Tierhaltung

Hintergrund

Im ├ľkolandbau ist die Tierhaltung eine wichtige Einkommensquelle (rund 50 % aller Ums├Ątze des ├ľkolandbaus stammen aus der Tierhaltung), sie nutzt Standorte (zum Beispiel Gr├╝nland), Pflanzen (zum Beispiel Gr├Ąser) und Pflanzenreste (Erntereste, Lebensmittelreste), die ansonsten f├╝r die menschliche Ern├Ąhrung nicht genutzt werden k├Ânnen und ist besonders im ├ľkolandbau ein wichtiges Bindeglied f├╝r den N├Ąhrstoffkreislauf im Betrieb. Zus├Ątzlich ist sie f├╝r Hofkunden attraktiv.

Wichtige Nutztiere sind die Raufutterfresser (Herbivoren: Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde) und die Allesfresser (Omnivoren: Schweine und Gefl├╝gel) sowie die Bienen und Fische, f├╝r die es jeweils spezielle Haltungsvorschriften gibt. Weiterhin gibt es noch andere Nutztierarten auf vielen Biobetrieben (Damwild, Kaninchen, Hunde, Katzen), die aber in ihrer Bedeutung eher gering und in der Verordnung f├╝r den ├ľkolandbau nicht geregelt sind. Einige Verb├Ąnde haben Richtlinien auch f├╝r diese eher unbedeutenden Tierarten verfasst.

Grundlage der ├Âkologischen Tierhaltung in der Europ├Ąischen Union sind die EU-Rechtsvorschriften f├╝r den ├Âkologischen Landbau. Die Anforderungen der einzelnen Verb├Ąnde des ├Âkologischen Landbaus in Deutschland gehen teilweise ├╝ber die der EU-├ľko-Verordnung hinaus.

Beim Zukauf m├╝ssen die Tiere aus dem ├ľkolandbau stammen. Ausnahmen sind nur m├Âglich, wenn keine Tiere verf├╝gbar sind, die aus ├Âkologisch wirtschaftenden Betrieben stammen.  Wenn Tiere aus dem konventionellen Markt stammen oder auch bei einer Betriebsumstellung auf den ├ľkolandbau sind Umstellungszeiten einzuhalten, bevor die Produkte als "├ľko" oder "Bio" bezeichnet werden d├╝rfen.

Der Kopplung von Tierhaltung und Landbau kommt unter den Rahmenbedingungen der ├Âkologischen Landwirtschaft eine besondere Bedeutung zu, um geschlossene N├Ąhrstoffkreisl├Ąufe auf den Betrieben zu gew├Ąhrleisten und die Fruchtbarkeit der B├Âden zu erhalten. Daraus resultiert, dass im ├Âkologischen Landbau keine fl├Ąchenunabh├Ąngige Tierhaltung m├Âglich ist: 

  • Die maximale Anzahl von Tieren, die pro Hektar gehalten werden k├Ânnen, ist begrenzt (maximal 170 Kilogramm Stickstoff aus Wirtschaftsd├╝ngern, es wird dabei von rund zwei Gro├čvieheinheiten pro Hektar ausgegangen).
  • Bei Pflanzenfressern m├╝ssen mindestens 60 % des Futters auf dem Betrieb erzeugt werden. Bei Schweinen und Gefl├╝gel sollen dieser Anteil mindestens 20 % betragen.
  • Durch diese extensive Tierhaltung wird sichergestellt, dass nicht mehr Mist und G├╝lle anfallen, als sinnvoll als Wirtschaftsd├╝nger auf Fl├Ąchen des eigenen Betriebes eingesetzt werden kann.

Um die verschiedenen Tierarten artgerecht zu halten, sind beispielsweise Weidegang und/oder Auslauf zwingend vorgeschrieben. Ausnahmen f├╝r den Weidegang gibt es bei schwieriger Witterung (Extremwetter). Die Gr├╝nausl├Ąufe f├╝r Gefl├╝gel und die Ausl├Ąufe f├╝r alle Tiere haben eine Mindestfl├Ąche. Es steht den Tieren ein Mindestma├č an Stallfl├Ąche zu, der ihren artgem├Ą├čen Bed├╝rfnissen und dem Tierwohl gerecht werden soll. St├Ąlle m├╝ssen ├╝ber Liege- und Ruhefl├Ąchen verf├╝gen, die trocken und mit nat├╝rlichen Materialien eingestreut sein m├╝ssen. Gefl├╝gel darf nicht in K├Ąfigen gehalten werden.

Es gibt Vorgaben f├╝r die Stallgestaltung als auch die Licht- und Ruheperioden (vor allem bei Gefl├╝gel). Maximal 50 % der Lauffl├Ąche d├╝rfen aus Spaltenb├Âden bestehen. Anbindehaltung von Milchk├╝hen ist nicht erlaubt, Ausnahmen gibt es aber f├╝r Kleinbetriebe (nicht mehr als 20 K├╝he) oder f├╝r eine kurze Zeit (zum Beispiel bei der Tierkontrolle, Behandlungen oder beim Melken).

Die Gesundheit der Tiere soll durch eine gute Haltungsumwelt und robuste Tiere so gew├Ąhrleistet sein, dass Krankheiten minimiert werden. Werden Tiere krank, sind sie unter Aufsicht eines Tierarztes zu behandeln. Dabei sind grunds├Ątzlich alle Arzneimittel erlaubt, die die Erkrankung notwendig macht. Bevorzugt werden sollten aber nach M├Âglichkeit nat├╝rliche Substanzen. Bevor die Erzeugnisse des behandelten Tieres wieder vermarktet werden d├╝rfen, sind sowohl im konventionellen als auch im ├Âkologischen Landbau Wartezeiten vorgeschrieben. Allerdings sind diese im ├ľkolandbau doppelt so lange.

Eingriffe am Tier (Enthornungen, Schw├Ąnze oder Schn├Ąbel k├╝rzen, Z├Ąhne schleifen, kastrieren) d├╝rfen im ├Âkologischen Landbau nicht systematisch durchgef├╝hrt werden. Ausnahmen sind aber , im Einzelfall und mit Genehmigung der Kontrollbeh├Ârde, m├Âglich. Entsprechende Ma├čnahmen d├╝rfen nur durch qualifiziertes Personal und unter Verabreichung von Schmerz- und Bet├Ąubungsmittel so durchgef├╝hrt werden, dass das Leiden der Tiere auf ein Minimum reduziert wird.

Gef├╝ttert werden d├╝rfen die Tiere grunds├Ątzlich nur mit Futtermitteln aus ├Âkologischer Erzeugung. Bei Gefl├╝gel und Schweinen sind nach gesetzlicher Vorgabe aber noch 5 % konventionelle Futtermittel als Proteinkomponente (Maiskleber, Kartoffeleiwei├č) erlaubt; diese Regelung gilt jedoch nur noch bis zum 31.12.2014. Raufutter (Gras, Heu oder Silage) ist auch f├╝r Schweine und Gefl├╝gel vorgeschrieben.

Die F├╝tterung der Nachzucht sollte auf der Grundlage von Milch der jeweiligen Tierart erfolgen, vorzugsweise der Muttermilch des eigenen Muttertiers. Die Nachzucht ist, je nach Tierart unterschiedlich, durch l├Ąngere S├Ąugezeiten oder durch eine Biest- und Muttermilchgabe in den ersten Wochen, zu versorgen.

Der Einsatz von wachstums- oder leistungsf├Ârdernden Substanzen ist verboten. Ebenfalls m├╝ssen alle Futtersubstanzen frei von gentechnisch ver├Ąnderten Organismen (GVO) sein und auch deren Herstellung nicht unter Verwendung von GVO, bzw. aus GVO oder durch GVO erfolgen. Hormone zum Herdenmanagement sind verboten (z.B. Brunstsynchronisation).

In dieser Unterrichtseinheit sollen die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler sich mit der Tierhaltung im ├Âkologischen Landbau vertraut machen und dabei herausarbeiten, was an dieser Haltungsform besonders tiergerecht ist. Weitere Informationen zu den Prinzipien des ├Âkologischen Landbaus sind im Portal unter Prinzipien des ├ľkolandbaus zu finden. Spezielle Informationen rund um das Thema Tierhaltung stehen in der Rubrik Tierhaltung hier zu Verf├╝gung.

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Kalb im K├Ąlber-Iglu

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