Boden

Der Boden lebt!

Ein fruchtbarer Boden ist die Grundlage dafür, dass Pflanzen wachsen, und damit auch die Grundlage für unsere Lebensmittel. Und fruchtbarer Boden ist selbst voller Leben in unglaublicher Vielfalt: Pflanzen, Insekten, Bakterien, Pilze, Würmer und sogar Säugetiere wie Maulwurf und Wühlmaus sind hier zu Hause.

In der biologischen Landwirtschaft werden keine chemischen oder synthetischen Dünger verwendet. Stattdessen folgt alles, was die Biobäuerin und der Biobauer für den Boden tun, einem Kreislaufgedanken: Die Pflanzen entziehen dem Boden beim Wachsen Nährstoffe. Die müssen auch wieder zurück in den Boden, damit er fruchtbar bleibt.

Leguminosen 

In der Biolandwirtschaft werden Leguminosen angebaut. Dazu gehören zum Beispiel Klee, Bohnen, oder Erbsen. Das Besondere an diesen Pflanzen ist, dass ihre Wurzeln in einer Gemeinschaft mit Bakterien, sogenannten Rhizobien leben. Diese Bakterien können den für das Pflanzenwachstum wichtigen  Stickstoff aus der Luft sammeln.  Der bleibt nach der Ernte im Boden und steht dann den nächsten Pflanzen für ihr Wachstum zur Verfügung. Die abgeernteten Leguminosen verfüttern die Biolandwirtin und der Biolandwirt zum Teil an die Tiere. Diese liefern Mist und Gülle, die dann wieder auf den Acker ausgebracht werden und dort als wertvoller Dünger dienen. 

Kompost

Kompost ist ein wertvoller Dünger. Kompost besteht aus verrottenden Pflanzen und auch er gibt, genau wie Mist und Gülle, dem Boden viele Nährstoffe zurück. Das organische Material im Kompost braucht der Boden außerdem, um Wasser speichern zu können. Es funktioniert ähnlich wie ein Schwamm. 

Gründüngung

Eine weitere Möglichkeit, um dem Boden Nährstoffe und organisches Material zuzuführen, ist die Gründüngung. Dabei werden die auf dem Acker angebauten Pflanzen nicht oder nur teilweise geerntet und zum Großteil wieder in den Boden eingearbeitet.

Fruchtfolge

Im Biolandbau wird eine sehr weite Fruchtfolge eingehalten. Über einige Jahre werden auf dem gleichen Acker verschiedene Pflanzenarten angebaut. Die Abwechslung stärkt den Boden: Er wird durch die Wurzeln in unterschiedlicher Tiefe und Intensität gelockert, verschiedene Nährstoffe werden freigesetzt, unterschiedliche Bodenlebewesen genährt und gefördert. Außerdem bauen Biobäuerinnen und Biobauern innerhalb der Fruchtfolge meist Kleegras über zwei Jahre an. In dieser Zeit wird nicht gepflügt und der Boden kann ruhen, das trägt zu seiner Fruchtbarkeit und zu einer guten Struktur bei. 

Im Boden ist was los

In nur einer Handvoll gutem Boden gibt es mehr Lebewesen als Menschen auf der Erde. Ein unvorstellbares Gedränge. Die meisten sind mit dem bloßen Auge nicht erkennbar. Sie sind so winzig, dass man sie nur mit einem Mikroskop sehen kann: Kleinstlebewesen wie Pilze, Bakterien, Käfer, Larven, Tausendfüßer, Asseln, Springschwänze und Milben kannst du dagegen mit der Lupe oder sogar mit dem bloßen Auge erkennen. Sie alle sorgen für den Erhalt eines gesunden Bodens. Durch chemische Prozesse tragen Pilze und Bakterien zur Anreicherung des Bodens und zum Wachstum und Schutz der Pflanzen bei. Die vielen Krabbeltiere sind hilfreich bei der Zersetzung von organischen Stoffen und lockern den Boden auf. 

Regenwürmer

Regenwürmer graben Gänge und Höhlen in den Boden. Sie ziehen abgestorbene Pflanzenteile in den Boden und fressen sie auf. Entscheidend ist auch, was hinten wieder rauskommt: Der Regenwurmkot düngt den Boden. Tiefere Bodenschichten werden von Regenwürmern nach oben gebracht und vermischt. Die mit Schleim tapezierten Wurmgänge bleiben längere Zeit stabil und lassen Wasser und Luft an die Wurzeln von Pflanzen. Durch die unermüdliche Arbeit der Regenwürmer entsteht lockerer und fruchtbarer Humus.

Steckbrief Regenwurm (Projekt Hypersoil der Uni Münster)

Springschwänze

Die Springschwänze gehören zu den Insekten. Wie die Insekten haben sie sechs Beine. Allerdings fehlen ihnen die Flügel. Sie leben meist am und im Boden, bis in zehn Zentimeter Tiefe.

Der Springschwanz kann tatsächlich mit seinem Schwanz springen. Dazu hat der Springschwanz am Hinterleib eine Sprunggabel. Normalerweise ist diese Sprunggabel nach vorne unter den Leib geklappt, wo sie einrastet. Bei Gefahr spannt der Springschwanz die Sprunggabel an, bis sie blitzartig nach hinten ausschlägt. Damit springt der Springschwanz bis zu hundertmal so weit wie er selbst lang ist. Die meisten Springschwänze sind noch nicht mal einen Millimeter groß. Beachtlich, dass sie da mehrere Zentimeter weit springen können.

Springschwänze leben in den feinen Spalten und Poren des Bodens. Sie fressen Pflanzenteile, Algen und Pilzfäden, die im Boden vorkommen. Wie die Milben verrichten die Springschwänze wichtige Arbeit bei der Bildung von fruchtbarem Boden.

Zum Steckbrief Springschwanz (Projekt Hyersoil der Uni Münster)

Weitere Bodentiere

Der Boden ist bevölkert von vielen weiteren Tierarten. Auf der Homepage des Projektes Hypersoil findet ihr einen Bestimmungsschlüssel für Bodentiere und viele weitere Informationen zum Thema Boden.


Schulwettbewerb "ECHT KUH-L!"

Echt KUH-L Grafik

"Klima. Wandel. Landwirtschaft. – Du entscheidest!"

 

"Echt kuh-l"

Nach oben