Fruchtfolge

Fruchtfolge

Abwechslung auf dem Acker ist so wichtig wie auf unserem Speiseplan. Es gibt ja noch mehr leckeres Gemüse neben der Möhre.

Biobäuerinnen und Biobauern planen fünf Jahre oder länger im Voraus, welche Pflanzen sie auf ihren Feldern in welcher Reihenfolge anpflanzen werden. Warum machen sie das?

Es gibt folgende Gründe:

  1. Jede Pflanze benötigt bestimmte Nährstoffe in besonders großer Menge oder Zusammensetzung, andere dagegen weniger. Wenn also jedes Jahr die gleiche Pflanze auf einem Feld wachsen würde, wäre irgendwann von dem "Lieblingsessen" dieser Pflanze nichts mehr im Boden, dafür aber viele andere Stoffe, die gar nicht genutzt werden. Außerdem gibt jede Pflanze dem Boden etwas zurück, das wiederum von einer anderen Pflanze dringend benötigt wird. Fruchtfolgen sind gut für den Boden, da dieser so immer viele Nährstoffe für die Pflanzen bereithalten kann. Optimal ist es, wenn die Pflanzen sich genau die Nährstoffe aus dem Boden holen können, die sie brauchen.
  2. Durch die Abwechslung auf den Feldern nisten sich Schädlinge erst gar nicht dauerhaft ein. Jedes Jahr Kartoffeln an derselben Stelle wären für den Kartoffelkäfer ein wahrlich gefundenes Fressen. Dieser Käfer frisst am liebsten Kartoffelpflanzen und kann so die ganze Ernte vernichten. Wenn nach der Kartoffelernte direkt wieder Kartoffeln angepflanzt werden, kann der Schädling sich rasend schnell vermehren. Wenn er allerdings einige Jahre warten muss, bevor wieder Kartoffeln auf diesem Feld wachsen, hat der Kartoffelkäfer weniger Chancen.
  3. Das gleiche gilt auch für Unkräuter. Viele davon wachsen besonders gerne zusammen mit bestimmten Nutzpflanzen, wie etwa dem Weizen. Durch die Fruchtfolge werden die optimalen Wachstumsbedingungen für diese Unkräuter unterbrochen, dadurch werden es automatisch weniger.

Fruchtfolge - das heißt natürlich nicht, dass auf einem Biohof in einem Jahr zum Beispiel nur Weizen geerntet wird, im nächsten nur Radieschen und danach nur Lupinen. Auf den verschiedenen Äckern wachsen in jedem Jahr auch die verschiedenen Pflanzenarten. Aber sie wechseln so lange das Feld, bis sie nach fünf, sechs, sieben oder noch mehr Jahren wieder auf den ersten Acker kommen. Ziemlich viel Wissen und Erfahrung braucht so eine Biolandwirtin oder ein Biolandwirt, damit die Anbauplanung gut gelingt. Wenn es klappt, fällt die Ernte gut aus und Mühe und Planung haben sich gelohnt.

Der Kartoffelkäfer

Der schwarz-gelb gestreifte Kartoffelkäfer sieht schön aus. Er richtet allerdings großen Schaden auf dem Kartoffelfeld an: Das Käferweibchen legt bis zu 1.000 Eier auf den Kartoffelpflanzen ab. Schon nach einigen Tagen schlüpfen daraus orange-rote Larven mit unglaublich großem Hunger: Sie fressen die Blätter der Kartoffelpflanzen. An eine gute Ernte ist da nicht mehr zu denken.

Schulwettbewerb "ECHT KUH-L!"

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"Klima. Wandel. Landwirtschaft. – Du entscheidest!"

 

"Echt kuh-l"

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