Bildung und Beratung


Biobäuerin oder Biobauer werden

Ein älterer und ein jüngerer Mann knien in einem Feld und betrachten eine Jungpflanze. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Ackerbau will gelernt sein – gut, wenn der Biolandwirt vor Ort genau erklären kann, wie`s geht.
Foto: Thomas Stephan, BLE

Biobäuerin oder -bauer werden, das ist ein Berufswunsch vieler Kinder und Jugendlicher. Einen Stall voller Kühe, Schweine oder Hühner haben, morgens bei Sonnenaufgang mit dem Trecker auf den Acker fahren und im Herbst die eigene Ernte an Biokartoffeln einfahren. Eine schöne Vorstellung! Hast du davon vielleicht auch schon einmal geträumt? Falls ja, dann solltest du darüber nachdenken, einmal auf einem Biohof ein Praktikum zu machen. Hier kannst du deine Vorstellungen zu deinem Berufswunsch im Alltag eines Bauernhofes überprüfen. Adressen möglicher Praktikumsstellen auf Biohöfen findest du beispielsweise hier bei den Demonstrationsbetrieben Ökologischer Landbau.

Was für den Beruf wichtig ist

Kühe im Schnee. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster
Die Tiere müssen bei Wind und Wetter versorgt werden. Foto: Europäische Kommission, Landwirtschaft und ländliche Entwicklung

Gerne draußen sein, sich gerne viel bewegen und Tiere mögen, das sind schon Mal Grundbedingungen. Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, sollten auf jeden Fall wetterfest sein. Sie sind bei Wind, Regen und Schnee ebenso wie bei Sonnenschein im Freien. Draußen unterwegs sein kann dann ganz schnell eine feuchte oder auch kalte Sache werden. Allergien gegen Tierhaare, Staub oder Pollen sollten sie möglichst nicht haben. Sonst wird das Arbeiten auf einem Hof zur Qual, wenn etwa im Frühjahr die Pollen fliegen. Auf so einem Hof gibt es viel zu tun. Die Arbeit organisieren Bäuerin und Bauer selbst: kein Chef schreibt ihnen vor, wann welche Arbeit zu erledigen ist. Aber der Arbeitstag ist oft lang. Und auch an den Wochenenden oder Feiertagen müssen zum Beispiel die Tiere versorgt und dringende Arbeiten erledigt werden. Für Freizeitunternehmungen ist dann manchmal einfach keine Zeit übrig.

Biolandwirtschaft – das kann man lernen

Wer Biobauer bzw. –bäuerin werden möchte, braucht eine gute Wissensgrundlage in verschiedenen Themen: Pflanzenbau, Tierhaltung und Ökonomie. Lernen kann man das an einer der mittlerweile vier speziell auf den ökologischen Landbau ausgelegten Fachschulen in Deutschland. Um hier eine Ausbildung zu beginnen, solltest du mindestens den Hauptschulabschluss geschafft haben. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Zum Teil lernst du überwiegend in der Berufsschule und zu anderen Zeiten im Ausbildungsbetrieb, sodass du auch die Arbeit auf dem Hof gut kennenlernst. Die Ausbildungsinhalte umfassen zum Beispiel das Bearbeiten von Böden, den Anbau von Feldfrüchten, Düngung, Ernte, richtige Lagerung der geernteten Feldfrüchte bis zu ihrer Verwertung. Natürlich sind auch das Halten, Füttern und Versorgen von Nutztieren ebenfalls Lernstoff in der Schule. 

Ein weiteres, im Biolandbau wichtiges Thema ist die Kontrolle der Qualität bei der Herstellung von Biolebensmitteln. Die Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte muss ebenfalls gelernt werden. Wie mache ich die Preise für meine Produkte? Wie werden Verträge richtig abgeschlossen? Und nicht zu kurz kommen darf auch das Bedienen und Warten der Maschinen und Geräte auf dem Bauernhof und die Planung und Durchführung der Abläufe auf dem Betrieb. 

Das Besondere am Beruf Biobäuerin / Biobauer

Aus der Landwirtschaft erhalten wir vielfältige und unverzichtbare Produkte. Wichtig ist, Lebensmittel gesund herzustellen und dabei den Boden gesund zu erhalten. Umweltgerecht, ressourcenschonend und nachhaltig mit Boden, Luft, Wasser, Pflanzen und Tieren sowie Maschinen und Geräten umzugehen, das macht den Biolandbau aus.


Letzte Aktualisierung: 14.12.2015