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Kreislaufwirtschaft? Was ist das?

Schaubild zur Kreislaufwirtschaft. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Foto: BLE, D. Menzler

Der Ökolandbau basiert auf einer Kreislaufwirtschaft. Pflanzenbau und Tierhaltung sind hier eng miteinander verbunden:

Das Futter für die Tiere bauen Biolandwirtinnen und -landwirte möglichst auf dem eigenen Betrieb an. Der Dung der Tiere in Form von Mist oder Gülle wird auf die Felder ausgebracht, macht den Boden fruchtbar und dient den Pflanzen als Nahrungsquelle. So befinden sich die im Dünger, Boden und Futter enthaltenen Nährstoffe auf dem Biobauernhof in einem Kreislauf. Daher spricht man auch von einem Nährstoffkreislauf. 

Biolandwirtinnen und -landwirte sorgen dafür, dass sich dieser Nährstoffkreislauf im Gleichgewicht befindet. Sie achten darauf, dass nur so viele Tiere auf dem Hof leben wie sie mit ihrem eigens angebauten Futter ernähren können. Sie dürfen zwar auch Futtermittel zukaufen, die Menge ist jedoch begrenzt. Auch die Menge der benötigten tierischen Dünger begrenzt die Anzahl der Tiere auf einem Biohof. Denn bei einem Nährstoffüberschuss können die Pflanzen die im Dünger enthaltenen Nährstoffe nicht aufnehmen. Dann werden sie beispielsweise durch Regenwasser ausgewaschen und können so unser Grundwasser verschmutzen. Weil Tierzahl und Futterfläche so genau aufeinander abgestimmt sein müssen, spricht man im ökologischen Landbau auch von einer flächengebundenen Tierhaltung.

Ganz geschlossen ist der Nährstoffkreislauf jedoch nie. Denn Landwirtinnen und Landwirte ernten das Getreide, die Kartoffeln, das Gemüse und andere Feldkulturen, um uns Menschen und auch die Tiere mit gesunden Nahrungsmitteln zu versorgen. Mit der Ernte verlassen also die in den Pflanzen enthaltenen Nährstoffe diesen Kreislauf.

Leguminosen sammeln Stickstoff

Junge Erbsen. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Bekannte Vertreter der Hülsenfrüchte sind Erbsen. Mit Bodenbakterien, den Rhizobien, leben sie in einer engen Lebensgemeinschaft. Rhizobien können Stickstoff aus der Luft sammeln. Foto: BLE, Dominic Menzler

Um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, setzen die Biolandwirtin und der Biolandwirt neben tierischem Dung auch pflanzliche Dünger ein. Für einen guten Ertrag brauchen Pflanzen insbesondere Stickstoff und zwar in relativ großen Mengen. In der Biolandwirtschaft sind die von der Industrie chemisch hergestellten Stickstoffdünger verboten, da ihre Produktion sehr viel Energie verbraucht. Eine ganz wichtige Quelle für Stickstoff ist in der Biolandwirtschaft daher die Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchte, auch Leguminosen genannt. Als Beilage oder Suppengrundlage sind uns vor allem Erbsen, Linsen und Bohnen aus dieser Pflanzenfamilie bekannt. Andere Vertreter sind Klee- oder Luzernegras, die an Tiere verfüttert werden. Das Besondere an Leguminosen ist, dass die Wurzeln dieser Pflanzen in einer Gemeinschaft mit Bakterien, sogenannten Rhizobien leben. Diese Bakterien können den zuvor erwähnten wichtigen Nährstoff Stickstoff aus der Luft sammeln. Dieser steht  damit den nächsten angebauten Pflanzen für ihr Wachstum zur Verfügung.

Durch seine Kreislaufwirtschaft schützt der ökologische Landbau Böden, hält das Wasser sauber und schützt das Klima.