Ökologische Rinderhaltung

Rinderhaltung im ökologischen Landbau

Abstammung und Verhalten

Die Rinder, die wir heute kennen, stammen vom Auerochsen (auch Ur genannt) ab. Auerochsen waren große stämmige Rinder mit geschwungenen Hörnern. Vor circa 6.500 Jahren begann der Mensch, Auerochsen zu domestizieren - das heißt von ihren "wilden" Artgenossen zu trennen und zu züchten. Er benutzte sie als Zug- und Arbeitstiere und als Milch- und Fleischlieferanten. Im Laufe von vielen Generationen entstanden verschiedene Rinderrassen. Die ursprünglichen Auerochsen sind seit circa 400 Jahren ausgestorben.

Rinder sind Herdentiere. Sie brauchen Kontakt zu Artgenossen. In einer Herde bildet sich eine Rangordnung aus. Rinder kommunizieren miteinander über Körpersprache und Laute. Die Tiere einer Herde kennen sich und es bilden sich zum Teil Freundschaften zwischen verschiedenen Tieren.

Ökologische Rinderhaltung

Auf Biohöfen müssen Tiere möglichst artgerecht gehalten werden. Das bedeutet zum Beispiel, dass Rinder nicht angebunden oder alleine gehalten werden dürfen. Rinderställe auf einem Biohof sind meist Laufställe, in denen sich die Tiere frei bewegen können. Laufställe sind in einen Fress- und einen Liegebereich aufgeteilt. Die Liegeplätze werden zum Beispiel mit Stroh eingestreut. Außerdem haben die Rinder Zugang nach draußen in ein Freigelände. Wann immer es das Wetter zulässt, kommen die Tiere auf die Weide. 

Biorinder tragen oft Hörner. Dies birgt jedoch die Gefahr, dass sich die Tiere bei Rangkämpfen gegenseitig ernsthaft verletzen. Deshalb brauchen die Rinder auf ökologischen Betrieben besonders viel Platz, um anderen Tieren ausweichen zu können.

Milchkühe

Wenn eine Kuh ein Kalb bekommt, produziert sie (wie alle Säugetiere) Milch, um das Jungtier zu versorgen. Milchkühe sind darauf gezüchtet, viel mehr Milch zu geben, als ihr eigenes Kalb brauchen würde.

Bekommt eine Milchkuh ein Kälbchen, wird dies meist nach wenigen Tagen von der Mutter getrennt. Die Kälber werden dann in Gruppen gehalten und durch den Menschen versorgt. Eine Besonderheit ist die muttergebundene Kälberaufzucht. Hier werden die Milchkühe mehrere Monate lang zusammen mit ihren Kälbern gehalten. Die Kühe werden dann täglich gemolken und trotzdem trinken die Kälber Milch aus dem Euter der Mutter.

Eine Milchkuh wird zweimal am Tag gemolken. Da die Milchmenge, die eine Kuh produziert, mit der Zeit abnimmt, bekommen Milchkühe in der Regel einmal im Jahr ein Kälbchen. Die Trächtigkeit einer Kuh dauert neun Monate. Sechs bis acht Wochen bevor das neue Kälbchen geboren wird, wird die Kuh "trocken gestellt", das heißt sie wird nicht mehr gemolken. Nach der Geburt des neuen Kalbes fängt die Kuh wieder an, Milch zu produzieren und wird wieder gemolken.

Mutterkühe

Werden Rinder zur Fleischerzeugung genutzt, hält man sie häufig in "Mutterkuh-Herden". Das heißt die Kühe leben zusammen mit ihren Kälbern auf der Weide - zum Teil in den Wintermonaten auch in Ställen. Die Kälber trinken die Milch bei ihren Müttern und fressen, wenn sie größer sind, zusätzlich Gras und Heu. Die Jungrinder werden erst mit etwa zehn Monaten von ihren Müttern getrennt. Auch Mutterkühe bekommen in der Regel einmal im Jahr ein Kalb.

Was fressen Rinder?

Rinder sind Wiederkäuer, genau wie zum Beispiel Schafe oder Ziegen. Sie fressen vor allen Dingen Gras oder  Heu. Dieses Futter enthält wenig Nährstoffe, aber große Mengen an Zellulose  - ein Stoff, der zum Beispiel für uns Menschen unverdaulich ist. Kühe können dieses Futter verdauen, weil sie ein ganz besonderes Verdauungssystem haben. Sie haben neben dem "normalen" Magen noch mehrere Vormägen (Pansen, Netzmagen und Blättermagen). Der Pansen beherbergt eine riesige Anzahl an Mikroorganismen, die die Zellulose zerlegen und die Nährstoffe so für das Rind nutzbar machen. Diese Mirkoorganismen vermehren sich ständig, gleichzeitig stirbt etwa dieselbe Menge auch ab. Diese abgestorbenen Mikroorganismen enthalten für das Rind lebenswichtige Aminosäuren.

Beim Fressen nimmt ein Rind große Mengen Futter auf, das zunächst kaum zerkaut in den Pansen und in den Netzmagen gelangt. In den Ruhepausen würgt es das Futter wieder hoch, zerkaut es nochmal gründlich und schluckt es wieder runter. Damit der Pansen gut funktionieren kann, brauchen Rinder immer Futter mit viel Struktur wie zum Beispiel Gras oder Heu. Rinderfütterung bedeutet immer gleichzeitig Fütterung der Mikroorganismen im Pansen.

Auf einem Biobauernhof sollte möglichst alles Futter, das die Tiere fressen, auch selber angebaut werden. Rinder fressen im Sommer vor allem Grünfutter, im Winter Heu und Gras- oder Maissilage. Unter Silage versteht man Futter, das in Silos durch Milchsäuregärung konserviert wird. Dies ist vergleichbar mit der Herstellung von Sauerkraut. Zusätzlich bekommen sie Kraftfutter zum Beispiel aus Getreide und Ackerbohnen.

Rinder sind Wiederkäuer. Sie fressen große Mengen an Grünfutter und Heu und verdauen es mithilfe von Mikroorganismen im Pansen. Zur artgerechten Haltung von Rindern gehört der Kontakt zu Artgenossen, ausreichend große Ställe und Weidegang.


Letzte Aktualisierung 03.05.2016

Schulwettbewerb "ECHT KUH-L!"

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