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Hintergrund

Blühstreifen im ökologisch bewirtschafteten Weinberg. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Blühstreifen im ökologisch bewirtschafteten Weinberg, Foto: BLE, D. Menzler

Der Boden als Grundlage des ökologischen Weinbaus spielt bei der Bewirtschaftung eine große Rolle. Es wird eine Bewirtschaftung angestrebt, die den Humusaufbau und die Bodenfruchtbarkeit fördert.  Dazu gehören insbesondere die ständige Bodenbeurteilung zur Feststellung der nötigen Maßnahmen, die Bodenlockerung und eine angepasste Begrünungseinsaat und -pflege.

Die Begrünung ist die tragende Säule des ökologischen Weinbaus. Ein Ziel hierbei ist es, durch eine artenreiche Begrünung eine gare, tätige Krume aufzubauen. Dabei gilt es, ein gut geplantes Begrünungsmanagement aufzubauen, um ähnlich wie im ökologischen Landbau, der mit abwechslungsreicher Fruchtfolge arbeitet, ein gesundes Bodenleben zu erreichen:

  • Durch eine artenreiche Begrünung wird das Ökosystem Weinberg stabiler. So zeigen begrünte Weinberge ein harmonischeres Wachstum. Zudem liefert die Begrünung ein breites  Angebot an Futterpflanzen für viele Nützlinge. 
  • Durch die Weinbergbegrünung findet eine intensive Durchwurzelung und eine Lockerung des Bodens statt .Die Bodenorganismen finden optimale Bedingungen vor und fördern die Humusanreicherung im Boden. Nährstoffe stehen so direkt den Weinstöcken zur Verfügung.
  • Durch diese Bodenbedeckung und die damit verbundene Gefügestabilisierung durch die Pflanzenwurzeln werden Nährstoffauswaschungen und Erosionen verringert und Bodenverdichtungen vorgebeugt.
  • Durch vielfältige Begrünungsmischungen, die im Gemengebestandteil auch Leguminosen enthalten, wird atmosphärischer Stickstoff mit Hilfe von Knöllchenbakterien im Boden fixiert.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen temporärer und permanenter Begrünung des Weinbergs. Welches Konzept verfolgt wird, hängt von der Bodenbeschaffenheit ab. Trockene Standorte und leichte Böden sprechen für den Einsatz einer Winterbegrünung um die Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe zu verringern. Auch das Alter des Weinbergs spielt eine wichtige Rolle. Jungpflanzen können mit der Konkurrenz durch den Bewuchs der Gassen nicht so gut umgehen, wie etablierte Reben. Eine temporäre Winterbegrünung kann beispielsweise mit Winterraps erfolgen. Eine permanente Begrünung kann mit Leguminosen-Mischungen (beispielsweise aus Luzerne, Esparsette und Kleearten) erreicht werden.

Mit der Unterrichtseinheit lernen die Schülerinnen und Schüler die Bedeutung der Begrünung des Weinbergs kennen. Sie lernen,  von welchen Faktoren das Begrünungsmanagement abhängt und planen am Beispiel ihrer Ausbildungsbetriebe die Begrünung. 

Mehr zum Thema ökologischer Weinbau finden Sie hier im Portal unter Weinbau.