Getreide

Rund ums Getreide

Getreide gehört seit vielen tausend Jahren zu den wichtigen Nahrungsmitteln der Menschen. Eine Ernährung ganz ohne Getreide können wir uns heute kaum noch vorstellen. Auch im Biolandbau spielt es eine große Rolle. Getreidearten, die nicht jeder kennt, wie Dinkel, Einkorn oder Emmer, werden hier allerdings häufiger angebaut.

Wo kommt Getreide her?

Die ersten von Menschen angebauten Getreidearten waren vermutlich Einkorn und Emmer. Diese Arten wurden schon vor mehr als 8.000 Jahren – also in der Jungsteinzeit – in Europa angepflanzt. Auch Funde in Grabkammern der ägyptischen Pharaonen beweisen den frühen Anbau von Getreide: Getreidekörner wurden den verstorbenen Pharaonen als besonders wertvolle Grabbeigabe mitgegeben. 

Zunächst sammelten die Menschen Samen von wilden Gräsern (Wildgetreide). Durch gezielte Auslese und Kreuzung veränderten sich die Pflanzen mit der Zeit. Möglichst große und viele Körner sollten sie tragen und sich als widerstandsfähig gegen Klimaschwankungen, Krankheiten und Schädlinge erweisen. Unser heutiges Getreide ist längst keine natürliche Pflanze mehr, sondern ein durch menschliche Eingriffe verändertes Gras.

Welche Sorten gibt es?

Es gibt viele Getreidearten mit teils sehr unterschiedlichen Eigenschaften und Vorteilen. Weltweit am häufigsten sind Weizen, Mais und Reis. Weizen wächst besonders gut auf Böden, die locker und nährstoffreich sind. Außerdem mag er ein warmes Klima und ausreichend Regen. Solche Voraussetzungen können die Äcker in Nordeuropa dem Weizen bieten.  Mais ist besonders in Zentralamerika wichtig, von dort stammt er auch ursprünglich. Er wächst in warmem Klima besonders gut. In Mexiko wird Mais hautsächlich als Mehl verwendet und zum Beispiel zu leckeren Tortillas verbacken. Auch in Deutschland wird immer mehr Mais angebaut, häufig jedoch, um daraus Tierfutter herzustellen. Recht neu ist die Verwendung von Mais zur Energiegewinnung in Biogasanlagen. Auf dem Teller landet Mais bei uns auch mal als Gemüse: knackige süße Maiskolben. Reis wird bei uns viel gegessen, angebaut allerdings hauptsächlich in Asien. Aber auch in Europa gibt es Anbaugebiete, zum Beispiel in Italien.

Weitere Getreidesorten:

Pseudogetreide

Buchweizen, Amaranth und Quinoa stehen mittlerweile schon häufig im Verkaufsregal den Getreiden. Biologisch gesehen gehören sie aber zu anderen Pflanzenfamilien. Deshalb werden sie auch als Pseudogetreide bezeichnet. Sie lassen sich ähnlich verarbeiten wie die echten Getreidearten und schmecken mindestens genauso gut. Für Menschen mit Glutenallergie sind die Pseudogetreide eine echte Alternative, um daraus Brot, Nudeln und Kuchen herzustellen, denn sie enthalten nicht den Getreidekleber Gluten.

Und im Biolandbau?

Im biologischen Landbau wird, wie grundsätzlich in der Landwirtschaft, viel Getreide angebaut. Neben Weizen und Roggen gibt es hier allerdings auch seltenere Getreidearten, zum Beispiel Einkorn oder Emmer. Die Pflanzen sind meist robuster und können besser gegen Pflanzenkrankheiten und Schädlinge bestehen. Das ist gerade im biologischen Landbau wichtig, denn dort wird auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln verzichtet. Auch Dinkel wird gerne angebaut. Er ist relativ anspruchslos und kommt auch in nährstoffärmeren Böden zurecht. Dinkel schmeckt lecker, leicht nussig und aromatisch. Zudem vertragen viele Menschen, die auf Weizen mit Bauchgrummeln und Durchfall reagieren, Dinkel besser als Weizen. Außerdem gilt Dinkel, genauso wie die Pseudogetreide, als gute Bereicherung für die Fruchtfolge, wie sie im Biolandbau üblich ist.

Wo steckt Getreide drin?

Bis heute stecken die Nachfahren der Wildgräser in vielen unterschiedlichen Nahrungsmitteln. Zu Mehl gemahlene Getreidekörner werden zu Brot genauso wie in Nudeln verarbeitet, zu Kuchen, Klößen, Soßen oder Bratlingen. Zu Flocken gequetschte Getreidekörner sind Grundbestandteil in eurem Müsli. Ganz wichtig: Auch bei der Fütterung unserer Nutztiere, wie Kühe, Hühner oder Pferde, wird Getreide gebraucht, damit die Tiere mit Nährstoffen gut versorgt sind.


Letzte Aktualisierung 20.07.2015

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