Fruchtfolgen

Hintergrund

Die Gestaltung einer abwechslungsreichen Fruchtfolge (Fruchtwechsel auf einer Fl├Ąche) ist eine der zentralen Methoden des ├Âkologischen Ackerbaus, um innerbetriebliche N├Ąhrstoffkreisl├Ąufe zu haben und das Beikraut besser kontrollieren zu k├Ânnen. Diese muss dabei nat├╝rlich auch den ├Âkonomischen und sonstigen innerbetrieblichen Bed├╝rfnissen gerecht werden. ├ťbliche Fruchtfolgen im ├ľkolandbau haben 6 bis 10 Glieder.

Diese Methode bringt f├╝r die Biolandwirtin und den Biolandwirt sowohl Vorteile als auch Nachteile im Vergleich mit konventionellen Fruchtfolgen, die eher zwei- bis dreigliedrig sind und meistens eine Kultur fl├Ąchenm├Ą├čig dominieren lassen (nach Cross Compliance m├╝ssen drei Fruchtarten angebaut werden, wobei keine unter 15 % des Fl├Ąchenanteils liegen darf). 

Zun├Ąchst die Vorteile: Durch eine gute Planung erreichen die Biolandwirtin und der Biolandwirt  

  • eine Versorgung des Bodens mit Stickstoff durch den Anbau von Leguminosen ("Stickstoffsammler"),
  • vermindert die Massenvermehrung einzelner Beikr├Ąuter,
  • hemmt die Ausbreitung von Sch├Ądlingen und Pflanzenkrankheiten,
  • vermeidet wegen unterschiedlicher Bestell-, Pflege- und Erntetermine die Arbeitsspitzen, die bei Monokulturen ├╝blich sind und
  • reduziert das Marktrisiko (vor allem wegen Preisvariabilit├Ąten, Ernteausf├Ąlle) durch Diversifizierung der Marktfr├╝chte. 

Hierf├╝r muss die Fruchtfolge auf die Standortverh├Ąltnisse, auf die Anspr├╝che der Nutzpflanzen, die Abfolge der Fr├╝chte (Ber├╝cksichtigung von Vor- und Nachfrucht), das Klima und den Futterbedarf der Nutztiere abgestimmt sein.  Es gibt aber auch Nachteile:

  • Die Fruchtfolge kann auf dem ├ľkobetrieb nicht alleine anhand der ├Âkonomischen Ziele orientiert werden. So m├╝ssen auch Kulturen angebaut werden, die dem Betrieb nicht in erster Linie einen marktwirtschaftlichen Ertrag bringen. Dieses sind vor allem Brachefl├Ąchen in viehlosen oder vieharmen Betrieben. Wenn dort ein bis zwei Jahre Gr├Ąser und Leguminosen wachsen, kann dort nichts f├╝r den Markt produziert werden (eventuell aber Viehfutter f├╝r den Eigenverbrauch oder Verkauf).
  • Auch sind die Biolandwirtin und der Biolandwirt weniger in der Lage, sich auf wenige Kulturen zu spezialisieren, was f├╝r konventionelle Betriebe einen gro├čen Vorteil in der Vermarktung und im Betriebsmitteleinkauf darstellt.
  • Letztendlich m├╝ssen auch mehrere verschiedene Maschinen inklusive Trecker vorgehalten werden.
  • Die Witterung und die sehr verschiedenen Anspr├╝che der Kulturen begrenzen die Flexibilit├Ąt.

Eine ├Âkologische und ├Âkonomische Fruchtfolgeplanung erfordert somit viel Erfahrung und umfangreiche Kenntnisse der Bed├╝rfnisse der Ackerfr├╝chte und der Wirtschaftlichkeit. 

Die vielgliedrigen Fruchtfolgen des ├Âkologischen Landbaus bewirken, dass im Vergleich zu konventionellen Fruchtfolgen viele verschiedene und auch seltene Nutzpflanzenarten inklusive ihrer Begleitflora und -fauna auf dem Betrieb existieren. Damit leistet der ├ľkolandbau einen wichtigen Beitrag zur F├Ârderung der Kultur- und Wildartenvielfalt im Agrarsystem. 

Weitere Informationen zu den Prinzipien des ├Âkologischen Landbaus sind im zu finden. Spezielle Informationen rund um das Thema Fruchtfolgen stehen im Portal zur Verf├╝gung.

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Kleegras mit bl├╝hendem Inkarnatklee

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