistiken, Texte: Reportagen, Glosse, Interviews, ...
  • Arbeit in Arbeitsgruppen mit regelmäßigem Austausch

Viele Schülerinnen und Schüler verfügen über das technische Knowhow, dass für die mediale Arbeit in dieser Unterrichtseinheit notwendig ist und können eine Art Leitungsgruppe für das Projekt bilden.

Erarbeitung

Durch die Einstiegsdiskussionen ergeben sich meist schon erste Ideen, welche Themen und Strukturen die Website haben sollte. Mithilfe einer Mindmap können diese im Klassengespräch abgefragt und gesammelt werden. Zu den Ideen, die sich als praktikabel und sinnvoll herauskristallisieren, bilden die Schülerinnen und Schüler Arbeitsgruppen. Welche Gruppen mit welchen Aufgaben tatsächlich gebildet werden, sollte den Schülerinnen und Schülern überlassen werden.

In welcher Form die Inhalte ausgearbeitet werden, bleibt den Arbeitsgruppen selbst überlassen. Sie sollten sich hier genau überlegen, mit welchen Materialien sie ihr Thema am besten transportieren können. Arbeitsauftrag A 1 gibt Tipps zum allgemeinen Vorgehen.

Das Merkblatt zu rechtlichen Fragen (Sachtext T 3) sollte an alle Schülerinnen und Schüler ausgegeben werden, Leitungsgruppe und Lehrkraft kontrollieren die Einhaltung.

Die grundsätzliche Gestaltung der Website kann entweder im Klassengespräch oder von einer eigenen Arbeitsgruppe erarbeitet werden. Hier ist auch die intensive Einbindung der Leitungsgruppe sinnvoll. Es wird ein Gesamtplan erstellt, dann die grundlegenden Design-Elemente festgelegt: Bildschirmauflösung, Farben, Seitenaufteilung, Menüstruktur, Formate (siehe auch Sachtext T 3). Damit wird ein Corporate Design für das Projekt entworfen und die Aufgabenverteilung (inklusiver Montage der Seiten) festgelegt. Der fertige Plan wird für alle sichtbar aufgehängt.

Hilfreich ist es, ein Info-Pool anzulegen, mit dem die Schülerinnen und Schüler sich über Themenaspekte informieren können. Hier finden sie Kopien von Informationstexten, Statistiken und ähnlichem, eine Bücherliste, eine Linksammlung, ... Vorschläge hierzu sind in den Arbeitsmaterialien zu finden (Sachtexte T 3, T 4 und T 5). Die in Sachtext T 6 genannten Publikationen können bereits bei der Unterrichtsvorbereitung ausgedruckt und in einem Ordner zusammengetragen werden; die Bücher können gegebenenfalls schon ausgeliehen werden.

Sicherung

Den Schülerinnen und Schülern sollte die Gelegenheit gegeben werden, ihr Werk Eltern, Mitschülerinnen und Mitschülern oder den Lehrkräften der Schule, vorzustellen. Auch eine Präsentation der Website beim Tag der offenen Tür oder beim Schulfest kann das Erlernte sichern.

Die Schülerinnen und Schüler können zudem einen gemeinsamen Abschlussbericht erstellen. Hierfür fasst jede Arbeitsgruppe ihre Tätigkeiten im Projekt zusammen. Alle Berichte werden dann, gegebenenfalls mit entsprechenden Illustrationen, zusammengetragen. Dieser Bericht kann durch eine Präsentation mittels Powerpoint oder PREZI ergänzt werden.

Zeitaufwand für die Unterrichtsdurchführung

Die Unterrichtseinheit kann als Projekt beispielsweise im Nachmittagsunterricht durchgeführt werden, auch eine Projektwoche hierzu ist denkbar. Je nach Ausgestaltung des Projekts variiert der Zeitaufwand. Für den thematischen Einstieg sollte jedoch mindestens eine Unterrichtsstunde eingeplant werden.

Materialien

  • Thesenplakate mit den Thesen von Folie F 1
  • Plakate oder vergrößerte Kopien des Arbeitsauftrags A 1 nach Anzahl der Gruppen
  • Kopie der Sachtexte T 1 und T 2 für alle Schülerinnen und Schüler
  • Computer mit Internetzugang
  • Atlanten, Nachschlagewerke, Lexika
  • Texte und Listen für den Info-Pool (Sachtexte T 3 und T4 sowie Ausdrucke und Kopien der in T 4 angegebenen Texte)

Ideen und Anregungen

  • Der Besuch eines Eine-Welt-Ladens bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, die landwirtschaftliche Produktion in Entwicklungsländern genauer kennenzulernen. Auch lässt sich an diesem außerschulischen Lernort das Thema "Fairer Handel" als Ausweitung dieser Unterrichtseinheit einführen.
  • Statt der Website-Erstellung können die Schülerinnen und Schüler verschiedene Aspekte des Themas in Kleingruppen erarbeiten und Denkanstöße via Twitter oder in einem Blog publizieren. Die technischen Herausforderungen sind so deutlich geringer. Ein Beispiel für einen Blog zum Thema Welternährung ist www.welt-ernaehrung.de.
  • Unabhängig von der Art der medialen Aufbereitung des Themas (Website, Twitter, Blog, ...) sollte versucht werden, eine möglichst breite Öffentlichkeit auf die Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler aufmerksam zu machen. Plakate, die während Schulfesten, Tagen der offenen Tür und Elternsprechtagen aushängen, sind die einfachste Variante. Gegebenenfalls lässt sich aber auch die lokale Presse mit einbinden.
  • Teller, Trog, Tank oder Tonne - Was hat unser Verhalten mit der Welternährung zu tun? Auf den landwirtschaftlichen Flächen weltweit, vor allem in Nord- und Südamerika und in Europa, werden vermehrt Futterpflanzen (notwendig aufgrund des erhöhten Fleischkonsums) und Pflanzen zur Gewinnung von Energie angebaut. Diese Flächen fehlen für den Anbau von Nahrungsmitteln. Hinzu kommt der Aspekt der Lebensmittelverschwendung: viele Produkte werden - obwohl sie nicht verdorben sind - weggeschmissen, da zu viel oder das Falsche eingekauft wurde. Diese Thematik kann ergänzend zur Unterrichtseinheit mit den Schülerinnen und Schülern diskutiert werden.

Schulwettbewerb "ECHT KUH-L!"

Echt KUH-L Grafik

"Klima. Wandel. Landwirtschaft. – Du entscheidest!"

 

"Echt kuh-l"

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